Wie ein Weyarner Verein im Ausland hilft
Tierliebe kennt keine Grenzen

von Katharina Fitz

Seit rund acht Jahren kümmert sich die Weyarner Tierhilfe um vernachlässigte Vierbeiner. So sorgt Corinna Weber dafür, dass nicht nur heimatlose Straßenhunde aus Bosnien im Landkreis ein neues Zuhause finden.

Corinna Weber kümmert sich um ihre Schützlinge / Foto: k.fitz

Sulani liegt in ihrem Körbchen und schläft. Corinna Weber hat die schwerverletzte Hündin aus Bosnien bis ins Oberland zu ihrem Verein Tierhilfe Weyarn-Waakirchen transportiert. Doch einen neuen Besitzer für das Tier zu finden, gestaltete sich schwer. Deshalb durfte der sechsjährige Mischling kurzerhand im Hause Weber bleiben.

Mit viel Liebe und Geduld gelang es der gelernten Tierarzthelferin das Tier aufzupäppeln. Sulani humpelt noch ein bisschen – Folge eines Beinbruchs – hat sich aber zu einem zutraulichen und freundlichen Familienhund entwickelt.

Ein neues Zuhause auf Zeit

Auf die katastrophale Lage der Straßenhunde wurde Weber während eines Urlaubs in Kroatien aufmerksam. Schon dort rührte sie das Schicksal der verwaisten Hunde, die ohne Nahrung und tierärztliche Betreuung auf den staubigen Straßen umherstreiften.

Ein Besuch im Nachbarland Bosnien sorgte dann für die Initialzündung: Mithilfe von ehrenamtlichen Mitarbeitern gründete Weber dort das Tierheim „Hopeland“. Mittlerweile leben dort rund 50 Hunde, obwohl das Heim nur Kapazitäten für 30 Tiere zur Verfügung hat. Doch die einheimische Betreiberfamilie bringt es nicht übers Herz, Hunde abzuweisen und tut alles in ihrer Macht stehende, um den Tieren zumindest ein Zuhause auf Zeit zu bieten.

Neue Quarantäne-Station fertiggestellt

Dank zahlreicher Spenden aus Deutschland konnte im „Hopeland“ vor kurzem eine Quarantäne-Station eröffnet werden. „So können wir beispielsweise Neuzugänge, die noch nicht geimpft sind, erstmal von den anderen Hunden trennen um die Ansteckung mit Krankheiten zu vermeiden“, so Corinna Weber.

Auf der Internetseite des Vereins werden die Hunde mit Foto und kurzer Vita vorgestellt. Corinna Weber garantiert, dass ihre Tiere geimpft, entwurmt und gechipt sind. Und zu der landläufigen Meinung, dass Straßenhunde traumatisiert und deshalb schwer vermittelbar seien, hat sie eine klare Meinung:

Die Hunde sind einfach dankbar, wenn sie in liebevolle Hände kommen. Mit der richtigen Pflege entwickeln sie sich zu richtigen Traumhunden

Dabei müsse es nicht gleich ein eigener Hund sein. Webers Verein bietet auch Pflegehunde an. Auf diese Weise kann man ein paar Wochen lang testen, ob der Hund zur Familie passt – und umgekehrt.

Chinchillas – seit zehn Jahren Zuhause bei der Tierhilfe / Foto: k.fitz

Laut Weber sei es für Sie das Schönste, einen guten Platz für die Tiere zu finden. So konnte auch „Snowflake“ schließlich vermittelt werden. Er ist der letzte Welpe eines Wurfs, den die Tierhilfe-Mitarbeiter im vergangenen Jahr vor dem sicheren Tod auf einer bosnischen Müllhalde retten konnten.

Doch damit der Verein weiter bestehen kann, ist er dringend auf Spenden angewiesen. Aktuelles Projekt: Ein Zaun um das etwa zwei Hektar große Gelände des „Hopeland“ in Bosnien.


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