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Illegaler Verkehr zwischen Moosrain und Finsterwald

Warum die Ausweichstrecke nicht gesperrt wird

Von Redaktion

Die kleine Straße zwischen Finsterwald und Moosrain wird bekanntlich gerne als Abkürzung genommen – vor allem, wenn es sich auf der Hauptstraße ins Tal staut. Dabei ist Strecke für den normalen Verkehr überhaupt nicht freigegeben. Zudem hinterlassen Autos dort nicht selten auch Schäden. Doch warum handelt die Gemeinde nicht?

Kaputte Zaunpfähle entlang der Strecke ‚An der Bahn‘.

Umgefahrene Pfosten und kleine Autoteile zieren derzeit die kleine Verbindungsstraße ‚An der Bahn‘ zwischen Finsterwald und Moosrain in Gmund. Ein PKW ist vermutlich etwas von der Straße abgekommen und hat die Zaunpfosten umgefahren.

Abkürzung, wenn sich’s staut

Die Straße wird bekanntermaßen oft und gerne von ortskundigen Einheimischen als Abkürzung genutzt, wenn es sich auf dem Weg ins Tegernseer Tal mal wieder staut. Durch einen kleinen Wald und entlang einiger Bauernwiesen kann man so dem Verkehr entgehen. Problematisch: Der normale Verkehr darf auf dieser Strecke überhaupt nicht fahren.

„Die Straße ‚An der Bahn‘ ist mit Ausnahme von landwirtschaftlichem Verkehr und Radfahrern nicht für den allgemeinen Verkehr freigegeben“, erklärt Florian Ruml, Geschäftsleiter der Gemeinde Gmund. Er betont:

Es ist bedauerlich, dass dieses Verbot von manchen Verkehrsteilnehmern missachtet wird.

Doch nicht nur von Autofahrern wird die Strecke genutzt – auch Spaziergänger und Hundebesitzer laufen gerne entlang der Wiesen zwischen Moosrain und Finsterwald. „Leider gibt es auch manche Gassigeher, die am Rand der Straße parken und dazu zunächst verbotenerweise die Straße befahren“, so Ruml.

Strittiges Thema seit Jahrzehnten

Doch warum wurde die Straße bisher nicht für den Allgemeinverkehr gesperrt? Ruml gibt zu: „Eine Sperrung der Straße durch Pfosten ist ein umstrittenes und daher bereits lange diskutiertes Thema.“ Laut Geschäftsleiter wurde eine solche Sperrung bereits erstmals vor über 30 Jahren in Erwägung gezogen.

Zweimal wurde sie im Gemeinderat abgelehnt, einmal im Rahmen einer Fraktionssprechersitzung und zwar 1987, 2003 und 2015. Erst im September 2021 erreichte die Gemeinde erneut eine Beschwerde, dass die Straße immer wieder illegal von Autos genutzt wurde.

Bisher bliebt die Strecke aufgrund der landwirtschaftlichen Wiesen frei.

Der Grund, warum die die Strecke nach wie vor frei ist, sind die dort liegenden Bauernwiesen. „Eine Sperrung durch Pfosten erschwert die Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Grundstücke“, so Ruml. Doch selbst unter den Landwirten gab es zu diesem Thema keine Einigkeit. Einige stimmten Pfosten zu, andere lehnten sie ab.

Letztlich wurde seitens der Gemeinde dementsprechend dreimal entschieden, dass „eine bauliche Maßnahme für eine Sperrung das letzte Mittel bleiben sollten.“ Um jedoch nicht komplett untätig zu bleiben, habe die Gemeinde Gmund die Polizei ausdrücklich um entsprechende Kontrollen auf der Strecke gebeten.

Polizei führt Kontrollen durch

Diese Kontrollen führt die Polizeiinspektion Bad Wiessee durch. Aus der Inspektion heißt es: „Ja, die Polizeiinspektion überprüft dort im Rahmen des Streifendienstes. Bei Verstößen wird geahndet.“ Es sei jedoch nicht so, dass auf dieser Straße Autos immer Unfälle bauen. Soetwas passiere an vielen Stellen. „Wenn viel Verkehr ist, wird über unerlaubte Strecken abgekürzt“, wissen die Beamten der Inspektion.

Ob Pfosten als Sperre oder nicht sei außerdem keine Frage mit der sich die Inspektion beschäftigt – das sei Sache der Gemeinde Gmund. „Wenn die sagen, machts zu, dann machen wir zu“, betont Andreas Löffler aus der Polizeiinspektion abschließend.


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