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Was das Artensterben für unsere Vögel bedeutet

Vögel füttern – ja oder nein?

Nicht nur die Existenz der Bienen ist bedroht, auch die heimischen Vögel leiden enorm unter dem Artensterben der Insekten. Doch ist es sinnvoll, Vögel durch die kalte Jahreszeit zu füttern? Ein Experte gibt Antworten.

Vögel sollte man das ganze Jahr über füttern.

Das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ für den Erhalt der Artenvielfalt war erfolgreich. Die 10-Prozent-Hürde wurde bayernweit erreicht. Dass seit 1989 die Masse der Insekten in Deutschland dramatisch geschrumpft ist – an 63 Orten im Bundesgebiet verzeichneten Forscher einen Rückgang um durchschnittlich 76 Prozent – hatte jedoch auch für die heimischen Vögel Konsequenzen. Durch das Sterben der Insekten sind viele Vogelarten um mehr als ein Drittel zurückgegangen.

Doch hilft es, das typische Vogelhäuschen im Winter mit Körnern und Meisenknödel rauszuhängen? „Ja“, sagt Gerhard Kinshofer, Vorsitzender des Landesverbandes für Vogelschutz (LBV) in Miesbach, zum Füttern der Vögel in der kalten Jahreszeit. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen geht er sogar noch einen Schritt weiter: „Laut neuesten Erkenntnissen sollte man die heimischen Vögel das ganze Jahr über füttern.“

Aufgrund des Klimawandels, der zunehmenden Industrialisierung der Landwirtschaft und der extensive Bewirtschaftung durch den Menschen finden die Vögel auch in den Sommermonaten kaum noch Nahrung für den täglichen Bedarf. Der Hunger des Vogelnachwuchses könne laut Kinshofer zwar gerade noch so gestillt werden, aber für die Vogeleltern bleibe dann nichts mehr übrig. „Da freuen sich die Vögel über zusätzliche Nahrung“, so der Experte.

Vogelfutter aus dem Fachhandel

Dennoch gilt es, dabei einiges zu beachten: das Futter sollte in einem trockenen, überdachten Vogelhäuschen bereit stehen. Streut man es einfach auf den Boden, ist die Gefahr der Schimmelbildung hoch, und das wiederum kann schwere Infektionen zur Folge haben.

Außerdem sei es wichtig, die Futterstelle täglich zu reinigen und neu zu befüllen. Augen auf heißt es zudem beim Futterkauf. Kinshofer empfiehlt, dieses im Fachhandel zu erwerben. Dort bekomme man auf jeden Fall die richtige Mischung und kann sicher sein, dass das Futter auf die Bedürfnisse der heimischen Vogelarten abgestimmt ist.

Der Standort ist wichtig

Eine entscheidende Rolle spielt auch der Standort des Vogelhäuschens. Am besten eignet sich ein Busch oder Baum, an dem man es aufhängt. Dieser bietet den Vögeln ausreichend Deckung bei Gefahr im Verzug. Denn eine Futterstelle für Vögel lockt auch gerne Katzen oder Marder an.

Wer keinen Garten hat, kann das Vogelhäuschen auch vor einem Fenster anbringen. Damit die Vögel allerdings nicht gegen die Fensterscheiben fliegen, gibt es im Fachhandel den so genannten „Birdpen“. Mithilfe dieses Stiftes können Muster auf den Glasflächen angebracht werden. Die Vögel erkennen dies als Hindernis und werden vor schlimmen Verletzungen bewahrt.

Wenn man sich für das Füttern der Vögel entscheidet, sollte man dies aber laut Kinshofer regelmäßig tun. Am besten sei es, den Garten naturnah zu gestalten. Da darf dann auch mal ein Brennesselbusch ungehindert wachsen. „So richtig Wuid West“, so der LBV-Vorsitzende mit einem Augenzwinkern.


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