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Baustoffhandel Stettner vergrößert Lager und versetzt Birkenmoos-Parkplatz

Anlieger befürchten Verkehrsbelastung

Von Madeleine Wisserodt

Die Lagerfläche des Baustoffhandels Stettner am Birkenmoos soll vergrößert und der dortige Parkplatz versetzt werden.

In der letzten Sitzung des Rottacher Gemeinderats waren dem Vorhaben gleich zwei Tagesordnungspunkte gewidmet. Doch nicht jeder ist begeistert von der Erweiterung.

 Genehmigt: Baufachhändler Stettner darf sein Lager erweitern. Dafür wird der Parkplatz am Birkenmoos versetzt.
Genehmigt: Baustoffhändler Stettner darf sein Lager erweitern. Dafür wird der Parkplatz am Birkenmoos versetzt.

Der Bau- und Gartenfachmarkt Stettner benötigt mehr Außenlagerfläche und möchte daher sein bestehendes Lager am Birkenmoos erweitern. Dazu soll die bisherige Parkfläche versetzt werden, sodass der freiwerdende Bereich als Lagerfläche genutzt werden kann. Im Zuge dieser Maßnahme würde auch eine dringend benötigte Wartezone für die Zulieferer entstehen. Hierfür waren Änderungen des Flächennutzungsplans und auch des Bebauungsplans nötig.

Für die Gemeinde Rottach-Egern ein nachvollziehbarer Wunsch. Die Erweiterung der Lagerflächen sei notwendig, damit Stettner auch weiterhin wettbewerbsfähig bleibe. Bürgermeister Christian Köck stellte daher bei der letzten Gemeinderatssitzung am Dienstagabend fest:

Die Gemeinde sieht die Erweiterung des Betriebes als wichtig an und stellt daher die Parkplatzfläche als Gewerbefläche zur Verfügung.

Bereits vor eineinhalb Jahren stand das Vorhaben auf der Tagesordnung im Rottacher Gemeinderat. Mit großer Mehrheit wurde es da jedoch abgelehnt. Bereits im damaligen Antrag ließ Stettner durchblicken, dass er als Konsequenz eines negativen Bescheides einen Umzug seines Betriebes nach Tegernsee in Betracht zöge. Dass das nicht nötig sein würde, war allerdings schon früh klar. Im September 2013 gab der Gemeinderat dann grünes Licht für die Erweiterungspläne.

Anwohner befürchten erhöhtes Verkehrsaufkommen

Doch bereits zu der Zeit störten sich einige Anwohner an dem Vorhaben. Im Rahmen der Auslegung der Pläne äußerte nun ein Ehepaar Bedenken zu beiden Änderungsverfahren. Insbesondere durch den Festbetrieb bei Großveranstaltungen, die auf dem Grundstück stattfinden, befürchten sie massive Beeinträchtigungen für die Anwohner und Gefahr für die Kinder durch das große Verkehrsaufkommen.

Das Landratsamt Miesbach hatte im November 2004 die Nutzung des Parkplatzareals als Festwiese genehmigt. Veranstaltungen finden hier maximal zweimal im Jahr statt, zum Beispiel das Mountainbike Festival oder heuer die 125-Jahr-Feier der Wallberger. Der Parkplatz wird zudem auch öffentlich genutzt, unter anderem von Wanderern und Bussen.

Keine Bedenken seitens der Behörden

Die Anwohner zweifelten darüber hinaus an, dass überhaupt Bedarf an zusätzlicher Parkfläche besteht. Außerdem sehen sie durch die Änderung des Flächennutzungsplans und das Schaffen von Ausgleichsflächen wertvolle Biotopflächen bedroht. Sie forderten daher von der Gemeinde, derartige Konflikte durch das Nebeneinander von Wohn- und Gewerbegebiet zu vermeiden.

Die Gemeinderäte konnten indes weder eine sogenannte Gebietsunverträglichkeit, noch einen Widerspruch zur städtebaulichen Ordnung erkennen – zumal auf dem Areal kein durchgängiger Gaststättenbetrieb stattfinde. Es gehe hier um eine reine Flächenverlagerung, die keine Veränderung des Verkehrsaufkommens bewirke.

Auch hatten die involvierten Behörden wie Landratsamt, Untere Naturschutzbehörde oder Wasserwirtschaftsamt keine größeren Bedenken geäußert. Lediglich das Naturschutzreferat klagte in seiner Stellungnahme über zu wenig Grünflächen und forderte einen Austausch der geplanten Baumordnung.

Baubeginn nun möglich

Unternehmenschef Wolfgang Stettner ist froh über den – einstimmigen – Beschluss des Gemeinderats. Nach etwa zwei Jahren Genehmigungsverfahren darf er nun sein Außenlager erweitern. Das ist seiner Meinung nach auch dringend nötig, denn die Freilagerflächen am Birkenmoos sind zu klein für die Mengen an Ware, die er vorhalten muss. Die nun ermöglichte Wartezone macht laut Stettner ebenfalls Sinn, da sich so die LKWs nicht auf der ohnehin schmalen Straße stauen.

Die Bauarbeiten laufen bereits.
Die Bauarbeiten laufen bereits.

Insgesamt sei die Baumaßnahme nicht sehr aufwändig, denn es werde kein Gebäude errichtet. Für Außenlager und Anlieferungsbereich mit Wartezone werde lediglich der Boden aufbereitet und gepflastert sowie das Areal eingezäunt. Am gewohnten Betrieb ändere sich nichts, so Stettner, der sich sehr zufrieden mit dem Ergebnis zeigt:

Für uns ist dies die optimale Lösung, da die Fläche direkt an unser Lager angrenzt. Es war zunächst ein Areal auf der anderen Straßenseite im Gespräch, doch das wäre gefährlich gewesen. Die LKWs hätten dann permanent die Straße queren müssen.

Derartige Genehmigungsverfahren sind stets aufwändig und langwierig, in diesem Fall zog es sich über etwa zwei Jahre hin. Dennoch spricht Stettner den Mitarbeitern in der Rottacher Gemeindeverwaltung großes Lob aus: „Die Gemeinde hat uns sehr gut unterstützt und wir sind sehr froh, dass wir uns dort erweitern können.“


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