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Hilfe wird immer noch benötigt

Was Rottach für die Flüchtlinge tut …

Von Nina Häußinger

Am Tegernsee werden die Flüchtlinge aus der Ukraine weiterhin herzlich empfangen. Die engagierten Talbewohner bilden Helferkreise und vernetzen sich. In Rottach kamen letzte Woche 100 Menschen zusammen. Was hier jetzt geplant wird.

Auch in Rottach hat meinen Plan für die ankommenden Flüchtlinge

In der Seegemeinde Rottach-Egern leben derzeit schon über 50 Flüchtlinge aus dem ukrainischen Kriegsgebiet. Viele von ihnen sind auch beim „1. Initialtreffen“ dabei, was den Initiator und auch Moderator des Treffens, Thomas Tomaschek, Grüner Gemeinde- und Kreisrat, sehr freut. So berichtet er tags drauf begeistert am Telefon:

Das war ein großartiges Treffen. Wir waren fast 100 Personen, davon 30 Flüchtlinge. Ein konstruktiver Start mit vielen tollen Ideen und Angeboten.

Das Treffen fand in den Räumlichkeiten der evangelischen Kirche in Rottach statt. Der Zweck der Zusammenkunft sei es laut Tomaschek gewesen, Geflüchtete, Gastfamilien und Helfer zusammenzubringen. Die Sprachbarriere überbrückte dabei Dr. Christine Otsver. Sie übersetzte alles ins Russische und zurück.

Auch Sabine Tomaschek vom Helferkreis war sehr angetan von dem großen Engagement der Menschen in der Seegemeinde. Die Frau des Lokalpolitikers beschrieb die Aufgabe des neuen Helferkreises darin, den Flüchtlingen eine „umfassende Hilfe“ anzubieten, um so auch die Integration der neuen Mitbürger im Tal zu gewährleisten.

Zur Einführung stellte Max Niedermeier, der Integrationsbeauftragte, allen Anwesenden die bestehenden Hilfsstrukturen im Landkreis vor. Anschließend berichtete Olga Denisov über die Arbeit ihres Vereins „Hilfe von Mensch zu Mensch“, der Geflüchtete dabei unterstützt, den neuen Alltag in Deutschland zu meistern.

Lehrermangel sorgt für Schwierigkeiten

Danach beschäftigten sich Ulrich Throner, Rektor der Grund- und Mittelschule in Rottach, sowie Barbara Schneckenbach von der Leitung des Kindergartens St. Josef mit dem Nachwuchs. Der Rottacher Schulleiter, der auf seiner Schule bereits die ersten Kinder und Jugendlichen aus der Ukraine aufgenommen hat, bat den Helferkreis um Unterstützung. Der Lehrermangel gestalte die Bildung zusätzlicher Angebote wie Willkommensklassen sehr schwierig. Spontan meldeten sich eine Pädagogin und ein Sportlehrer aus der Ukraine und boten ihre Unterstützung an. Das freute Throner:

Diese Unterstützung ist hochwillkommen. Bitte melden Sie sich bei uns.

Schneckenbach bedauerte, im Kindergarten selbst die Kleinsten der Flüchtlinge nicht betreuen zu können. Die Kapazitäten seien schon jetzt erschöpft. Sie regte jedoch an, eine Spielgruppe, betreut von den ukrainischen Müttern, zu eröffnen. Auch für diese Aufgabe meldeten sich gleich mehrere Menschen. Nun wird nach einem geeigneten Raum in Rottach gesucht.

Bürgermeister Christian Köck (CSU) war verhindert, selbst an dem ersten Kennenlernen teilzunehmen, doch kam die dritte Bürgermeisterin Gabriele Schultes-Jaskolla der Gemeinde mit einem Überraschungsgeschenk in die Runde. Alle bereits „offiziell gemeldeten ukrainischen Gäste“ erhielten von Schultes-Jaskolla ein „Begrüßungsgeld“ von 100 Euro pro Person.

Diese Zahlung solle, so die Bürgermeisterin, die schwere Zeit überbrücken, bis die angekündigten Sozialleistungen für die Flüchtlinge vom Staat ausgezahlt werden. Alle nicht anwesenden Flüchtlinge, die ebenfalls schon bei der Gemeinde registriert seien, können sich auch das „100 Euro Begrüßungsgeld“ im Rathaus abholen, ergänzte Schultes-Jaskolla.

Kochen in der Andrebar

Nach der frohen Kunde von Seiten der Gemeinde, kam es zur eigentlichen Vernetzung zwischen Unterstützern und Flüchtlingen. Es wurden Kontaktlisten ausgefüllt und eine WhatsApp-Chatgruppe gestartet. Zudem bekommen Rottacher Flüchtlinge jeden Mittwoch von 11:00 bis 14:00 Uhr die Möglichkeit, sich zu treffen – gemeinsam zu kochen und sich auszutauschen. Die Andre Bar in der Seestraße stellt die Räumlichkeiten und Küche dafür zur Verfügung. Ebenso laden die Sportvereine der Gemeinde alle Menschen ein, das Angebot für Trainingseinheiten wahrzunehmen.

Doch der Helferkreis Rottach will die Kommunikation der Flüchtlinge untereinander auch darüber hinaus weiter stärken. Dafür wird ein geeigneter Raum im Gemeindegebiet gesucht, in dem die Menschen auch an anderen Tagen zusammenkommen können.

Weitere Unterstützungsangebote von Rottacher Bürgern bei Fahrdiensten, Behördengängen, Übersetzungen, Sprachunterricht, Arztbesuchen, Freizeitgestaltung seien sehr gern gesehen, wie Sabine Tomaschek erklärt und sie ergänzt:

Etliche Anfragen zu Arbeitsmöglichkeiten sind vorhanden und Geschäftsleute rund um den See können sich melden, wenn personeller Bedarf besteht.

Wer den Rottacher Helferkreis unterstützen möchte, kann sich bei Sabine und Thomas Tomaschek melden. Schickt einfach eine Mail an rottach-hilft@web.de.


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