Valley ergreift seine Chance

Das Mangfalltal versorgt die Stadt München mit Trinkwasser. Daher ist die Region Wasserschutzgebiet. Das bedeutet starke Einschränkungen für die Grundstückseigner. Ende des Jahres müssen die Stadtwerke die Betriebsgenehmigung von Thalham-Nord verlängern. Das will die Gemeinde Valley verhindern.

Die Stadt München zapft ihr Trinkwasser aus dem Mangfalltal.
Die Stadt München zapft ihr Trinkwasser auch im Mangfalltal bei Valley.

Das Münchner Trinkwasser wird seit jeher aus dem Mangfalltal gepumpt. Deshalb ist das gesamte Gebiet von der Stadt München geschützt. Für Grundstücke, die im oder nahe dem Wasserschutzgebiet liegen, gibt es für Bauvorhaben deshalb hohe Auflagen. So musste zum Beispiel auch das Gotzinger Saftpresshäusl auf einen Keller verzichten. Die bürokratischen Hürden wären inzwischen für Kleinigkeiten zu hoch, stellte schon damals Weyarns Bürgermeister Wöhr klar.

Gleich mehrere Wasseranlagen versorgen München: Reisach, Gotzing und Mühltal. Seit über 60 Jahren gewinnt man auch aus den Brunnen Thalham-Süd und Thalham-Nord Wasser. Am 31. Dezember läuft für die Stadtwerke die Genehmigung für letzteren aus. Deshalb haben die Stadtwerke München (SWM) beim Landratsamt Verlängerung beantragt. Doch der Brunnen versorgt bisher nur die Bedarfsspitzen. Auch in Zukunft soll das, laut SWM, so bleiben.

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Trotz den Ärgernissen der letzten Jahre hat der Weyarner Gemeinderat inzwischen zugestimmt. Doch die Gemeinde Valley ergreift die Chance und stellt sich bisher quer. Der Gemeinderat hat eine Stellungnahme eingereicht. Einstimmig lehnt man den Weiterbetrieb des Brunnen Thalham-Nord ab. Geschlossen fordert man das Landratsamt auf, die erneute Ausweisung in ein Wasserschutzgebiet so lange zurückzuhalten, bis festgestellt ist, wie sich die Umnutzung als Notversorgung auf die Wasserschutzgebietsgröße auswirkt.

Keine weiteren Einschränkungen durch unnötige Wasserschutzzone

Da der Brunnen Thalham-Nord nur die Bedarfsspitzen versorgt, ist er für die eigentliche Wasservorsorgung nicht notwendig. Lediglich als Notnagel, da ist sich der Gemeinderat Valley einig. Rückenwind erhält er vom Stadtrat Miesbach, dessen Gebiet ebenfalls von der erneuten Ausweisung in ein Wasserschutzgebiet betroffen wäre. In der Stellungnahme der Gemeinde Valley heißt es:

Gerade weil es sich um eine Anlage handelt, die kaum in Betrieb ist und auch kaum in Betrieb gehen soll, wären die mit einer Wasserschutzgebietsausweisung verbundenen weitreichenden Einschränkungen nicht mehr verhältnismäßig.

Denn man fürchtet, dass die Verlängerung der Wasserschutzzone Thalham-Nord auch die Verfestigung der Grundwasserfassung Reisach zur Folge haben könnte. Ebenfalls könnte der geplante Ausbau des Wasserschutzgebiets Thalham-Reisach-Gotzing im Falle des Weiterbetriebs des Brunnen in Thalham-Nord großflächiger ausfallen als es überhaupt notwenig ist. Laut Valleyer Gemeinderat, müsse das Gesamtausmaß im Voraus eingehend untersucht werden.

Ebenfalls soll demnächst der Effekt auf den Grundwasserstand analysiert werden. Thalham-Nord entnimmt sein Wasser aus der gleichen Grundwasserschicht wie die Anlagen in Reisach und Gotzing. Somit wäre Thalham-Nord sowieso in Sachen Wasserversorgung abkömmlich. Und die Grundstücksbesitzer in seiner Wasserschutzzone müssten nicht weiterhin unnötig eingeschränkt werden, so der Tenor aus dem Gemeinderat Valley.

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