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Yachtclub stellt neue Bleibe für Wiesseer Polizeiboot

Plädoyer für (neues) Polizeiboot

Von Magdalena Gammel

Aktualisierung vom 24. Februar 2015 / 10:11 Uhr
In der Stadt Tegernsee herrscht Unverständnis über die Notwendigkeit eines Polizeibootes am Tegernsee. Hier stellt man sich die Frage, ob es überhaupt ausreichend viele Beamte auf den Straßen gibt. Doch Peter Kathan, Erster Vorsitzender des Yachtclubs Bad Wiessee, zeigt auf, warum ein Polizeiboot auf dem See sinnvoll ist.

Das Polizeiboot soll auch weiterhin für Recht und Ordnung auf dem Wasser sorgen.
Das Polizeiboot soll auch weiterhin für Recht und Ordnung auf dem Wasser sorgen.

Nach langer Suche hat das Polizeiboot der Polizeiinspektion Bad Wiessee endlich eine neue Bleibe. Der Yacht-Club Bad Wiessee hat das eigene Ufergrundstück als Unterstellmöglichkeit angeboten. Doch seitens der Stadt Tegernsee hagelt es Kritik, ein Polizeiboot am Tegernsee sei nicht zwingend notwendig. Peter Kathan, Erster Vorsitzender des Yacht-Clubs Bad Wiessee, erklärt heute, warum ein Polizeiboot sehr wohl sinnvoll und notwendig ist.

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Mit einer Gesamtfläche von rund 8,9 Quadratkilometern werde der Tegernsee in vielerlei Hinsicht als öffentliche Verkehrsfläche genutzt. Nicht nur touristisch und sportlich, sondern auch gewerblich ist am See sowohl im Sommer, als auch in den Wintermonaten einiges los, berichtet Kathan.

Der Sportbetrieb am Tegernsee umfasse rund 300 Segelboote, zahlreiche Surfer und Kitesurfer, gewerbliche Bootsvermieter für Elektro-, Ruder- und Tretboote. Weiter kommen noch gewerbliche Segelbootvermieter, Eventveranstalter und mehrere Segelschulen hinzu. Kathan weist zudem noch auf die staatliche Seenschifffahrt mit ihrem umfangreichen Linienverkehr hin. „Ferner dient der Tegernsee aber auch als Ausflugs-, Fremdenverkehrs- und Naherholungsziel“, erklärt er in seiner Stellungnahme.

Polizei sieht sich für Naturschutzbereiche des Sees verantwortlich

Dabei zähle zu den Aufgabenbereichen der Polizei neben der Sicherung dieser zahlreichen Bootsfahrer auch die Überwachung der Naturschutzbereiche. Hierzu gehören zum Beispiel die Ringseeinsel und die verschiedenen Schilfzonen rund um den See.

In der Tegernseeschutzverordnung sei festgelegt, dass der Schutz dieser Zonen nicht zu vernachlässigen sei, so Kathan. Deshalb hält er es für unumgänglich, ein Polizeiboot auf dem Tegernsee zu stationieren. Ferner weist er auch auf die Meisterschaften und Regatten des Yacht-Clubs Bad Wiessee hin:

Bei diesen wurden in den letzten Jahren die vor Ort befindliche DLRG und Wasserwacht gerade an Wochentagen von dem auf Streife befindlichen Polizeiboot unterstützt.

Außerdem sollte nicht unerwähnt bleiben, dass die Polizei nach den Seefesten nachts auf dem See patrouilliert. Kathan stellt zufrieden fest, dass es in den vergangenen Jahren am Tegernsee zu keinen größeren Zwischenfällen kam. „Aus Sicht des Yacht-Clubs ist die Notwendigkeit eines Polizeibootes am Tegernsee unbestritten“, so Kathan.

Laut Kathan soll das rund 25 Jahre alte Polizeiboot sogar in den nächsten Jahren durch ein moderneres Einsatzboot ersetzt werden. Wann und in welchem Umfang dies umgesetzt werden soll, steht aktuell aber noch nicht fest.

Ursprünglicher Artikel vom 18. Februar 2015 mit der Überschrift: Was für das Boot geboten wird.

Seit knapp fünf Jahren ist die Polizei Bad Wiessee nun schon auf der Suche nach einem passenden Standort für eine neue Bootshütte. Nach langem Hin und Her scheint dieser nun endlich gefunden zu sein – und zwar durch die Hilfe des Yacht Clubs Bad Wiessee. Doch ist so eine Polizei wirklich notwendig?

Altes Bootshaus der Polizei Bad Wiessee in Rottach
Das alte Bootshaus der Polizei Bad Wiessee in Rottach-Egern.

Seit 2010 sucht die Polizei Bad Wiessee nun schon nach einem passenden Standort für ein neues Bootshaus. Die Ursprüngliche Idee war ein Bootshaus mit 16 Metern Länge und 7 Metern Breite, am besten an der Söllbachmündung. Doch dagegen protestierte der damalige Fischereidirektor Peter Wißmath.

Wie berichtet, sprach er sich gegen diesen Standort für die Bootshütte aus, da dort seit Jahren die von den Fischern künstlich befruchteten Seeforellen-Eier vergraben würden. Ein Fisch, der vom aussterben bedroht sei und durch die neue Hütte und das Motorboot akut gefährdet würde.

Daraufhin kreisten die Überlegungen um das Ufergrundstück nahe des Medical Park St. Hubertus. Doch dagegen erhoben die Klinikbetreiber Einspruch. Die schwimmende Holzhütte würde die Aussicht versperren.

Momentane Bootshütte zu weit weg

Eine neue Hütte sei aber wichtig, weiß Wilhelm Sigel, Leiter der Polizeidirektion Bad Wiessee. „Die alte Hütte liegt in Rottach, dorthin müssen wir erst mit dem Auto fahren, um überhaupt zum Boot zu gelangen. Das kostet wertvolle Zeit.“ Zudem war und ist die alte Bootshütte stark renovierungsbedürftig.

Peter Kathan, Vorsitzender des Yacht Clubs Bad Wiessee, bot schließlich eine Lösung an. „Er ist auf uns zugekommen und hat uns das Ufergrundstück des Yacht Clubs angeboten“, so Sigel. Ein Glück für die Polizei Bad Wiessee, denn dieser Standort erfüllt die wichtigste Bedingung: Er liegt nahe an der Polizeiinspektion.

„Uns war es wichtig, das Polizeiboot am See zu haben“, erklärt Kathan. Schließlich werde der See immer stärker genutzt. Nicht nur von Wassersportlern, sondern auch durch Events. „Ich hatte das in den Medien ein bisschen verfolgt und bin auch schon des Öfteren an der eher maroden Bootshütte vorbeigesegelt. Schließlich haben wir uns im Vorstand zusammengesetzt und einstimmig beschlossen, für die Polizei Bad Wiessee gerne einen Teil unseres Grundstücks aufzugeben“, so Kathan.

Wichtig war ihm von Anfang an nur, dass das Bootshaus ausschließlich seinen Zweck erfüllt, ohne großes Drumherum: „Es wird um einiges kleiner sein als beispielsweise das vom Bootsverleih Rixner.“ Nun freue man sich über die Einigung und wolle ein glückliches Miteinander, erklärt Kathan.

Wozu überhaupt ein Polizeiboot?

Doch benötigt die Polizei überhaupt ein Boot? Schließlich gibt es ja noch die Wasserwacht. „Man kann Äpfel nicht mit Birnen vergleichen“, glaubt Sigel. Die Wasserwacht übernehme einen ganz anderen Aufgabenbereich. „Deren Hauptaufgabe ist die Sicherheit am und im See. Natürlich sorgen wir auch dafür, aber grundsätzlich obliegen uns andere Aufgaben.“

Zu diesen zählen neben Überwachung von Umwelt- und Personenschutz auch die Überprüfung der Fischer, um illegalen Fischfang zu verhindern. Zudem kümmern sich die Beamten um die Einhaltung ausgewiesener Sperrzonen, die von Booten nicht befahren werden dürfen, sowie um die Sanktionierung von Wasserverschmutzungen.

Alles Weitere zur neuen Bootshütte der Polizei Bad Wiesse wird heute Abend in der öffentlichen Bauausschusssitzung besprochen. Diese beginnt um 18:30 Uhr im Sitzungssaal des Tegernseer Rathauses.


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