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Tegernseer Stadtrat spricht sich klar gegen Windräder aus

Wenn Windkraft nicht ins Tal kommt

Von Nina Häußinger

Nachdem sich der Wiesseer Gemeinderat bereits Mitte März mit dem Thema Windkraftanlagen im Tegernseer Tal auseinandergesetzt hat, stand dieses nun auch in Tegernsee auf der Tagesordnung. Der Stadtrat sprach sich dabei einstimmig gegen die Errichtung solcher Anlagen in Tegernsee aus.

Gleichwohl wurde auch Kritik am Fahrplan zur Energiewende laut. Das Tal müsse zukunftsfähig werden. Doch derzeit, so Thomas Mandl, gehe alles zu langsam.

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Windräder schlecht fürs Landschaftsbild

Insgesamt fünf mindestens 120 Meter hohe Windkraftanlagen sieht das Klimaschutzkonzept für den Landkreis Miesbach vor. Dabei ist klar, im Tegernseer Tal sind die Bedingungen für große, raumbedeutende Windkraftanlagen, nicht ausreichend. Bei uns kommen Anlagen in dieser Größe daher nicht infrage.

Bei Windrädern, die eine Größe zwischen zehn und 50 Metern haben, sieht das schon ein wenig anders aus. Diese sind sehr wohl denkbar und müssen im Einzelfall genehmigt werden. Nachdem sich vor knapp zwei Wochen bereits der Wiesseer Gemeinderat mit der grundsätzlichen Frage auseinandergesetzt hat, ob Windkraftanlagen im Tegernseer Tal eine Option sind oder nicht, stand die gleiche Frage letzte Woche auch im Tegernseer Stadtrat auf der Tagesordnung. Dabei wurde eines klar: in Tegernsee ist man klar gegen die Errichtung von Windrädern.

Windkraftanlagen schädigen das Landschaftsbild und wirken sich nachteilig auf den Tourismus im Tegernseer Tal aus, so die einhellige Meinung im Stadtrat. Auch Thomas Mandl (SPD) trug die Entscheidung zwar grundsätzlich mit, betonte jedoch, dass es ihm an einem belastbaren Fahrplan für die Energiewende im Tegernseer Tal fehle. „Wir müssen das Tal zukunftsfähig machen“, so das Credo von Mandl.

Janssen widerspricht

Bürgermeister Peter Janssen konnte den Vorwurf eines fehlenden Fahrplans unterdessen nicht ganz nachvollziehen. „Es gibt hier sehr wohl permanente Bemühungen – alles, was irgendwie denkbar ist, wird in Erwägung gezogen.“

Konkret nannte er Überlegungen zur Errichtung einer Seewasserwärmepumpe, Biogasanlagen und die Beteiligung des E-Werks an Windparks in Norddeutschland. „Da passiert sehr viel, die sorgfältige Planung und Umsetzung brauchen aber viel Zeit und eine umfassende Prüfung“, so Janssen weiter.

Wie genau es um diese Projekte steht, wollte der Bürgermeister dann jedoch nicht näher ausführen.

Ursprünglicher Artikel vom 22. März:
Für den gesamten Landkreis Miesbach sieht das Klimaschutzkonzept insgesamt fünf mindestens 120 Meter hohe Windkraftanlagen vor. Ziel sei es, so Peter Haberzettl, Vorstand der Energiewende Oberland, damit etwa acht Prozent der erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2020 zu gewinnen.

Die Gegner der Anlagen in der Region, etwa die Initiative Windradfreies Voralpenland, geben an, dass die Winderträge im Oberland zu gering seien. Nach welchen Kriterien jetzt aber entschieden wird, wo und ob Windanlagen gebaut werden, war Thema in der Gemeinderatssitzung in Bad Wiessee am gestrigen Donnerstag.

Der Windatlas für Südbayern mit den mittleren Jahreswerten in 140 m Höhe über Grund. Im Tal sind die Windgeschwindigkeiten zu niedrig.

Viele Tal-Bürger betrachten das Thema Windkraftanlagen kritisch. Auf der einen Seite ist Windkraft eine umweltfreundliche Alternative, um Strom zu gewinnen, auf der anderen Seite ein Schandfleck für die Landschaft. Auch betroffene Anlieger befürchten Belastungen wie Lärm, Elektrosmog oder periodischen Schattenwurf.

Dabei ist klar, im Tegernseer Tal sind die Bedingungen für große, raumbedeutende Windkraftanlage, nicht ausreichend. Der Wind weht aufgrund der bergigen Landschaft zu wenig konstant. Die großen freien Flächen im nördlichen Teil des Landkreises sind eher prädestiniert für Windkraft. Und dort werden, so die Planung, einige über 120 Meter hohe Windräder entstehen.

Kleine Anlagen sind möglich

Dass die Befürchtungen vor Windkraftanlagen im Tal jedoch nicht gänzlich unbegründet ist, zeigt das Beispiel eines Bauernhofes in Dürnbach. Bauer Klaus Kordes hat dort im letzten Jahr einen Antrag auf ein 10 Meter hohes Windrad gestellt. In der Regel sind Windräder dieser Größenordnung genehmigungsfrei.

Da aber der gesamte Außerbereich von Gmund als Landschaftsschutzgebiet eingestuft wird und somit öffentliche Belange tangiert, musste auch das Landratsamt mit einbezogen werden. Letztendlich wurde der Antrag unter der Auflage erteilt, dass das Windrad seitlich an einen Schuppen oder Stall angebracht werden muss. Der Gemeinde war bewusst, dass nach einer ersten Genehmigung sicherlich gleich die nächsten Anträge ins Haus flattern werden.

An diesem Schuppen soll das Windrad errichtet werden. Das benötigte Material ist bereits da.

Aus diesem Grund, haben sich die Gemeinderäte aus Bad Wiessee in ihrer gestrigen Sitzung genauer mit den Genehmigungsbedingungen solcher Anlagen beschäftigt. Raumbedeutende Anlagen mit einer Höhe von über 50 Metern sind für das Tal generell nicht von Bedeutung. “Wir sind von solchen Anlagen nicht bedroht, es sei denn der Gemeinderat wünscht das ausdrücklich,” so Bauamtsleiter Helmut Köckeis.

Für solche Anlagen muss zuerst die Windhäufigkeit geprüft werden, die in der bergigen Gegend rund um den Tegernsee meist zu gering ist, um eine Anlage wirtschaftlich rentabel zu betreiben. Abgesehen davon müsse ein solches Windrad zur nächsten Bebauung einen Abstand von mindestens 900 Metern einhalten, was eine Errichtung in Bad Wiessee grundsätzlich schwierig machen würde.

“Kleine Anlagen nicht wirtschaftlich”

Bei Windrädern, die eine Größe zwischen 10 und 50 Metern haben, sieht das schon ein wenig anders aus. Der Bauausschuss hat beschlossen Anträge für Anlagen in dieser Dimension, um ein Jahr zurück zu stellen. In diese Zeit muss dann entschieden werden, ob die Anlage rentabel wäre und gegebenenfalls Argumente gegen die Windräder anbringen. Eine Frist, in der die Gemeinde alle Vor-und Nachteile des Vorhabens genau abwägen kann.

Zwar, so Köckeis, würden alle Experten unisono betonen, dass solche Anlagen nicht wirtschaftlich zu betreiben sind. Doch man müsse als Gemeinde gewappnet sein, falls jemand kommt und ein Windrad in dieser Dimension errichten will.


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