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So kompliziert ist Zug und Bus fahren im Oberland

Von Löwis scheitert am Online-Ticketkauf

Landratskandidat Olaf von Löwis ist es letzte Woche nicht gelungen, ein Ticket online auf der Webseite der Bayerischen Oberlandbahn zu kaufen. Zug- und Busfahren wird immer schwieriger, da waren sich die Teilnehmer der ÖPVN-Tour durch den Landkreis einig. Die JU findet: Hier muss dringend etwas passieren.

Der Kreisverband der Jungen Union hat den designierten Landratskandidaten, Olaf von Löwis (3.v.r.), zu einer ÖPNV-Tour durch den Landkreis eingeladen / Foto: Kreisverband der Jungen Union Miesbach

„Der öffentliche Personennahverkehr ist das Zukunftsthema für unseren Landkreis“, ist sich der Kreisvorsitzende der Jungen Union Miesbach, Thomas Klotz, sicher. Deswegen haben die jungen Konservativen den CSU-Landratskandidaten, Olaf von Löwis, zu einer ÖPNV-Tour durch den Landkreis eingeladen.

In Holzkirchen stellte die Junge Union von Löwis vor die erste große Aufgabe: das günstigste Ticket für mehrere Personen für die BOB-Strecke nach Holzkirchen und für die Busstrecke von Tegernsee nach Agatharied finden. Die Idee, die Tickets online zu kaufen, wurde wegen der Unübersichtlichkeit der Digitalangebote schnell verworfen. Von Löwis kaufte die Tickets letztlich am Schalter – allerdings nur bis Tegernsee. Die Bustickets konnte er erst beim Busfahrer in Tegernsee lösen.

Die Gruppe traf pünktlich am Bahnhof in Tegernsee ein. Dort wurde sie von Heino Seeger empfangen. Der Geschäftsführer der TegernseeBahn erläuterte die Entstehungsgeschichte seines Unternehmens und die Herausforderungen, vor denen der öffentliche und der Schienennahverkehr im Landkreis stehen.

Wir merken, dass wir einen deutlichen Rückgang beim Fahrkartenverkauf haben. Die Leute haben genug von den Schlechtleistungen.

Vor allem Pendler steigen vom Zug aufs Auto um. „Das sehen viele als verlässlichere Alternative“, so Seeger. Noch dramatischer sehe es allerdings bei den Busverbindungen aus. „Da gilt es einiges aufzuholen. Gerade die Forderungen der Kreis-CSU, dem MVV beizutreten und die Oberlandstrecken zu elektrifizieren, sind wichtig, um den ÖPNV voranzubringen“, ist von Löwis überzeugt.

Die Kreis-JU fordert, dass die verantwortlichen Politiker im Landkreis nicht nur verwalten sollten. „Wir müssen auch den Mut haben, uns Gedanken darüber zu machen, wie wir uns in 15 Jahren im Landkreis fortbewegen wollen“, sagt Klotz. Derzeit sieht der Kreisvorsitzende hier aber wenig Ambitionen beim politischen Spitzenpersonal im Landkreis, zumal der Landkreis derzeit das oberbayernweite Schlusslicht bei den Ausgaben für öffentliche Verkehrsmittel ist.

Dies wurde auch von der Ältesten der rund 30 Teilnehmern, die sich an den verschiedenen Stationen der ÖPNV-Tour – darunter die Bürgermeisterkandidaten Gerhard Braunmiller aus Miesbach und Florian Sareiter aus Bad Wiessee – angeschlossen haben, bestätigt. Die Dame aus Dürnbach, die seit 1956 ausschließlich öffentliche Verkehrsmittel im Landkreis nutzt, sagte:

So schlecht wie derzeit war es noch nie.

Früher seien die Busse regelmäßiger gefahren. Für sie sei es einfacher, nach München zu fahren, als öffentlich zum Kreiskrankenhaus in Agatharied zu kommen. „Es sind vor allem die jungen und älteren Bewohner des Landkreises, die auf den ÖPNV angewiesen sind. Wir sollten zum einen mehr Geld investieren, um die derzeit schlechte Situation zu verbessern“, sagt Klotz. Die Busquerverbindungen zwischen den Schienentrassen sollten seiner Meinung nach ausgebaut werden. Ein dichterer Takt mit kleineren Bussen könnte hier ein Lösungsansatz sein. Hier sei der Landkreis in der Verantwortung. Zum anderen sei es wichtig, weiterzudenken.

„Beim Schienenpersonennahverkehr brauchen wir unbedingt eine Elektrifizierung der Bahnstrecken ins Oberland und mehr zweigleisige Streckenabschnitte. Außerdem ist es höchste Zeit, eine zukunftsfähige Lösung des Verkehrsproblems im Tegernseer Tal zu erarbeiten. Dabei darf es keine Denkverbote geben“, so der JU-Vorsitzende.

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