Was lange währt …

Über ein halbes Jahr zog sich die Neuverteilung der Fraktionssitze im Wiesseer Bauausschuss hin. Jetzt scheint es so, als würden die endgültigen Sitze endlich feststehen. Das Losglück lag diesmal eindeutig bei der CSU. Trotzdem konnten am Ende wieder nicht alle Fragen geklärt werden.

Endlich konnte die neue Besetzung des Bauausschusses verlost werden
Endlich konnte die neue Besetzung des Bauausschusses verlost werden.

„Die unendliche Geschichte“ – oder auch: „Was lange währt, wird – hoffentlich – endlich gut“. Der Austritt von Beate Meister aus der ranBW im Oktober brachte den Wiesseer Gemeinderat ordentlich ins Straucheln. Klar war, dass die Sitze im Bauausschuss neu verteilt werden mussten. Nicht klar war dagegen, wie.

And the Winner is …

Sechs Sitze sind im Bauausschuss fest vergeben. Jeweils zwei an die CSU und den Wiesseer Block sowie jeweils einer an die Gruppe Thim/Neresheimer und die SPD. Gestern Abend, sieben Monate nach Eintritt der Ausgangssituation, waren nun endlich alle offenen Fragen beantwortet und es konnten die fehlenden beiden Sitze verlost werden.

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In den Topf kamen diesmal vier Lose – CSU, SPD, FWG und Beate Meister. Gezogen wurden CSU und SPD. Damit mussten die Freien Wähler einen Sitz im Ausschuss wieder abgeben – Birgit Trinkl verzichtete freiwillig. Die CSU schickt Kurt Sareiter wieder in den Ausschuss. Beate Meister ist nicht dabei. Die Sitzverteilung lautet also jetzt: drei CSU, zwei FWG, zwei SPD und eine Thim/Neresheimer.

Die (unendliche) Vorgeschichte

Mit einem Losverfahren sollte die Sache ursprünglich eigentlich schnell abgehandelt sein. Die CSU, die bei der ersten Verlosung jedoch einen Platz im Ausschuss einbüßen musste, war mit dem Verfahren nicht einverstanden und ließ die ganze Sache von der Kommunalaufsicht prüfen. Die zu prüfende Frage: Kann nur eine Gruppe, oder auch eine Einzelperson, wie Beate Meister, in den Bauausschuss gewählt werden? Beim ersten Losverfahren wurde nämlich der Name von Beate Meister nicht mit in den Topf geworfen.

Die Regierung von Oberbayern prüfte also und stellte fest: Ja, auch Beate Meister muss bei der Verlosung berücksichtigt werden. Schon in der vergangenen Sitzung wollte der Gemeinderat die Sitze neu auslosen. Nicht eingeplant war dabei eine eigentlich harmlose Frage von Meister: „Wer vertritt mich, wenn ich krank bin?“

Da diesen Fall bisher niemand bedacht hatte, entschied Bürgermeister Peter Höß, die Neuverteilung erneut zu vertagen und die Kommunalaufsicht mit der Beantwortung der Frage zu beauftragen. Die Regierung erklärte jetzt, dass für Beate Meister im Krankheitsfall keine Vertretung nötig sei.

Fragen über Fragen

Nach der zweiten und hoffentlich korrekten Verlosung gestern Abend musste der Rat der Neuverteilung der Sitze noch zustimmen. Da kam jedoch erneut eine Frage auf, die kurz für Verwirrung sorgte: „Was ist, wenn wir jetzt mehrheitlich dagegen stimmen würden?“, wollte Jupp Brenner wissen.

Darauf wusste keiner so recht eine Antwort. Einig war man sich aber, dass es nicht wirklich zielführend sei. So wurde die Neuverteilung mit zwölf zu vier Stimmen mehrheitlich befürwortet. Damit darf Bad Wiessee am 28. Mai die erste Bauausschusssitzung in der neuen Besetzung abhalten.

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