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"Einmal Tegernsee - München bitte"

Wenn der Umzug zur Hölle wird

Von Nina Häußinger

Einpacken, auspacken, umräumen – ein Umzug läuft nie stressfrei ab. Dass er jedoch regelrecht zur nervlichen Zerreißprobe werden kann, hat die Tegernseerin Martina M. jüngst erfahren müssen.

Stressfrei ist ein Umzug nicht, wie eine Tegernseerin jüngst feststellen musste.

Die 27-jährige Tegernseerin Martina M. musste berufsbedingt nach München ziehen. Der Ortswechsel fiel ihr sichtbar schwer. „Ich liebe das Tal, die Berge, die Leute“, sagt sie. „Die Stadt hingegen ist einfach wahnsinnig stressig“.

Wahnsinnig stressig war auch alles, was mit dem Umzug einherging. Die Wohnungssuche in München? Klischeehaft anstrengend. „Es stimmt alles, was man hört: Wohnungen gehen unter der Hand weg oder man steht mit 30 anderen Leuten in einer Schlange vor der Tür“, berichtet Martina M. Ein halbes Jahr hat es gedauert, bis sie eine neue Wohnung fand. „Ein Gefühl der Erleichterung“, sagt sie. Doch das war schnell vorbei.

Der Schein trügt

Der Umzug selbst sollte möglichst reibungslos vonstatten gehen. Martina M. arbeitet Vollzeit in einer Werbeagentur, hat wenig Zeit und nicht übermäßig viel Geld. Sie suchte daher im Internet, entschied sich für ein Unternehmen, das ihr auf den Blick seriös erschien. Sie berichtet von einem sehr freundlichen Kundenservice, alles habe auf sie einen guten Eindruck gemacht. Am Telefon habe sie die zu transportierenden Möbelstücke und Kisten angegeben. „Ein komisches Gefühl habe ich erst einen Tag vor dem tatsächlichen Umzug bekommen“, sagt sie. Niemand habe sich gemeldet, um eine Uhrzeit abzusprechen.

Ihr Gefühl täuschte sie nicht: Am Umzugstag standen schließlich zwei Männer vor ihr, einer davon minderjährig. Vor der Tür parkte kein ordentlicher Umzugswagen, sondern ein Kleintransporter, bei dem auf den ersten Blick klar war, dass niemals alles hineinpassen würde. Was dann passierte, beschreibt Martina M. als einen der „grauenvollsten Tage“ ihres Lebens: Die Männer betraten die Wohnung, fuchtelten wild mit einem Blatt Papier herum und wurden laut: „Nix Liste“ und „scheiß Unternehmen“.

Die Firma hatte im Vorfeld damit geworben, dass jedes Umzugsunternehmen, mit dem sie kooperieren, qualitätsgeprüft sei. Nach dem Telefonat mit einem Servicemitarbeiter begann immerhin die eigentliche Arbeit – mit einem jedoch schlechten Ergebnis: Die halbe Wohnung kam nicht mit. Von sechs Schränken wurden in der neuen Wohnung nur drei aufgebaut, weil die restlichen Teile in der alten Wohnung liegen gelassen wurden. Es entstanden Schäden im alten sowie neuen Parkett, die Deckenlampen wurden weder abmontiert noch neu angebracht, wie ursprünglich vereinbart. Für Martina M. ein Stressfaktor: Sie musste aus der alten Wohnung raus. Wohin mit dem Rest?

Der Retter: ein lokales Umzugsunternehmen

Mit Hilfe ihrer Mutter findet sie schließlich ein regionales Umzugsunternehmen aus dem Landkreis Miesbach. Sie bezeichnet die lokalen Umzugshelfer als „Retter in der Not“ – diese kamen noch am selben Tag, packten den Rest ein, transportierten ihn am nächsten Morgen in die neue Wohnung und waren freundlich und kompetent. „Der Unterschied war so immens“, sagt so die Tegernseerin. Man habe – buchstäblich und im übertragenen Sinne, die gleiche Sprache gesprochen.

Für Martina M. steht seither fest: „Niemals wieder sowas online buchen.“ Es sei eine Lektion fürs Leben gewesen: „Meine Generation schaut einfach immer zuerst im Internet nach, wir machen das ganz intuitiv, ohne es zu hinterfragen und vergessen dabei, dass das Gute nicht irgendwo anders, sondern direkt vor unserer Nase liegt.“ Lokal vor global also – nicht nur was Umzüge angeht – eine gute Entscheidung.


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