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Unternehmerverein „Wir für Tölz“ setzt sich gegen Fachkräftemangel ein

Von Carolin Blazek

Schon seit einigen Jahren hat Deutschland in vielen Bereichen mit dem Rückgang von Fachkräften zu kämpfen. Krankenhäuser sind unterbesetzt, Handwerker ertrinken in Aufträgen und die Digitalisierung in Unternehmen ist zum Teil auf einem niedrigeren Stand als es in einigen Entwicklungsländern der Fall ist. Hinzu kommen nun die Folgen der Covid-19-Pandemie, die für einen noch schnelleren Rückgang des Pflegepersonals sorgt und noch weitere Wirtschaftsbereiche mit in den Abgrund zieht. Doch weder die Pandemie noch der demografische Wandel, welche aktuell die größten Probleme auf dem Arbeitsmarkt verursachen, lassen sich noch aufhalten.

“Wir für Tölz” startet Projekt gegen Fachkräftemangel

Der Unternehmerverein “Wir für Tölz” aus dem oberbayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen beschäftigt sich seit geraumer Zeit mit genau diesem Problem. Gerade in der Medizin, der Tourismusbranche und dem Gastgewerbe sind in einem verhältnismäßig kurzen Zeitraum eine große Menge an Arbeitskräften verloren gegangen. Doch auch in anderen Sektoren stehen inzwischen weit mehr Stellen offen als es Fachkräfte gibt. Aus diesem Grund versucht der Bad Tölzer Verein indessen gegen dieses Problem aktiv zu werden.

Als eines der größten Probleme für die Region sieht der Vereinsvorsitzende Andreas Munkert unter anderem den Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Denn Oberbayern verzeichnet inzwischen die höchsten Mieten in ganz Deutschland. Dies schreckt nicht nur Fachkräfte von außerhalb davon ab in die Region zu ziehen, sondern macht das Wohnen für viele Arbeitnehmer aufgrund ihres Lohns schlichtweg unbezahlbar. Aus diesem Grund mieten unterdessen einige Unternehmen bereits Wohnungen für ihre Mitarbeiter. Auch der Unternehmerverband will in Zukunft versuchen, Wohnraum für Fachkräfte anzumieten oder sogar selbst neue Möglichkeiten zur Vermietung zu schaffen.

Zusätzlich hat der Verein eine eigene Marketing-Kampagne gestartet, die Bad Tölz als Arbeits- und Wohnort attraktiv präsentiert. Plakate an den Bahnhöfen zwischen Penzberg und Tegernsee soll die Vorteile der Stadt als Arbeitgeberstadt hervorheben und so mehr Menschen aus der näheren Umgebung anlocken.

Weiterhin setzt sich “Wir für Tölz” für eine stärkere Vernetzung zwischen Schulen und Unternehmen ein, um junge Menschen für die Arbeit bei einem lokalen Arbeitgeber zu begeistern. Die Jugendlichen erfahren so schneller von ihren beruflichen Möglichkeiten in der Heimat und können Praktika in verschiedenen Branchen absolvieren und ihre potenziellen Arbeitgeber bereits vor dem Schulabschluss kennenlernen. Dies soll der Flucht junger Menschen aus der Region entgegenwirken, denn die Unternehmen verzeichnen einen stetigen Rückgang an Auszubildenden.

Doch auch Geflüchtete sollen bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhalten. Deshalb versucht der Verein diese in formalen Angelegenheiten zu unterstützen und den Kontakt zwischen Arbeitgebern und Arbeitssuchenden herstellen. Da es der demografische Wandel in Zukunft immer schwieriger gestalten wird, Arbeitskräfte zu finden, ist es unumgänglich Fachleute aus dem Ausland anzuwerben und Geflüchteten eine Arbeit, Weiterbildungen und eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung zu ermöglichen. Doch gerade die rechtlichen und bürokratischen Hürden gestalten die Integration von Personen aus dem Ausland fortan schwierig.

IHK fordert größere Initiative auf dem Arbeitsmarkt

Die IHK München und Oberbayern äußert zudem, dass die Weiterbildung und Qualifikation von Arbeitssuchenden auf dem Arbeitsmarkt erleichtert werden müssen. So sei es unter anderem notwendig, dass spezielle Bildungs- und Weiterbildungsangebote von Arbeitssuchenden wahrgenommen und deren Abschluss von Arbeitgebern anerkannt wird. Dadurch könnten Personen, die sich zum Beispiel durch Computerkurse weiterqualifiziert haben, in systemrelevante Berufe quer einsteigen. Zudem müsse es flächendeckende Ganztagsbetreuungen für Kinder geben, um noch mehr Fachkräfte für eine Vollzeitbeschäftigung zu gewinnen. Trotz dieser Maßnahmen sei es jedoch abzusehen, dass bis 2030 rund 1,3 Millionen Beschäftigte als Folge der alternden Bevölkerung verloren gehen werden.

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