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Die VW-Krise in Holzkirchen

„Wer gerne VW fährt, bleibt auch bei VW“

Von Franziska Hampel

Der Abgasskandal weitet sich aus. Immer wieder kommen neue Manipulationen ans Tageslicht. VW befindet sich am bitteren Tiefstand der Unternehmensgeschichte. Doch wie geht es den kleinen, regionalen Händlern in der Krise?

Bei den VW-Händlern vor Ort ist die Krise noch nicht angekommen.
Bei den VW-Händlern vor Ort ist die Krise noch nicht angekommen.

Seit Wochen steckt der Automobilkonzern VW in der Krise. Das Unternehmen hatte nicht erwartet, dass jemand die Abgaswerte während des Fahrens testet. Doch genau das machte ein Forscherteam in den USA. Dabei bemerkte man, dass die Abgaswerte deutlich über den angegebenen Werten liegen.

Hinter den abweichenden Werten, steckt eine Manipulation. Die Software erkennt, wenn ein Fahrzeug auf dem Prüfstand steht. Wird der Software ein Test signalisiert, drosselt sie die Abgaswerte. Vorerst entdeckte man die Abweichungen bei bestimmten Dieselmotoren in den USA. Stück für Stück breitet sich der Skandal dann global aus.

Nicht nur geografisch nimmt der Skandal ein immer größeres Ausmaß an. Schnell wird bekannt, dass immer mehr Fahrzeugmodelle von der Betrugsserie betroffen sind. Ende Oktober schätzt man die Zahl der betroffenen Autos weltweit auf 11 Millionen. Die Zahl schwankt und wird regelmäßig korrigiert. Anfang November stellt sich heraus, dass auch die 3-Liter – Dieselmotoren betroffen sein könnten.

Das Kraftfahrt Bundesamt verlangt vom Autohersteller sorgfältige Aufklärung, sowie schnellstmögliche Lösungsvorschläge. Momentan plant VW die ersten Rückrufaktionen für einige Modelle. Da viele verschiedene Motoren betroffen sind, müssen jeweils individuelle Lösungen gefunden werden. Der Aufwand ist immens. Begonnen wird mit einem Softwareupdate.

Auswirkungen auf regionale Händler

In den oberen Riegen des Konzerns ist viel los. Doch wie geht es denjenigen, die direkt im Kontakt mit den VW- Kunden stehen – Autohändlern und Werkstätten. Die ortsansässigen VW-Autohäuser sind sich einig: Für sie gibt es keine drastischen Auswirkungen.

Die Kunden sind sehr entspannt.

Die Bürokräfte des Autohaus Fellner und Weingärtner bestätigen beide die gelassene Lage. Der zu erwartende Tumult bleibt aus. Lediglich vereinzelt haben Kunden ein paar Fragen. Frau Bachmeier vom Autohaus Weingärtner versichert: „Es gibt keine große Aufregung. Die Kunden sind sehr entspannt.“

Auch im Verkauf gibt es bisher kein Desaster. Offensichtlich leidet das Vertrauen der Kunden nicht unter dem Skandal. Die Verkaufszahlen sind konstant und es ist kein Unterschied zu erkennen. Das Autohaus Fellner erklärt: „Wer gerne VW fährt, bleibt auch bei VW.“ Hinzu kommt, dass die neueren Fahrzeuge davon nicht betroffen sind.

Rückrufaktion startet Anfang 2016

Wichtig für betroffene Halter ist die kommende Rückrufaktion. Diese soll Anfang des nächsten Jahres beginnen. Die betroffenen Fahrzeugbesitzer werden direkt vom Hersteller kontaktiert. Danach sollen sie sich an die nächstgelegene Autowerkstatt wenden. Als erstes soll der Softwarefehler ausgebessert werden. Den Werkstätten wird vom Hersteller eine neue Software zur Verfügung gestellt. Diese wird auf die Motoren aufgespielt.

Der Vorgang ist für die Mitarbeiter Routine und kein großer Aufwand. Auch wenn zahlreiche Fahrzeuge betroffen sind, erwartet das Autohaus Fellner keinen zu großen Ansturm. „Die Fehler sind nicht sicherheitsgefährdend“, so die Werkstatt Fellner. Insofern ist die Aktualisierung der Software nicht dringlich.

Für alle weiteren, kniffligeren Fälle, arbeitet VW an Lösungen. Teilweise muss das Unternehmen Ersatzteile entwickeln, die die Abgasentwicklung reduzieren sollen. Wie die Rückrufaktion dafür aussehen wird, weiß bisher niemand. Da hilft nur eins: Abwarten.

Eine Sache jedoch steht fest: Der Kunde muss sich keine Sorgen machen. Alle entstehenden Kosten werden vom Konzern VW übernommen. Und das wichtigste: Die Fehler wirken sich in keinster Weise auf die Sicherheit der Fahrzeuge aus.

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