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Aufreger des Jahres Platz 1: Der vorgetäuschte Sexualdelikt

Was die Lüge eines Mädchens anrichtete

Von Marius Mestermann

Als die Polizei Ende Juli bekanntgab, man habe drei junge Männer wegen versuchter Vergewaltigung verhaftet, waren die Reaktionen heftig. Auch, weil es sich bei den 18-Jährigen um Asylbewerber handelte. Doch der Vorfall war gar keiner. Das vermeintliche Opfer hatte gelogen. Daher ist es kein Zufall: Der meistgelesene Artikel im Jahr 2015 ist zugleich auch Teil der Aufregergeschichte Nummer 1.

Die fragliche Situation spielte sich am Holzkirchner Bahnhof ab - jedoch anders, als zunächst vom vermeintlichen Opfer geschildert.
Die fragliche Situation spielte sich am Holzkirchner Bahnhof ab – jedoch anders, als zunächst vom vermeintlichen Opfer geschildert.

Drei junge Männer, aus Afghanistan nach Deutschland gekommen, nahm die Polizei in der Nacht auf den 23. Juli 2015 in Föching fest. Der Grund: Eine 19-jährige Holzkirchnerin hatte die drei 18-Jährigen des Versuchs der Vergewaltigung bezichtigt und stellte sich selbst als Opfer dar.

Die Meldung löste einen regelrechten Aufruhr in den Diskussionsforen der Region aus, sogar eine Seite zur Sammlung krimineller Aktivitäten von Asylbewerbern wurde gegründet. Doch nur zwei Wochen später präsentierte die Polizei überraschende Ermittlungsergebnisse: Das vermeintliche Opfer hatte gelogen und dies gegenüber den Beamten zugegeben – jedoch erst, nachdem man sie mit den Aussagen eines Zeugen konfrontiert hatte.

Erleichterung bei Landratsamt und Bürgern

Infolge der plötzlichen Kehrtwende zeigten sich nicht nur Landratsamt und Bürgermeister, sondern auch viele Bürger erleichtert. Daraufhin verschwand auch die Facebook-Seite „Asyl Watch Landkreis Miesbach“ von der Bildfläche – kurz nachdem Anzeige wegen Volksverhetzung gegen die Betreiber gestellt wurde.

Die HS beteiligte sich unter anderem mit einem Faktencheck an der Aufarbeitung des Vorfalls. Holzkirchens Bürgermeister Olaf von Löwis resümierte:

Die Konsequenz daraus muss sein: Man darf nie jemanden vorverurteilen oder die Asylbewerber alle in einen Topf schmeißen. Wir hoffen, dass sich durch diese Wendung die Wogen etwas glätten.

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