Unterwegs mit dem Jäger Michael Herrmann
Waidmannsheil am Wallberg

von Redaktion

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Einst ein Privileg des Adels, hat sich die Jagd zu einem beliebten Hobby entwickelt. Einer von 350.000 Jägern in Deutschland: Michael Herrmann, derzeit noch Geschäftsleiter in Bad Wiessee. Wir haben Herrmann vor einiger Zeit in seinem Revier begleitet.

Seit 2008 arbeitet Michael Herrmann für die Gemeinde Wiessee als Geschäftsleiter. Wie berichtet zieht es den passionierten Jäger ins Nachbartal. Im Tölzer Landratsamt soll der 35-Jährige Leiter des Ausländeramtes werden und dort künftig für das Kreiswahlamt und das Standesamt zuständig sein. Seine Jagd am Wallberg will Herrmann aber trotzdem beibehalten.

Denn dem gebürtigen Bad Heilbrunner wurde die Jagdleidenschaft quasi in die Wiege gelegt. Bereits in Kindheitstagen durfte er seinen ebenso jagdbegeisterten Vater regelmäßig in die Natur begleiten. Im Alter von 14 Jahren machte Herrmann dann auch selbst seinen Jagdschein. Seine schulischen Leistungen hätten es ihm allerdings nicht gedankt, wie er augenzwinkernd hinzufügt.

Der Spaß am Jagen

Besonders das Gebiet an den steilen Hängen des Wallbergs hat es dem Jäger angetan. Hermann jagt vor allem Rotwild, aber auch Gamswild und etwas Rehwild. Das erlegte Tier müsse er dann zunächst mühsam ins Tal ziehen, erklärt er. Anschließend kümmert er sich um die Weiterverarbeitung. Das Fleisch wird küchenfertig entbeint, pariert, vakuumiert und etikettiert und ist am Ende über die Internetseite Herrmanns zu beziehen.

Natürlich sei es auch eine Aufgabe der Jäger, den Bestand auf kranke und schwache Tiere zu überprüfen und diese, wenn nötig, von ihrem Leid zu erlösen. Wichtig sei ihm aber der offene und ehrliche Umgang der jagenden Zunft mit der Öffentlichkeit. Herrmann sagt:

Ich jage zu allererst einmal, weil es mir Spaß macht.

Aus seiner Sicht könne man mit Ehrlichkeit am besten der öffentlichen Kritik an dieser vermeintlich anachronistischen Tätigkeit entgegentreten. Im Vergleich zum Fischen wird das Jagen von Tierschützern häufig kritisiert. Insbesondere auf die „Vermenschlichung“ von Tieren in Filmen führt Herrmann die Kritik zurück. Ein sprechendes Bambi mit großen Rehaugen sei nunmal niedlicher als ein glitschiger Fisch aus dem See.

Dennoch lässt er sich die Freude an der Natur und dem Umgang mit Tieren nicht nehmen. Wenn es die Zeit erlaube, würde er täglich mit seiner Hündin losziehen. Dass er in neun von zehn sogenannten “Ansitzen” mit leeren Händen nach Hause käme, mache ihm nichts aus. “Es ist auch einfach schön in der Natur zu sein und die Ruhe zu genießen”.


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