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Wachsender Tourismus rund um den Tegernsee

Von Redaktion

Immer mehr Menschen zieht es im Urlaub an den Tegernsee. Das ist gut für die Wirtschaft, bringt aber mittlerweile auch große Probleme mit sich. Vielen betuchten Urlaubern gefallen die Landschaften und das Lebensgefühl rund um den Tegernsee es so gut, dass sie sich gleich eine Ferienwohnung zulegen. Diese steht dann jedoch die meiste Zeit im Jahr leer und sorgt für zusätzlichen Druck auf den Wohnungsmarkt.

Hohe Kaufpreise und leerstehende Wohnungen lassen die Mieten steigen

Die hohen Kaufpreise lassen ebenfalls die Mieten kräftig steigen, weil Vermieter ihren Kaufpreis über die Miete wieder hereinbekommen wollen. An den Wochenenden kommen auch noch Ausflügler hinzu, die zusätzlich auch Wohnungen über Internet-Plattformen anmieten.

Das führt letztlich dazu, dass es um den Tegernsee herum kaum noch Angebote an freien Wohnungen

gibt oder die Mieten so teuer sind, dass sie für Einheimische nicht mehr bezahlbar sind. Diese müssen sich dann weiter entfernt eine Bleibe suchen und gegebenenfalls zur Arbeit in der Region um den Tegernsee pendeln. Ähnliches kann man auch schon lange Zeit auf Sylt beobachten. Daher macht auch der Begriff „Syltisierung“ die Runde, der genau diesen Zustand ausdrückt. Die als Ferienwohnungen genutzten Wohnungen stehen nicht mehr dem Wohnungsmarkt zur Verfügung und die Immobilienpreise schnellen in atemberaubende Höhen. Die Mieten in Tegernsee und Bad Wiessee liegen bereits über neun Prozent höher als in München.

Am Wochende ist alles belegt

An den Wochenenden kommen zudem immer mehr gut betuchte Menschen aus München und anderen Städten und Regionen. Sie belegen nicht nur die Ferinwohnungen, sondern auch alle Restaurants und am Abend zum Beispiel das Casino in Bad Wiessee. Ohne Reservierung einen Platz im Restaurant oder zu den Casino-Events zu bekommen, ist schon kaum noch möglich. Im Casino kann zwar auch online mobil gespielt werden, was man bei Sloty testen kann. Jedoch lockt die mondäne Atmosphäre in Bad Wiessee mittlerweile viele Reiche an, die hier das besondere Divertissiment suchen. Danach geht’s dann noch in die umliegenden Bars.

Der Bürgermeister von Tegernsee möchte nun am liebsten ein eigenes Zweitwohnungssteuer Modell einführen. Das bisherige Zweistufen-Modell der Zweitwohnungssteuer wurde unlängst vom Bundesverwaltungsgericht gekippt. Das Problem war, dass bei kalkulierten Mieteinnahmen bis 10.000 Euro im Jahr eine Steuer von etwa 900 Euro fällig wurde. Lag die fiktive Miete darüber, wurde eine doppelt so hohe Steuer fällig. Dagegen hatten einige Betroffene nun erfolgreich geklagt und die bisherige Regelung gekippt.

Kein signifikanter Wohnungsbau

Das Problem fehlender Wohnungen wird noch dadurch verstärkt, dass der Wohnungsbau überhaupt nicht hinterherkommt. Es fehlt zum einen bislang, wie fast überall in den Ballungsräumen an ausgewiesenen Flächen. Außerdem haben die Investoren kein wirkliches Interesse daran, Wohnungen mit sozialverträglichen Mieten zu bauen. Sie bauen lieber für Betuchte und verkaufen die Wohnungen dann zu immensen Preisen.

Selbst wenn der eine oder andere sich bereit erklären wollte, Sozialwohnungen zu bauen, sind ihm die staatlichen Förderungen oder sollte man besser sagen Subventionen nicht ausreichend. Die Bundesregierung schiebt alles auf die Länder und Kommunen. Diese sind jedoch mit der Situation oftmals überfordert. Eine richtige Lösung des Problems ist derzeit noch nicht in sich. Die Mietpreisbremse wirkt bei Neubauwohnungen im Luxussegment nicht und ist auch bei Bestandswohnungen sehr problematisch zu kontrollieren. So verhärten sich auch die Fronten zwischen den politischen Verantwortlichen.

Jeder schiebt die Schuld auf den anderen. Anstatt an einer praktikablen Lösung zu arbeiten, gibt es vielerorts nur polemische Metzeleien. Dabei wäre das Problem bei entsprechendem Willen und pragmatischer Handlungsweise durchaus in den Griff zu bekommen. Die Leidtragenden sind die normalen Bürger rund um den Tegernsee. Bei Mieten um 14,50 kalt je Quadratmeter monatlich bleibt vielen nur das Weite zu suchen.

Tourismus muss fair bleiben

Natürlich lebt die Region rund um den Tegernsee sehr gut vom Tourismus. Es muss jedoch auch Grenzen geben, denn eine vollständige Urbanisierung in der Region kann verständlicherweise auch nicht die Lösung sein. Das will auch gar keiner, schon gar nicht diejenigen, die sich hier eine Wohnung kaufen. Sie würden die Gegend bei einem Blick auf Betonklötze anstatt auf das idyllische Berg- und See-Panorama fluchtartig wieder verlassen.


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