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Die Wasserwachten warnen

Unsere Seen frieren zu

Von Claudia Dostal

Die Temperaturen im Oberland sind im Moment eisig. Da bilden sich auch auf unseren See die ersten Eisschichten. Am Schliersee und am Hackensee ist die Lage bereits kritisch – der Tegernsee lässt sich wie immer länger Zeit.

Langsam bildet sich auf unseren Seen die erste Eisschicht – der Tegernsee lässt sich aber noch ein bisschen Zeit / Foto: Nina Häußinger

Schön sieht er aus, der Schliersee, wenn sich auf der Eisfläche das Sonnenlicht spiegelt. Aber die Schönheit hat ihre Tücken. Auf ihrem Facebook-Account warnt die Wasserwacht Schliersee eindringlich davor, sich auf dem Schliersee aufs Eis zu wagen. Der Grund: Die Eisdecke ist nicht überall dick genug und daher das Eis insgesamt nicht tragfähig.

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Wann kann man wohl auf dem Schliersee Schlittschuhlaufen?

Die Tegernseer Stimme hat bei Simon Horst, BRK-Fachbereichsleiter und Beauftragter der Wasserwacht, nachgefragt, wie dick denn nun das Eis auf dem Schliersee ist und ob eine Eis-Prognose für Schlittschuhläufer und Eisstockschützen getroffen werden kann:

Diese Frage kann man leider nicht pauschal beantworten, da die Eisdicke selbst abhängig von vielen Umweltfaktoren ist. Vor allem Unterwasserströmungen und die Bodenbeschaffenheit wirken sich auf die Bildung von Eis aus. Wir selbst führen keine Messungen durch. Dies hat den Grund, dass wir in der Bevölkerung kein falsches Sicherheitsgefühl vermitteln wollen. Es gibt auch keine Stelle, die den See freigibt. Das Betreten erfolgt immer auf eigene Gefahr.

Eine offizielle Garantie gibt es hierzu nicht. Die Wasserwacht misst zwar zu internen Zwecken die Dicke des Eises, kann aber aufgrund der vielen verschiedenen Umweltfaktoren keine verbindliche Auskunft zur Tragfähigkeit des Eises geben.

Grundsätzlich rät die Wasserwacht dazu, dass Eisflächen erst dann betreten werden sollen, wenn das Eis an allen Stellen mindestens 15 cm dick ist. Dazu Alexander Schwarz von der Wasserwacht Gmund: „Die Seen im Landkreis Miesbach werden aus diesem Grund nicht zur Betretung freigegeben. Dies bedeutet, dass alle Personen die Eisflächen auf eigene Gefahr und in eigener Verantwortung betreten. Wer ins Eis einbricht, muss sich im Klaren sein, dass der Körper sehr schnell auskühlt und damit die Kräfte versagen.“

Wie sieht es auf den anderen Seen im Landkreis aus?

Der Tegernsee ist noch nicht zugefroren. Dies liegt laut Schwarz daran, dass der Schliersee eine weitaus geringere Oberfläche und Wassertiefe hat: „Der primäre Grund ist die Seegröße. Der Tegernsee hat somit länger „warmes“ Wasser und zudem stärkeren Wellengang durch den Wind. Das Wasser im Schliersee oder Spitzingsee ist weniger bewegt, so dass sich eine Eisschicht bilden kann. Das Eis auf dem Seehamer See hat zudem die Besonderheit, dass es durch stark schwankende Wasserstände unter Spannung steht und plötzlich brechen kann.“

Beim Holzkirchner Hackensee ist die Situation mit dem Schliersee vergleichbar. Auch hier warnt die Wasserwacht noch eindringlich davor, sich auf dem Eis in Sicherheit zu fühlen.

Jedes Jahr gibt es Eisunfälle

Offenbar ziehen die spiegelnden Eisflächen trotz aller Warnungen magisch und unwiderstehlich an. Simon Horst von der Wasserwacht Schliersee berichtet, dass es in jedem Jahr Eisunfälle gibt, die – Gottseidank – bislang glimpflich ausgingen. Die Wasserwacht Ortsgruppen der Kreiswasserwacht Miesbach stehen rund um die Uhr für evtl. Rettungseinsätze zur Verfügung. Allerdings sind derartige Einsätze nicht unproblematisch, vor allem, wenn sie mitten im See passieren.

Hierzu rät die Wasserwacht Bayern: Niemals alleine eine Eisfläche betreten. Es sollte immer eine zweite Person am Ufer sein, die im Notfall Hilfe rufen kann. Wenn das Eis knackt und Wasser an die Oberfläche tritt: Sofort mit dem Bauch flach aufs Eis legen, um das Gewicht zu verteilen. Möglichst langsam und gleichmäßig ans Ufer robben, ruckartige Bewegungen können das Eis zum Brechen bringen.
Sollten Sie einbrechen:

  • Auch wenn es schwer fällt: Nerven bewahren
  • Rufen Sie laut um Hilfe und machen auf sich aufmerksam.
  • Zappeln Sie nicht wild herum, da der Körper bei Bewegung schneller auskühlt.
  • Kommen Sie keinesfalls unter das Eis. Sie verlieren schnell die Orientierung.
  • Versuchen Sie, sich am Rand der Bruchstelle festzuhalten und – wenn möglich – auf dickeres Eis hochzuziehen.
  • Bricht das Eis weiter beim Versuch, darauf zu klettern, arbeiten Sie sich langsam Richtung Ufer vor, indem Sie mit Ellenbogen oder Fäusten die Eisfläche zerschlagen – bis zum Ufer oder bis Sie aufs Eis klettern können.

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