Großes Bauloch in Wiessee
Was passiert im Haslberger-Land?

von Nina Häußinger

Seit sieben Jahren gibt es am Bauer in der Au keine Gastronomie mehr. Stattdessen erweitert Eigentümer Franz Josef Haslberger regelmäßig sein Anwesen. Jetzt wird wieder gebaut.

Am Bauer in der Au steht wieder ein großer Kran

Seit 2013 gibt es die beliebte Alm in Bad Wiessee nicht mehr – jedenfalls nicht für den gewöhnlichen Ausflügler und Wanderer. Bräustüberlwirt und Pächter Peter Hubert hörte damals auf. Seitdem ist es still geworden am Bauer in der Au.

Der Freisinger Baustoffunternehmer Franz Josef Haslberger hat sich ein schönes Reich aufgebaut. Viele Zäune, viel Pflaster. Wer da oben spazieren geht, glaubt, in einem eigenen Reich zu sein. Schon 2016 beantragte er außerdem statt eines bestehenden Holzschuppens Stallungen in Massiv-Stadelbauweise errichten zu dürfen – mit Unterkellerung und Verbindung zur bereits entstandenen Tiefgarage. Das Unverständnis im Wiesseer Gemeinderat war damals groß. Diskussionen um die landwirtschaftliche Privilegierung im Außenbereich hatten sie über Jahre mit Halsberger.

Gemeinderat hatte Zweifel

Dabei ging es auch um den Wiederaufbau des ehemaligen Gutshofes Bauer in der Au. Aber die Begleitumstände für den Wiederaufbaufbau des einst größten Hofes gefiel vielen nicht. Zuviel Verkehr im Außenbereich war ein Argument. Haslberger konnte bislang keinen bäuerlichen Betrieb nachweisen. Der Gemeinderat befürchtete, dass Haselberger es so durch die Hintertür versuche.  An eine großangelegte Viehaltung, quasi vom Baustoffhändler zum Bauern, wollte nämlich keiner so recht glauben.

Einig war man sich jedenfalls, dass man dem Vorhaben nur zustimmen könne, wenn es sich um ein ‘privilegiertes’ landwirtschaftliches Bauvorhaben handele. Das müsse aber das Landratsamt entscheiden. Der Gemeinderat befürwortete das Vorhaben damals mit sieben gegen eine Stimme.

Schuppen mit Keller genehmigt

Auf Nachfrage teilt nun das Landratsamt mit, dass schon am 08.01.2018 die Genehmigung zum Abbruch und Neubau eines landwirtschaftlichen „Schuppens“ erteilt wurde.

„Der Schuppen dient der Unterbringung von Stallungen sowie einer Hackschnitzel- und Heutrocknungsanlage“, erklärt Beate Faus vom Landratsamt Miesbach. (inkl. der erforderlichen Technikräume). Zudem sei auch eine Güllegrube und eine Miststatt genehmigt. Das Gebäude hat in etwa die Abmessungen von 43 mal 11 Meter. Auch eine Unterkellerung wird es in einem Teil des Schuppens geben. Hier sollen die Technikräume Platz finden. Haslberger scheint mit seinen Farmer-Ideen ernst gemacht zu haben. Glaubt zumindest das Landratsamt.


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