Tegernsee stellt Strafanzeige

von Nicole Posztos

Ergänzung vom 24. September / 15:49 Uhr
Seit Mai 2011 besteht in der Tegernseer Schwaighofanlage in den Monaten von April bis Oktober zwischen 20 Uhr abends und 6 Uhr morgens ein Alkoholverbot. Damit sollen vor allem die Alkoholexzesse Jugendlicher verhindert werden, die den Kiesstrand als beliebten Treffpunkt benutzten.

War das Verbot anfangs noch erfolgreich, so verschlimmert sich die Situation nun jedoch wieder. In den letzten Tagen kam es jetzt zu einem vorläufigen Höhepunkt.

Am Morgen waren die Spuren der nächtlichen Randale immer noch zu sehen

In den letzten Monaten wurde die Polizei wieder vermehrt zu Vorfällen gerufen, die sich immer wieder gleichen. Betrunkene Jugendliche werfen Flaschen in die Rottach und in den See oder zerschlagen sie auf den Steinen.

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Anwohner berichteten in dem Zusammenhang auch von Diebstählen sowie Schnittverletzungen, die sie sich in Folge der herum liegenden Scherben zugezogen hatten. Die Polizei Bad Wiessee bestätigte auf Anfrage, dass ihnen das Problem bekannt sei und sie in dem betroffenen Gebiet auch wieder öfter auf Streife gehen mussten.

Die Stadt Tegernsee reagiert

An diesem Wochenende hatten sich die unbekannten Randalierer jedoch offenbar mehr vorgenommen, als in den Wochen davor. Laut Aussage der hinzugerufenen Beamten sei die Anlage richtiggehend verwüstet worden. Mülleimer sind abgerissen und umhergeworfen, Parkbänke im See versenkt und Brückengeländer kaputt. Dabei beziffert die Polizei den entstandenen Schaden auf circa 1.000 Euro.

„Bisher dachte ich, dass das Alkoholverbot seine erhoffte Wirkung zeigt. Aber aufgrund der Vorfälle am Sonntag hat die Stadt Tegernsee sich jetzt dazu entschieden erneut zu reagieren und Strafanzeige gegen die unbekannten Täter zu stellen“, erklärt der Geschäftsleiter der Gemeinde, Hans Staudacher auf Nachfrage.

Trotz der Vorfälle am Wochenende erklärt Polizeichef Wilhelm Siegel dennoch, er sehe keinen Grund an der Wirkung des Alkoholverbots zu zweifeln. “Vor dem Verbot war es da unten viel schlimmer”, so Siegel.

Ursprünglicher Artikel vom 4. juli mit der Überschrift: “Alkoholverbot in Tegernsee – zukünftig auch an der Point?”
Das im Mai 2011 beschlossene Alkoholverbot in der Schwaighofanlage zwischen Tegernsee und Rottach-Egern wird erneuert. Der Tegernseer Stadtrat hat sich in seiner gestrigen Sitzung auf ein Verbot bis Ende Oktober in der Zeit von 20 Uhr abends bis 6 Uhr morgens geeinigt.

Einstimmig verabschiedeten die Mitglieder den Beschluss, der damit sofort in Kraft tritt. Gleichzeitig bekräftigt der Bürgermeister, dass er gewillt ist, die Verbote auch auf andere Örtlichkeiten in Tegernsee auszudehnen.

Schwaighofanlage: Zuerst besser, jetzt wieder schlechter

Damit ist von der Rottach-Mündung über den Strandabschnitt bis zum Bach jeglicher Alkoholkonsum offiziell verboten. Dieses Verbot gilt, wie schon im letzten Jahr, aber nicht nur für Jugendliche, deren “Exzesse” man damit einschränken will, sondern für alle, die beispielsweise am See sitzend ein Bier trinken möchten.

Dieser Bereich ist auch weiterhin tabu.

In seiner kurzen Einführung gab Bürgermeister Peter Janssen einen Überblick über die aktuelle Lage an der Schwaighofanlage. Die Situation hatte sich nach den ausufernden Feiern im letzten Jahr zuerst deutlich entspannt. In den letzten zwei Wochen sei es allerdings wieder schlechter geworden. “Es bahnt sich wieder die gleiche Lage an wie im Jahr 2011. Da ist bei den Jugendlichen einfach keine Vernunft vorhanden”, so Janssen.

Vor allem am Strandabschnitt in der Nähe der Rottach-Mündung komme es immer wieder zu nächtlichen Trinkgelagen und darauffolgendem Randalieren.

Der Polizei sind keine Vorfälle bekannt

“Ich bedauere die Maßnahme. Vor allem, weil es sich um einige wenige Deppen handelt, die die Probleme bereiten.” Schon im letzten Jahr betonte Janssen, dass die Polizei für ihre Kontrollen eine rechtliche Handhabe braucht. Und die hätte sie erst, wenn die Stadt das Verbot erlässt.

Die beschlossene Regelung soll sich allerdings nicht von Jahr zu Jahr automatisch erneuern, sondern muss vom Stadtrat immer wieder neu abgesegnet werden.

Auch auf der Point gibt es laut der Stadt Tegernsee immer wieder Probleme. Unter anderem mit zerbrochenen Bierflaschen.

Parallel zum Verbot in der Schwaighofanlage wies Janssen auf der gestrigen Sitzung auch auf ähnliche Probleme an der Point hin. Vor allem zerbrochene Bierflaschen, teilweise unsichtbar im Sand vergraben, würden viel Arbeit für den Bauhof bedeuten, aber auch zu gefährlichen Situation für Spaziergänger und nicht zuletzt auch für die Feiernden selbst führen.

Wir haben mittlerweile ganz massive Probleme an der Point. Und wenn es so weitergeht, dann werden wir das Verbot auch dorthin ausweiten. Oder wenn es sein muss, auch auf die Länd oder andere öffentliche Plätze.

Die Jugendbeauftragte der Polizei Bad Wiessee möchte sich zu dem Verbot der Stadt Tegernsee nicht äußern. Jedoch betont Regina Reifenstuhl, dass es in letzter Zeit an beiden Örtlichkeiten zu keinen Vorfällen gekommen sei. “Wenn es da Probleme mit Jugendlichen gegeben hätte, würde ich es auch wissen.”

Wer eine Geburtstagsfeier oder Ähnliches feiern möchte, kann sich bei der Tegernseer Verwaltung übrigens eine Erlaubnis holen, die dann bei Bedarf der Polizei vorgelegt wird. Die Ausnahmeregelung für angemeldete Feste wurde bei der gestrigen Stadtratssitzung ebenfalls mit in den Beschluss aufgenommen. Auch wenn es dann “mit der Spontaneität natürlich vorbei ist”, wie Janssen einräumt. Besser als nichts sei es allemal.

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