Vereine im Tal: Die Sir Edmund Hillary Stiftung aus Wiessee

Von Redaktion

Ingrid Versen wird vielen aus dem Tal bekannt sein: Gemeinderätin in Bad Wiessee, freie Journalistin aus und für das Tal und auch sonst defintiv eine der engagierteren Mitbürger. Was allerdings nicht alle wissen, ist, dass Ingrid Versen auch die „Sir Edmund Hillary Stiftung“ in Deutschland ins Leben gerufen hat. Frau Versen hat für uns einen kleinen Artikel geschrieben, in dem Sie die Arbeit der Stiftung und den Werdegang der letzten 20 Jahre aufzeigt. Wirklich spannend und sehr beeindruckend, was man mit persönlichem Einsatz alles erreichen kann!

1990 – 2010
20 Jahre „Sir Edmund Hillary-Stiftung Deutschland e.V.“, mit Sitz in Bad Wiessee

Am 14. September 1990 wurde die einzige „Sir Edmund Hillary-Stiftung“, die es in Deutschland gibt, in Bad Wiessee gegründet. Die Stiftung ist nach dem weltberühmten neuseeländischen Bergsteiger Edmund Hillary benannt, der am legendären 29. Mai 1953 den höchsten Berg der Welt (Mt. Everest 8.8.48 m hoch) in Nepal als erster Mensch bestieg. Dies zusammen mit dem Sherpa Tensing Norgay. Für seine sportlichen Leistungen wurde Hillary von der englischen Königin Elizabeth II. geadelt, als die weltweit sensationelle Meldung am Krönungstag der Queen in London eintraf. Die Expedition fand unter englischer Leitung statt.

Wie trifft eine Wiesseerin mit dem berühmten Bergsteiger zusammen, der am anderen Ende der Welt lebt?

Versen lernte 1986 in Florida/USA den ärztlichen Direktor der Hillary-Stiftung Kanada kennen, der in Toronto/Kanada beheimatet ist. Beide freundeten sich an und 1989 lud Hillary beide ein, mit seiner Familie die Schulen, Krankenhäuser, Krankenstationen und Baumschulen während einer dreiwöchigen Trekkingtour am Fuße des Mt. Everest zu besuchen. Im Mai 1990 fand diese Trekkingtour bis auf 4.236 m Höhe statt.

Erstes Zusammentreffen mit Hillary Mai 1990

Ingrid Versen war tief beeindruckt von dem, was der Neuseeländer für den Volksstamm der Sherpas, die einst aus Tibet flüchten mussten, leistet und bot spontan ihre Hilfe an. Nach Rückkehr aus Nepal schrieb Versen den Reisebericht mit zahlreichen Farbfotos für die Zeitschrift „MEDIZIN HEUTE“ unter dem Titel „Mit Edmund Hillary zum höchsten Hospital der Welt“, worauf 1.500 Leserbriefe aus der ganzen Welt bei Versen eingingen.
Das Zeitungshonorar bildete den finanzielen Grundstock für die Hillary-Stiftung Deutschland e.V., die am 14. September 1990 im Haus von Ingrid Versen in Bad Wiessee gegründet wurde.

Mit den Spenden, welche die deutschlandweit agierende Stiftung in beachtlicher Höhe seitdem erhielt, wird das Krankenhaus in Phaplu unterstützt, das Sir Hillary eigenhändig 1975 baute und heute das größte Distrikt-Krankenhaus des Khumbu-Tales ist.

Geduldig warten die Patienten auf dem Hof des Paphlu- Hospitals auf ihre Behandlung.
Mutter-Kind-Station im Krankenhaus

Jährlich werden dort rund 18.000 – 20.000 Menschen behandelt und ca. 400 Operationen durchgeführt. Sämtliche Spendengelder kommen den Hilfseinrichtungen in voller Höhe zugute, da neben der ehrenamtlichen Tätigkeit der Stiftungs-Vorstandschaft auch die gesamten Verwaltungskosten seit Gründung 1990 aus privater Tasche bezahlt werden. Hierzu gehören natürlich auch die Reisekosten nach Nepal, um die Stiftungseinrichtungen in Augenschein zu nehmen.

Durch die Gründung der Stiftung Deutschland konnte 1991 erstmals Sir Edmund Hillary nach Bayern zu einem Vortrag in Bad Wiessee geholt werden. Großveranstaltungen in München, Garmisch-Partenkirchen, Bad Tölz, Innsbruck, Berlin und Stuttgart schlossen sich an. Auch trat Hillary mehrfach in TV-Sendungen mit Entertainer Thomas Gottschalk auf.

Mit gerade mal 56 Mitgliedern, die in ganz Deutschland verstreut sind, hat die Stiftung bis heute rund 600.000 Euro gesammelt. Prominente Unterstützerin ist Doppel- Olympiasiegerin Maria Riesch. Ihre Mutter Monika Riesch hatte bei einer Trekkingtour 2007 das Hillary-Hospital besucht und spontan ihre Hilfe angeboten, woran sich Tochter Maria, aber auch deren Schwester Susanne anschlossen.

Am legendären 29. Mai des Jahres 2003 (50. Jahrestag der Mt. Everest-Erstbesteigung) wurde Sir Edmund Hillary für sein soziales Engagement vom letzten nepalesischen König zum Ehrenbürger Nepals ernannt. Damit ist Hillary der einige Ausländer, dem je diese Ehre zuteil wurde.

Ehrung durch Sir Edmund Hillary Kathmandu. Die Auszeichnung wiegt mit Kasten 17 Kilo!

Am selben Tag überreichte Hillary beim Festabend im Hyatt-Regency-Hotel seinerseits an Ingrid Versen einen handgeschnitzten Award, als Anerkennung für ihre erfolgreiche Arbeit in Deutschland.

Nach dem Tod von Sir Hillary im Januar 2008 erhielt Versen von der englischen Königin eine persönliche Einladung zur Gedenkfeier auf Schloss Windsor/London am 2. April . Die eindrucksvolle Feier mit 700 geladenen Gästen aus der ganzen Welt fand in der Privatkapelle der Queen St. George statt.

Queen Elizabeth lI lud Ingrid Versen zur Gedenkfeier nach Schloss Windsor ein.

Neun Mitglieder des Königshauses waren anwesend, wobei die Feier sowohl von BBC London als auch von New Zealand TV live übertragen wurde. Die Ehre galt dem Hosenbandordensträger (Noble Order of the Garter) Sir Edmund Hillary. Dieser wurde ihm 1995 für seine sozialen Leistungen von der Queen verliehen. Es ist der höchste Orden Englands, den nur 24 lebende Menschen tragen dürfen und deshalb nach dem Tod zurück gegeben werden muß.

Überreichung des Bundesverdienstkreuzes 2010 an Ingrid Versen durch Staatsministerin Christine Haderthauer am 18. 5. 2010 in München

Am 18. Mai 2010 übergab Bayerns Staatsministerin Christine Haderthauer im Sozialministerium von München an Ingrid Versen das vom Deutschen Bundespräsidenten zuvor verliehene Bundesverdienstkreuz am Bande. Dies vor allem für die Gründung und 20-jährige ehrenamtliche Arbeit für die Hillary-Stiftung Deutschland, gepaart mit 20-jährigem ehrenamtlichem Engagement als Gemeinderätin in Bad Wiessee, inklusive Gründung des Jugendferienprogramms, sowie als Richterin am Amtsgericht Miesbach und Verwaltungsgericht München.

Im Sinne des Stiftungs-Gründers wird die Stiftung Deutschland auch weiterhin engagiert arbeiten, um das Paphlu-Hospital zu erhalten.

Wer sich näher mit der Stiftung befassen möchte oder sich vielleicht sogar selbst engagieren will – sei es über Spenden oder andere Unterstützung, kann sich natürlich direkt an Frau Ingrid Versen wenden:

Sir Edmund Hillary Stiftung Deutschland e. V.
Vorsitzende Ingrid Versen
Sitz Bad Wiessee, Altwiesseer Weg 6
Telefon: 08022 – 8060
Telefax: 08022 – 8 24 76
E-Mail: redaktion@ingrid-versen.de


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