Ein Münchner auf der Jagd nach Berg-Erlebnissen

Besuch bei 150 Almen im Tal

Über 1300 Almen gibt es in ganz Oberbayern. Und alle haben sie ihren eigenen Charme. Nun hat Gerhard Oelkers in aufwändiger ehrenamtlicher Arbeit eine neues Almverzeichnis erstellt, in der er sämtliche Almen beschreibt. Darunter auch die rund 150 Almen im Tal.

Besonders am Herzen lag ihm dabei, was man in Wanderbüchern sonst nur vergeblich findet: Das wahre Leben der Bauern und wie sie mit ihrem Herzblut die Landschaft prägen.

Das Berggasthaus Galaun
Das Berggasthaus Galaun mit dem Riederstein im Hintergrund

Vierzehn Stationen hat der Kreuzweg zur Kapelle auf dem Riederstein. Bereits seit der Zeit um 1600 errichten Christen jene bebilderten Stationen. Sie zeigen den Weg Jesu von der Verurteilung bis zur Grablegung. Als 15. Station dient das Riedersteinkircherl als Abbild der Grabeskirche von Jerusalem. Dort, wo der Kreuzweg beginnt, befindet sich das Berggasthaus Galaun. In einem neuen Bildband wird es beschrieben.

Berggasthof, Naturfreundehütte, Blockhütte. Der Blick auf den See und Egern wird durch Bäume verstellt. Das Gelände nordöstlich des Berggasthofes ist mit einer hohen Fichtenhecke ausgegrenzt.

Der Band über die Almen im Tegernseer Tal ist der dritte von insgesamt sieben. Lage, Almwirtschaft, -personal und -geschichte, Hütte, Flora und Fauna, Urkunden, all dies hat der Herausgeber dokumentiert. Eine bebilderte Datenbank mit 1.600 Almen ist entstanden.

Die Bände für die Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen, Traunstein und Miesbach sind bereits fertig. Auch ein Begleitbuch mit Register – von A wie Aberg-Alm bis Z wie Zwiesel-Alm ist enthalten. Eine der 709 bewirtschafteten oberbayerischen Almen ist die Galaun-Alm am Riederstein.

Almen vor dem Vergessen bewahren

„Unsere Almen“ hat der studierte Luft- und Raumfahrttechniker seine Reihe genannt. Sämtliche Almen Oberbayerns – nicht nur ein paar ausgewählte – nämlich mehr als 1.300 Almen – hat der Münchner für seine gesamte Reihe besucht und stellt sie in seinem Werk vor. Hier wird auch beachtet, was man in Wanderbüchern vergeblich sucht. Besonders am Herzen liegen ihm die Bauern, deren Durchhaltevermögen man in erster Linie die Landschaftsästhetik – allem voran die der Almen – zu verdanken habe.

Oelkers geht es darum, ein „kulturelles Gedächtnis“ für Almen zu schaffen, um ehemalige Almen und deren Geschichte vor dem Vergessen zu bewahren und um Werte bewusst zu machen, die vorwiegend der Landwirtschaft zu verdanken sind.

Somit wendet sich der Rentner nach seinem aktiven Berufsleben wieder dem zu, was ihn ursprünglich prägte: der Bodenhaftung, die er durch seine Kindheit auf einem Einödhof an der Elbe erfuhr. 150 Almen zwischen Kreuth und Bayrischzell beschreibt der Bergliebhaber in seinem dritten Band für den Landkreis Miesbach. Die Menschen auf den Almen, ihre Geschichten und die der Alm faszinierten den 71-Jährigen derart, dass ihn die Idee zu seiner umfangreichen Reihe nicht mehr losließ.

Fakten, Geschichte(n), Bildmotive

So lockert er die Fakten, die er zu all den Almen zusammengetragen hat, nicht nur durch zahlreiche Bildmotive auf, sondern auch durch Besonderheiten wie die, dass am Berggasthaus Galaun eine uralte Eibe steht oder die Information, dass die eigentliche Almwirtschaft bereits vor 1910 eingestellt wurde.

Auch Geschichten, Legenden und Geschichtliches untermalen die Fakten. Am Taferl am Riederstein findet sich beispielsweise jene Inschrift: „Am 28. August 1897 wurden bei Wegbauarbeiten die Gebeine des Wildschützen Leonhard Pöttinger in St. Quirin gefunden, welcher von einem Pirschgang am 29. Oktober 1861 nicht mehr zurückkehrte.

neuhuettenalm

Im vergangenen Jahr fanden die Leser der Tegernseer Stimme regelmäßig Hüttentests unserer Redakteure. Gleichzeitig tauchen immer wieder allgemeingültig Tipps auf, was man beim Wandern beachten sollte. Das Almenverzeichnis von Gerhard Oelkers stellt eine willkommene Ergänzung dazu dar.

Im laufenden Jahr möchte er alle Bände herausgeben, soweit es sein gesundheitlicher Zustand erlaubt. Da er deshalb nicht mehr alles selbst machen kann, hofft er auf Interessierte, die sich an dem Projekt beteiligen. Die Bände über das Berchtesgadener Land sowie Rosenheim stehen noch aus.

Gemüsehändler, die frisches Obst nach Hause liefern, Restaurants, die Tagesgerichte durch offene Fenster verkaufen: Unternehmen im Oberland werden erfinderisch im Überlebenskampf gegen die Corona-Krise. Nur müssen die Menschen im Tegernseer Tal und darüberhinaus auch von diesem Erfindungsreichtum erfahren.

Um diese über den ganzen Landkreise verteilten Angebote übersichtlich zu bündeln, hat die TS eine Karte entwickelt: “das Tegernseer Tal schafft's” vernetzt kleine Unternehmer mit ihren Kunden. Wenn Sie, gegen einen Unkostenbeitrag, mit in der Karte und auf der Tegernseer Stimme aufgenommen werden möchten, melden Sie sich direkt bei uns.

Martina von Dall`Armi E-Mail martina@tegernseerstimme.de Tel 08022 / 509 21 20

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