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Autobahnpolizei mahnt zur Vorsicht

Wenn Bremsen ein Fremdwort ist

Von Redaktion

Autofahrer, die in eine stehende Autokette rasen – Auffahrunfälle sind oft die Folge von überhöhter Geschwindigkeit, einem unzureichenden Sicherheitsabstand und Ablenkung. Weil sich die Vorfälle häufen, gibt die Polizei jetzt Tipps, wie man ein Stauende rechtzeitig erkennt.

Am 19.06.17 auf der BAB A 8 zwischen AS Weyarn und Holzkirchen: Ein Sattelzug fährt ins Stauende und schiebt drei Autos aufeinander / Archivbild: Thomas Gaulke

Alleine in diesem Jahr mussten die Beamten der Autobahnpolizei Holzkirchen über 50 Unfälle auf der Autobahn aufnehmen. Darunter eine Schwerstverletzte, ein Schwerverletzter und fünf leicht verletzte Personen. Entweder übersahen die Autofahrer einen Stau oder bremsten nicht rechtzeitig. Die meisten Unfälle hätten sich bei niedrigen bis mäßigen Geschwindigkeiten bis etwa 80 Stundenkilometer ereignet, so die Polizei. Der Sachschaden: etwa 400.000 Euro.

Die Ursachen seien immer dieselben: nicht angepasste Geschwindigkeit, unzureichender Sicherheitsabstand und Ablenkung. Deshalb mahnt die Autobahnpolizei alle Fahrzeugführer zu Vorsicht und gibt Tipps zur Gefahrenstelle „Stau“.„Wenn Sie das Stauende erkennen, schalten Sie unbedingt Ihr Warnblinklicht ein, um den nachfolgenden Verkehr auf die Gefahr aufmerksam zu machen“, erklärt Polizeihauptkommissar Johannes Klinger, Leiter der Autobahnpolizeistation Holzkirchen.

Dann gelte es, die eigene Geschwindigkeit zu verringern. Dabei sollte aber das Stauende und der übrige Verkehr -auch im Rückspiegel – im Blick behalten werden. Beim Heranfahren ans Ende des Staus müsse darauf geachtet werden, das eigene Fahrzeug so zu positionieren, dass eine Rettungsgasse gebildet werden kann. Das Warnblinklicht sollte erst dann ausgeschaltet werden, wenn der nachfolgende Verkehr die Gefahr erkannt hat und selbst das Warnblinklicht einschaltet.

Rettungsgasse auch bei stockendem Verkehr bilden

Besondere Aufmerksamkeit sei generell bei dichter werdendem Verkehr erforderlich. Hier sei immer mit plötzlichen Störungen und Staubildung zu rechnen, so Klinger. Entsprechend groß sollte darum der Abstand zum Vordermann sein. Kommt der Verkehr plötzlich zum Stehen, sollte auch bei geringeren Geschwindigkeiten die Warnblinkanlage eingeschaltet werden, um den nachfolgenden Verkehrsteilnehmer hierauf aufmerksam zu machen. Auch bei stockendem Verkehr gelte: Rettungsgasse bilden!

Die meisten Autofahrer kennen ihre Autobahnen und wissen, wo es gerade zu Stoßzeiten dichter wird und zu Staus kommen kann. Wer vorausschauend fährt, mit Augen und Kopf „auf der Straße“ ist, und seine Geschwindigkeit den Verkehrsverhältnissen anpasst, kann auf plötzliche Gefahren reagieren.

Die hohen Geschwindigkeiten auf Autobahnen hätten immer einen langen Anhalteweg zur Folge. Bei gefahrenen 120 km/h beträgt der Anhalteweg bereits über 90 Meter. Wer mit 200 km/h unterwegs ist, fahre schon über 50 Meter weit, bevor er überhaupt auf die Bremse steigen kann und kommt dann erst nach rund 230 Metern zum Stillstand, so Klinger weiter. Das sei weiter als die Entfernung zwischen vier Leitpfosten.

Bei ungünstigen Bedingungen wie schlechten Bremsen und Reifen oder nasser Fahrbahn könne sich der Anhalteweg leicht verdrei- oder vervierfachen. „Taucht der Stau plötzlich hinter einer Kurve oder Kuppe auf, hat man keine Chance.“, mahnt Klinger. „Da hilft auch kein ABS und keine Bremsunterstützung.“


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