Meinungsäußerung in den Foren der Stimme
Wann Kommentare löschen Spaß macht

von Marius Mestermann

Wir als Medium geben euch mit Freude eine Stimme. Ihr dürft loben, lachen, quengeln und gerne auch mal grantig sein. Denn viele Themen, über die wir berichten, sollten unbedingt öffentlich und mit Leidenschaft diskutiert werden. Hier erfahrt ihr, warum wir trotzdem manchmal auf „stumm“ schalten – und es uns danach besser geht.

Jeder hat das Recht auf freie Meinungsäußerung. Doch das endet oft dort, wo die Rechte anderer beginnen. (Bild: Collage/freedigitalphotos.net/stockimages)
Jeder hat das Recht auf freie Meinungsäußerung. Doch das endet oft dort, wo die Rechte anderer beginnen. (Bild: Collage/freedigitalphotos.net/stockimages)

Ein Kommentar von Marius Mestermann

Vielerorts sind Nörgler ja verschrien. Immer gibt es was auszusetzen, nie ist es wirklich ruhig. Doch wir in den Redaktionen der “Stimme” schätzen auch Nörgler. Schließlich haben wir einiges gemeinsam: Wieder und wieder auf Themen hinweisen, die sonst vielleicht untergehen würden. Kritik üben. Neue Perspektiven aufzeigen. Und auch mal überdeutlich werden. Der rege Meinungsaustausch macht nicht nur uns, sondern auch vielen Lesern Spaß.

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Man könnte diesen Beitrag zu den Kommentaren auf der Stimme nun elegant abkürzen und wie üblich auf unsere – nicht gerade versteckte, weil unter jedem Artikel verlinkte – Netiquette verweisen. Und das sei der Form halber auch getan. Da steht ziemlich ausführlich, was geht und was nicht. Aber vielen Lesern reicht das heute nicht mehr.

Denn in einer Zeit, die von Medienskepsis und schwindendem Vertrauen in den Journalismus geprägt ist, hört und liest man immer öfter: Ihr müsst euch nicht wundern, dass die Leute Lügenpresse schreien. Ihr zensiert doch. Oder: Warum wurde mein Kommentar gelöscht, vertragt ihr keine Gegenmeinung?

Kommentare gehören zur Stimme dazu

Und irgendwo kann man das Misstrauen auch verstehen, schließlich sitzt der Redakteur eindeutig am längeren Hebel. Kommentare verbergen, löschen, kürzen – all das ist technisch möglich, kleine Unterschiede gibt es je nach Plattform. Ob auf Facebook oder direkt bei der Stimme – wir haben bei der Moderation zwar meist die volle Kontrolle. Aber mal im Ernst: Benutzen Schiedsrichter ihr Freistoßspray als Sahneersatz und Rasierschaum, nur weil sie es können?

Der Erfolg der Tegernseer und Holzkirchner Stimme beruht unter anderem auf der folgenden Tatsache: Ihr lest und kommentiert unsere Artikel. Nur so macht das Konzept der „Stimme“ wirklich Sinn. Und deshalb arbeiten wir daran, euch immer die aktuellsten Themen so vollständig wie irgend möglich zu präsentieren. Wir sind auch ganz bestimmt nicht vom Neid auf den Airbus-CEO getrieben, sondern von der Suche nach der Wahrheit. Doch bei vielen Themen gibt es sie leider nicht, die absolute Wahrheit. Da kommt es auf Meinungen an, auf Standpunkte und Überzeugungen. Wie langweilig wäre unsere Arbeit ohne die, die leidenschaftlich mitdiskutieren?

Aber man muss auch ehrlich sein: Manchmal macht Kommentare löschen Sinn, und ab und an sogar ein wenig Spaß. Dann schieben wir liebevoll die Maus über den Bürotisch, steuern den Zeiger auf den Button. Klicken. Und löschen einen Kommentar, weil er Asylbewerber als „Buschmänner“ bezeichnet. Oder weil er nicht mehr Inhalt bietet als „Du hast ja echt einen Vollschaden!“ Und es fühlt sich gut an, denn dann kann die Diskussion wieder auf einem Niveau weiterlaufen, zu dem man sich nicht allenthalben runterbücken muss.

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