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Die Tegernseer Wanderführer

Unterwegs zu den Schätzen des Tals

Von Madeleine Wisserodt

Die Zeiten, in denen einzig schnelle und beanspruchende Sportarten etwas galten, sind passé. Auch im Tegernseer Tal wird wieder vermehrt gewandert.

Passend dazu gibt es auch am Tegernsee jetzt zwei professionelle Wanderführer. Sie erklären, was man beim Wandern alles falsch machen kann. Und was ihre Lieblingsrouten sind.

Genusswandern 01

Die Bergwelt rund um das Tegernseer Tal ist besonders schön. So verwundert es nicht, dass es die Menschen dorthin zieht, um diese Natur zu erkunden. Kletterer haben hier ebenso ihre „Reviere“ wie Mountainbiker oder Wintersportler. Wieder verstärkt im Kommen ist das Wandern.

Bei der Bewegung in der Natur, mal bergauf, dann wieder bergab, wird der Körper gefordert, während der Geist zur Ruhe kommt. Dass dies – gerade als Ausgleich zu Bürojobs – richtig gut tut, ist bekannt. Spätestens seit Hape Kerkeling sich auf den Jakobsweg machte und zuvor verkündete: „Ich bin dann mal weg“.

Wandern soll wieder zum Genuss werden

Seit Oktober letzten Jahres gibt es auch im Tegernseer Tal zwei Gebirgs- und Wanderführer, die solche kleinen Auszeiten anbieten. Alexandra Hoellbauer und Tim Kullmann sind die ersten, die vom Bayerischen Wanderverband zertifiziert wurden. Sie haben sich auf geführte „Genusswanderungen“ für jedermann spezialisiert. „Rund um den Tegernsee und die bayerischen Alpen“ kann man mit ihnen wandern. Hochalpine Kenntnisse werden dafür nicht vorausgesetzt. Alexandra Hoellbauer erklärt:

Wir wollen den Menschen die Schätze zeigen, die man auf unseren Wanderungen sehen kann, und sie ein bisserl sensibler für unsere schöne Natur machen.

Sie selbst wandert seit ihrer Kindheit, „weil’s einfach schön ist“, so die 33-Jährige. „Ich gehe unwahrscheinlich gerne am Berg und es ärgert mich, wenn Unerfahrene nicht wissen, wie man sich dort verhalten muss.“ Dies geschieht sehr häufig aus Unwissenheit und hier wollen die beiden Wanderführer durch gezielte Information Abhilfe schaffen. Das nötige Wissen haben sie in mehr als 100 Stunden Kompaktausbildung an der Deutschen Wanderakademie erworben. Themen wie Orientierung im Gelände und Wetterkunde standen ebenso auf dem Stundenplan wie Archäologie, Geologie und erste Hilfe.

Informieren statt belehren

Als Privatmensch andere zu belehren, komme immer „ein bissl dumm“ rüber, so Hoellbauer. Bei einem Bergführer sehe das jedoch ganz anders aus, denn dieser habe ein belegbares Wissen. Dieses zu vermitteln ist wichtig, daher erklären die beide ihren Wandergästen gerne Flora und Fauna sowie das Gelände. Auch Wissenswertes über die Region können Interessierte auf diesem Wege erfahren.

Wann immer es ihre Zeit erlaubt, zieht es Alexandra Hoellbauer in die Berge.
Wann immer es ihre Zeit erlaubt, zieht es Alexandra Hoellbauer in die Berge.

Die Aufklärungsarbeit verzichtet aber auf den „erhobenen Zeigefinger“. Wandern soll in erster Linie ein Genuss sein. Sich Zeit für sich und die Natur zu nehmen und diese auszukosten, steht ihm Vordergrund. Außerdem darf auch der Spaß nicht zu kurz kommen, worauf die beiden Wanderführer achten. Dass der Bedarf hierfür da ist, zeigt die steigende Nachfrage nach dem „ganz normalen Wandern“.

Gute Vorbereitung entscheidend

Je länger und schwieriger die Tour, desto größer ist auch der Planungsaufwand im Vorfeld. Alexandra Hoellbauer erklärt: „Es gibt keine Tour, die ich mit Gästen gehe, die ich nicht kurz vorher schon einmal gegangen bin und mir angesehen habe.“

Diese Touren können überall dort stattfinden, wo die Leute wandern möchten. Orte, die man in wenigen Stunden mit dem Auto erreichen kann, sind als Startpunkt geeignet – also beispielsweise auch in Österreich oder Südtirol. Besonders achten die Wanderführer auf die Kondition ihrer Schutzbefohlenen und auf deren Ausrüstung. Hier werde oft viel falsch gemacht, erzählt Hoellbauer. Von absolut „overdressed“ bis hin Turnschuhen für eine aufwändigere Tour hat sie schon alles erlebt.

Als Faustregel sollte man sich merken, dass zwei Dinge auf jeder Tour unabdingbar sind: das richtige Schuhwerk und Stöcke. Auch braucht man zum Wandern nicht zwangsläufig einen ausgebildeten Führer. Für die Ortsunkundigen ist es aber sicher eine Erleichterung, zumal sich Alexandra Hoellbauer seit Jahren in der Notfallrettung engagiert. Dieses Wissen und Training kommt ihrer Arbeit zusätzlich zugute:

Ich bringe definitiv jeden wieder runter, das wirkt auf viele zusätzlich beruhigend.

Für das Tegernseer Tal hat Hoellbauer zwei Wandertipps parat: Eine besonders schöne Tour führt auf den Schinder in der Valepp, an der Grenze zu Tirol. Diese Tour ist allerdings recht anspruchsvoll und wird daher geübten Berwanderern empfohlen. Der „Schinder“ mache, so Hoellbauer, seinem Namen alle Ehre.

Als besonders leichte Route für Untrainierte, die aber dennoch schön ist, empfiehlt sie den Tegernseer Höhenweg bis nach Rottach-Egern, dann weiter in Richtung Weissachauen und Wallbergbahn. Dieser Weg hat sehr wenig Steigungen und bietet immer wieder atemberaubende Ausblicke. „Was für uns Einheimische ganz normal und teilweise langweilig erscheint, ist für Gäste meistens superspannend“, weiß Hoellbauer.


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