Was hat es damit auf sich?
Weiße Frauen auf Miesbachs Gehwegen

von Sabiene Hemkes

Kleine schematisierte Bilder von laufenden Frauen pflastern Miesbachs Straßen. Richtungspfeile weisen den Weg. Aber wem und wohin – und warum überhaupt. Wir haben uns auf die Suche gemacht.

Die “weißen Frauen” des neuen Laufparks weisen den Weg für Jogger, Läufer und Nordic-Walker in Miesbach und Hausham.

Wer in den letzten Wochen durch Miesbach gelaufen ist, hat die weißen Läuferinnen bestimmt auf den Bürgersteigen und Wegen im Stadtgebiet entdeckt. Ergänzt mit ebenfalls weißen Pfeilen, weisen sie den Weg. Der erste Gedanke war: Findet wieder eine Laufveranstaltung statt? Aber im Internet ließ sich dazu nichts finden. Der Zweite, das sind Fluchtwege im Falle von Überschwemmungen nach Starkregen.

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Aber das erschien nicht wirklich plausibel. Ein Pfeil wies in Richtung Schlierach. Und die läuft bei Starkregen mit Sicherheit über das Ufer. Also haben wir die Sportreferentin der Stadt Miesbach, Aline Brunner kontaktiert. Die sollte es ja wissen. Und richtig, Aline hatte die Antwort parat:

Ja, die Zeichen gehören zum neuen Laufpark Miesbach Hausham, der gerade eröffnet wurde.

Der Laufpark Miesbach Hausham sei ein gemeinsames Projekt der beiden Gemeinden. Insgesamt gehören zum Laufpark sieben unterschiedliche Lauf-, Jogging- oder Nordic Walking Strecken auf einer Gesamtlänge von 58 Kilometern. Davon drei plus Verbindungsstrecken in Miesbach und vier in Hausham und Umgebung. In der Kreisstadt sind drei Strecken und zwei Verbindungen geplant. Die jeweiligen Startpunkte, an denen auch Streckenpläne aufgestellt wurden, befinden sich am Freibad und dem Waitzinger Keller. Insgesamt ein 23 Kilometer langes Streckennetz.

In der südlichen Nachbargemeinde starten die vier Routen jeweils am Volksfestplatz. Sie führen an der Schlierach entlang, zum Schliersee, über die Huberspitz zur Gindelalm und in Richtung Stadlberg. Brunner steht dem Projekt mehr als positiv gegenüber:

Das Ganze ist kostenfrei und für jeden eine tolle Möglichkeit, Sport an der frischen Luft zu treiben.

Auch für die Urlauber in den beiden Tourismusorten biete der Laufpark einen tollen Anreiz, sich in der wunderbaren Natur, aber auch in den Orten selbst zu bewegen, ergänzt die Sporträtin. Dies biete auch einen wunderbaren Mehrwert-Effekt für das Marketing der Stadt Miesbach.

Finanziert wurde der “Laufpark Miesbach-Hausham”, der insgesamt 30.000 Euro kostete, zu 50 Prozent durch das LEADER-Programm (*) des Staatsministeriums. Ein Förderprogramm der ländlichen Regionen Bayerns “auf ihrem Weg einer selbstbestimmten Entwicklung”. Oder einfach ausgedrückt: “Bürger gestalten ihre Heimat”. Das Rückgrat des seit 2014 laufenden LEADER Projektes bilden die Lokalen Aktionsgruppen (LAGs). Partnerschaften aus kommunalen, wirtschaftlichen und sozial engagierten Akteuren in der Region. Insgesamt stehen in Bayern rund 111 Millionen Euro an EU- und Landesmitteln für die Projekte zur Verfügung.

(*) LEADER ist ein Akronym der französischen Begriffe: Liaison entre les actions de développement de l’économie rurale; zu Deutsch: Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft.

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