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Polizei Oberbayern-Süd: Im Tal ist es relativ sicher

„Unsere Arbeit fängt beim Abspann erst an“

Von Lydia Dartsch

Einbrüche, Raubüberfälle auf Geschäfte und Bürger/innen sowie ein Tötungsdelikt mit Fahrerflucht sorgen seit Monaten für ein flaues Gefühl in der Magengegend der Talbewohner.

Das Tal ist dennoch sicher, sagt Polizeipressesprecher Jürgen Thalmeier: „Je schwerer das Delikt, desto höher ist die Aufklärungsquote“, erklärt er. Doch bei Tötungsdelikten liegt die Quote nur noch bei 80 Prozent. 2012 waren es noch 100. Aber die Zahlen verraten nicht alles.

Im Fall einer tödlich verunfallten Frau aus Rottach-Egern ermittelt die Polizei mittlerweile wegen Mordes. Der Fall ist noch nicht aufgeklärt.
Im Fall einer tödlich verunfallten Frau aus Rottach-Egern ermittelt die Polizei mittlerweile wegen Mordes. Der Fall ist noch nicht aufgeklärt.

Fünf Tötungsdelikte gab es im vergangenen Jahr im gesamten Landkreis Miesbach, sagt Polizeipressesprecher Jürgen Thalmeier. Davon seien vier aufgeklärt. Bei einem laufen die Ermittlungen immer noch. Vier von fünf sind aufgeklärt – das ergibt eine Quote von 80 Prozent. Unter den aufgeklärten Fällen ist auch der versuchte Totschlag nach dem Ostiner Waldfest.

Ermittelt werde hingegen noch im Fall des tödlichen Verkehrsunfalls in Rottach-Egern, sagt Thalmeier. Das Problem: Es gibt zwar ein Opfer. Täter und Tatwerkzeug – der Fahrer und sein Fahrzeug – fehlten aber bislang. Auch gebe es noch nicht genügend Zeugenaussagen, aufgrund derer sich jemandem die Tat nachweisen lasse. Daher müssen die am Tatort gefundenen Spuren abgeglichen werden. Das brauche seine Zeit. So schnell, wie es im „Tatort“ oder in Krimiserien dargestellt werde, ließen sich die Fälle in der Regel nicht lösen, erklärt Thalmeier:

Wenn beim Tatort der Abspann läuft, fängt unsere Arbeit erst an.

Die eigentliche Aufgabe der Polizei sei es nicht nur, Täter zu finden, sondern ihnen die vorgeworfenen Taten so nachzuweisen, dass diese bei einer Gerichtsverhandlung standhielten. In der Akte müssten anhand der Beweise die einzelnen Tatmerkmale, wie beispielsweise Heimtücke bei einem Mord, klar nachgewiesen werden, so Thalmeier.

Insgesamt kann Thalmeier die Sorge der Menschen um ihre Sicherheit nachvollziehen. Deutschlandweit haben die Einbrüche in den vergangenen Monaten zugenommen, das geht aus der Statistik hervor. Im Landkreis Miesbach ist deren Anzahl um 28 Prozent gestiegen. In absoluten Zahlen ausgedrückt: ein Anstieg von 25 im Jahr 2012 auf 33 in 2013. Das bedeute, dass alle zwei Wochen einmal eingebrochen werde – im gesamten Landkreis Miesbach, sagt der Polizeipressesprecher. Um dies zu verhindern, setze die Polizei vor allem auf Prävention bei den Bürger/innen.

Dass die vermehrten Raubüberfälle in den vergangenen Wochen die Menschen beunruhigen, sieht man bei der Polizei auch: „Es gab da einige sehr aufsehenerregende Fälle„, sagt der Polizeisprecher. Von außen betrachtet, sei das sehr beunruhigend. Hinzu kommt, dass die Aufklärungsquote von 66 Prozent im Tegernseer Tal kein sicheres Gefühl macht. 2012 lag diese noch bei 100 Prozent. Man dürfe dabei jedoch nicht die absoluten Zahlen außer Acht lassen. Das relativiere einiges, so Thalmeier. Insgesamt werden im Landkreis Miesbach 61 Prozent der Strafdelikte aufgeklärt.


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