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Wie handelt man richtig bei einem Unfall?

Wenn Motorradfahren lebensgefährlich wird

Von Amra Tatarevic

Die Sonne kommt raus und die Temperaturen werden milder – perfektes Wetter am Tegernsee für Motorradfahrer. Doch oft scheinen Unfälle mit Motorrädern wesentlich tragischer als reine Autocrashs. Meist sind sogar Autofahrer Schuld. Ein Experte der Johanniter erklärt deshalb zu Beginn der Saison den richtigen Umgang mit Motorrädern im Straßenverkehr.

Die richtige Hilfe bei Motorradunfällen kann Leben retten. / Beispielbild

Motorradunfälle sind laut Statistiken vor allem am Anfang der Motorradsaison immer am höchsten. Sobald die Sonne rauskommt und die Temperaturen milder werden, können es Motorradliebhaber kaum erwarten, sich wieder auf ihr Bike zu schwingen. Wie Uli Rubner von der Johanniter-Motorradstaffel jedoch erklärt, ist es gerade im Frühling besonders gefährlich. Dies liege zum Teil an dem Schmelzwasser, das die Straßen nass macht und Splitt oder Erdreich auf die Straßen spült. „Die Sturzgefahr ist jetzt sehr hoch“.

Doch mehr als die Hälfte aller Motorradunfälle werden von Autofahrern verursacht. Der Spezialist erzählt weiter: „Autofahrer müssen sich nach den Wintermonaten erst wieder an die Motorräder gewöhnen“, denn diese sind leicht zu übersehen. Die Tipps des Profis, um genau diese Unfallgefahr zu vermindern, sind eigentlich simpel: rechtzeitiges Blinken und ein Schulterblick beim Spurenwechsel. Für ihn ist ganz klar: „Für Motorrad- wie Autofahrer gilt: Auf kurvigen Straßen unbedingt auf der eigenen Spur bleiben!”

Immer Schutzkleidung tragen

Für den Johanniter ist auch die Schutzkleidung ein wichtiges Thema. So weist er darauf hin, dass Verletzungen bei Motorradunfällen nicht selten Knochenbrüche, schwere Hautabschürfungen und Nervenverletzungen, im schlimmsten Fall Lähmungen, beinhalten können. Deswegen ist der extra Schutz der Motorradfahrer extrem wichtig. „Eine normale Jeans bietet bei einem Unfall nicht mehr Schutz als die nackte Haut. Wichtig ist, dass die Protektoren richtig und fest sitzen. Das Schuhwerk sollte auch die Knöchel bedecken“, so der Experte.

Sollte es trotz allem zu einem Unfall kommen, muss richtig gehandelt werden. Der Ersthelfer muss zunächst die Unfallstrecke absichern. Ist der Motorradfahrer noch voll ansprechbar, so kann er selbst seinen Helm abnehmen oder anderweitig entscheiden ob und wer seinen Helm abnehmen darf.

Bei Bewusstlosen Helm abnehmen?

Anders ist es wenn der Motorradfahrer bewusstlos ist, dann es ist zwingend notwendig ihm den Helm abzunehmen. Nur so kann gewährleistet werden, dass der Verletzte nicht an seinem eigenem Blut oder Erbrochenem erstickt. Ist eine weitere Person am Unfallort, sollte sie assistieren, in dem sie Kopf und Hals waagerecht hält. Anschließend sollte der Verunglückte in die stabile Seitenlage gebracht werden, auch wenn die Wirbelsäule verletzt sein könnte. Sobald keine akute Gefahr mehr besteht wird die Notrufnummer 112 gewählt. Ein Video zur korrekten Helm-Abnahme finden Sie hier, denn wer richtig handelt, rettet Leben. Die Johanniter empfehlen daher eine regelmäßige Auffrischung der Erste-Hilfe-Kenntnisse.

Die Tipps im Überblick

Für Motorradfahrer:

· Gewissenhafte Funktionsprüfung des Motorrads (z.B. Reifenluftdruck) zum Saisonstart
· Nie ohne komplette Schutzkleidung (auch für den Sozius) auf die Straße
· Kühlen Asphalt und dadurch verminderte Griffigkeit bei Kurvenfahrten bedenken
· Besonders auf Fahrbahnverschmutzung und Straßenschäden achten
· Auf kurvigen Strecken in der eigenen Spur bleiben
· Erste-Hilfe-Kenntnisse durch einen Kurs auffrischen und üben

Für Autofahrer:

· Schulterblick vor dem Spurwechsel
· Vor dem Abbiegen und beim Spurwechsel frühzeitig blinken
· Lieber zweimal schauen: Motorräder sind schmal und werden oft übersehen
· Besonders vor dem Wenden, Ausscheren und Abbiegen auf überholende Motorräder achten
· Auf kurvigen Strecken in der eigenen Spur bleiben
· Erste-Hilfe-Kenntnisse durch einen Kurs auffrischen und üben


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