Vereine im Tal: Das „Standortproblem“ der DLRG – Thema auf der Hauptversammlung

Von Redaktion

Ergänzung vom 10. März / 14:04 Uhr
Im vergangenen August ist das größte Problem der DLRG Tegensee – die Suche nach einem neuen Standort – offenkundig geworden. Doch wie uns Bastian Schulte, Stellvertretender Vorstand schreibt hat man das Problem bis heute noch nicht in den Griff bekommen. Es wurden zwar im letzten Jahr mehrere Alternativen verglichen. Aber von einer wirklichen Lösung ist man noch ein Stück weit entfernt.

Ansonsten aber läuft es für die DLRG Tegernsee ganz gut. Ende Februar war erst Jahreshauptvesammlung. Und im Rahmen dessen wurde Bilanz gezogen:

Die DLRG Tegernsee ist in diesem Jahr zu 13 Einsätzen mit der SEG ausgerückt und hat im Sommer wieder für ein sicheres Baden im Strandbad Monte Mare gesorgt. Um diesen Aufgaben gerecht zu werden wurden im vergangenen Jahr Rettungsschwimmer, Ersthelfer und Sanitäter sowie Rettungstaucher ausgebildet worden.

Darüberhinaus hat man auch die Schwimmausbildung forciert. Zum Training, beispielsweise nach Bad Wiessee, kommen im Schnitt bis zu 80 Kinder und Jugendliche pro Woche.
Heuer sollen weitere Schwimmtrainer ausgebildet werden und die Kinderschwimmausbildung wird auf Kreuth ausgeweitet.

Ursprünglicher Artikel vom 07. August:

Wo Seeadler II in Zukunft anlegen wird, muss sich erst noch zeigen

Die Mitglieder der DLRG in Tegernsee haben es zur Zeit nicht leicht. Dort, wo Ihre Hütte schon immer stand, steht seit ein paar Jahren auch die Seesauna. Eigentlich ja nicht grundsätzlich schlimm. Das Doofe ist nur, dass die Stadt Tegernsee den Grund unter der DLRG-Hütte im Rahmen des Saunabaus gleich mit überlassen hat. Und plötzlich hat die DLRG nicht mehr nur eine Hütte am See, sondern eine Hütte im Vorgarten der Seesauna.

Und jetzt möchte der Betreiber der Seesaune natürlich Geld sehen – ist ja auch sein gutes Recht: er hat den Grund schließlich von der Stadt gepachtet. Von mehreren tausend Euro im Jahr ist die Rede. Das können und wollen sich die ehrenamtlichen Wasserretter nicht leisten.

Der Plan: Die Pacht wird abgearbeitet

Ursprünglich war der Plan von Bürgermeister Janssen auch noch ein ganz anderer: Die DLRG sollte für die Sicherheit für das von der Seesauna betriebene Strandbad garantieren. Natürlich am besten 7 Tage die Woche. Der fiktive Stundensatz wird im Gegenzug mit der Pacht für die Hütte verrechnet. Die Seesauna hätte Bademeister umsonst und die DLRG einen Vertrag an der Backe, der mit ehrenamtlichen Helfern so nicht zu realisieren ist – DLRG-Mitglieder haben schließlich auch noch einen Beruf und gehen wie jeder andere Arbeiten.

In der letzten Zeit ist darum der Ruf nach einer neuen Hütte an einem neuen Ort laut geworden. Mit dem Standort am Strandbad ist man auf Seiten der DLRG sowieso nicht mehr richtig Glücklich. Zum einen, weil dort inzwischen ein Hauptberuflicher Bademeister tätig ist und zum Anderen, weil die meisten Tegernseer sowieso nicht mehr ins Strandbad gehen, seit dort die Seesauna das Sagen hat. Außerdem fühlt man sich nach den ganzen Pachtstreitigkeiten dort wohl auch nicht mehr ganz wohl.

Neuer Standort wird schwierig und teuer

Von der Stadt Tegernsee wurde vor rund einem Monat ein neuer Standort an der Point vorgeschlagen. Das ist aber leider nichts geworden, wie Bürgermeister Janssen auf der letzten Stadtratssitzung verkündete: „Das Landratsamt befürwortet nicht den Standort an der Point. Aus landschaftsschutzgründen. Wir denken jetzt an einen Standort zwischen Überführersteg und Überführerhütte. Das ist aber bisher wirklich nur eine Idee.“

Wie es uns vorkommt, kommt der Wunsch aber nicht in erster Linie von der DLRG, sondern von Seiten der Stadt und dem Betreiber der Seesauna. Die DLRG sieht zwar inzwischen auch die Vorteile eines neuen Standortes aber die Kostenübernahme von etwa 100.000 – 150.000 Euro für eine neue Hütte plus Steg, sind bisher noch vollkommen ungeklärt. Nur durch Spenden wird das schwer zu finanzieren.

Dass das Thema nicht einfach wird, lassen auch einige Kommentare bei der Tegernseer Zeitung vermuten in denen sich ehemalige der DLRG zu Wort gemeldet haben. Wir stellen die Kommentare hier einfach mal mit dazu. So kann sich jeder selbst ein Bild über die Stimmung in der DLRG Tegernsee machen:

04.08.10 meint Lorenz Hübsch:
Vorweg: Ich war als Technischer Leiter von 2004 bis Frühjahr 2010 für den Dienstbetrieb der DLRG in Tegernsee mit verantwortlich. Die DLRG Tegernsee hat während dieser Zeit keinen Cent an Zuschuss bei der Stadt Tegernsee beantragt (anders als viele andere ortsansässige Vereine)´, obwohl wir jede Saisaon für laufenden Betrieb, Wartung und Pflege der Ausrüstung und Neuanschaffungen fünfstellige Summen aufzubringen hatten. Dieses wurde rein über Spenden, Seefesteinnahmen aufgebracht. Wir betrachteten die kostenlose Gestellung der Holzhütte (die wir in Eigenregie und eigene Kosten im Innenbereich in den heutigen Zustand versetzt haben) als Anerkennung der Stadt für unsere ehrenamtliche Tätigkeit. Im Frühjahr letzten Jahres konfrontierte uns die Stadt und der Badbetreiber mit dem Bestreben, die Zusammenarbeit auf neue Füße zu setzen. Die DLRG solle ab 2009 mehrere Tausend EURO Pacht / Jahr für die weitere Nutzung der Station bezahlen. Diese Pacht sollten unsere Mitglieder als Bademeister zu einem Stundenlohn von 7 EUR „abarbeiten“. Den eigentlichen Wasserrettungsdienst dürften diese aber während dieser Zeit nicht nachgehen. Nach Schließung des Hallenbades, der 2 jähriger Bauphase mit allen damit verbundenen Schwierigkeiten und nun seit letztem Jahr das „Pistole“ auf die Brust sezten von Seiten der Stadt, hat viele engagierte Mitglieder vergrämt. Diese Form von Geringshätzung jahrzehntelanger ehrenamtlicher Arbeit im Rettungsdienst und in der Jugendarbeit durch die derzeitigen Verantwortlichen der Stadt Tegernsee haben schlußendlich auch mich dazu bewogen, mein Ehrenamt nicht mehr fortzuführen. Als „Valleyer“ Gemeindebürger bringe ich jetzt mein Engagement in der Kommune ein, die auch froh darüber ist………..

FAZIT: Die DLRG will eigentlich nicht aus dem Gebäude, wird aber von Seiten der Stadt und des Betreibers weggemobbt. Jeder Neubau ist entweder eine Verschlechterung der Situation oder aber unbezahlbar.

04.08.10 meint Andreas Probst:
Der Artikel gibt den Sachverhalt durch seine Kürze nur verzerrt wieder. Fakt ist, dass während der gesamten Bauphase des neuen Strandbades Gespräche zwischen DLRG und Stadt Tegernsee abgelehnt oder widerwillig geführt wurden (von Seiten der Stadt). Die Stadt argumentierte immer mit „mangelnden Planungsfortschritt“. Eines Tages war das Strandbad fertig und man versuchte dem Verein die Bedingungen für den weiteren Verbleib zu diktieren. Zu den Ausführungen von Lorenz Hübsch möchte ich ergänzen, dass der Betreiber ursprünglich eine tägliche Badeaufsicht im Sommer an schönen Tagen von der DLRG gestellt haben wollte. Am besten im T-Shirt des Betreibers(!). Erst als die Vereinsdelegation darauf hinwies, dass DLRG-Mitglieder auch einem Beruf nachgehen und werktags meist verhindert sind, schimmerte es den Verantwortlichen, dass dies so nicht funktionieren kann. Hinz wäre bei Akzeptierung dieser Bedingungen durch den Vereinsvorstand ein Satzungsverstoß bei der DLRG hinzugekommen. Das Ergebnis: Die DLRG-Vorstandschaft lehnte die Bedingungen und die Pachtforderungen bekanntlich ab. Ein realistischer Blick ins Strandbad verrät, der einheimische Tegernsee ist dort leider nicht mehr zu finden. Der hat sich längst an der Point eingefunden. So auch manches DLRG-Mitglied. Ein Umzug wäre wünschenswert, aber vermutlich schwer finanzierbar gewesen. Ein von der Stadt angeboetenes Ausweichquartier musste ebenfalls wegen mangelnder Eignung abgelehnt werden. Da man sich während der Bauphase des Strandbades keine Gedanken über die DLRG machen wollte ist es nun zu diesem Ergebnis gekommen. Ich selbst war ebenfalls bis Frühjahr 2010 im DLRG-Vorstand vertreten und entscheidend an den Verhandlungen und Gesprächen mit der Stadt beteiligt. Mein Amt habe ich wie Lorenz Hübsch aus Frustration niedergelegt. Dem Leser dieses Artikels muss auch gesagt sein, dass die Baupläne von der Stadt vorangetrieben werden. Die gesamte heutige Situation hätte vermieden werden können…


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