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Wie die Kugel an den Christbaum kam …

Von Rose Beyer

Ein Weihnachten ohne ihn ist kaum vorzustellen. Er gehört zur Weihnachtstradition wie Plätzchen und Geschenke. Ihm ist sogar ein Lied gewidmet: Oh Tannenbaum! Doch wo kommt er eigentlich her? Und wieso stellen wir uns eigentlich an Weihnachten einen mit Kugeln geschmückten Baum ins Haus?

Ohne Kugeln kaum vorstellbar: Der Christbaum. / Archivbild

Jedes Jahr um die Weihnachtszeit ziert ein schön geschmückter Christbaum die Häuser. Er gehört zu unserer Weihnachtstradition wie das Jesus Kind in der Krippe oder Geschenke. Schließlich bringt sie das Christkind und legt sie traditionell unter den Weihnachtsbaum. Doch woher kommt eigentlich diese lang gepflegte Tradition?

Angefangen bei den Römern…

Die Wurzeln des Christbaumes reichen zurück bis in die Römische Antike. Schon damals zierte man die Häuser mit Lorbeerkränzen zum Jahreswechsel. Durch das Schmücken eines Baumes zur Wintersonnenwende ehrte man dem Sonnengott. Außerdem bedeutete das Grün Hoffnung auf den Frühling.

Im Mittelalter war es zu Weihnachten Brauch der Kirche, Paradiesspiele aufzuführen. Weil der 24. Dezember früher der liturgische Gedenktag Adam und Evas war, stellte man einen Paradiesbaum auf, der mit Äpfeln behängt wurde. Diese standen symbolisch als Zeichen der verbotenen Frucht vom Baum der Erkenntnis und erinnerte an den Sündenfall und die Befreiung des Menschen von der Erbsünde.

Verbreitung von München ins Oberland

Im 19. Jahrhundert verbreitete sich die Weihnachtsbaum-Tradition von Deutschland aus auf die ganze Welt. In den Städten haben sich wohlhabende Leute eine prächtig geschmückte Tanne ins Haus geholt. Dass sich die Tradition des Christbaumes bis ins Oberland verbreitet hat, ist vor allem zwei historischen Persönlichkeiten zu verdanken, weiß der Gmunder Archivar Beni Eisenburg:

Die Königinnen Karoline und Therese von Bayern besuchten oft das Tegernseer Tal. In der Weihnachtszeit haben sie in ihren Residenzen einen Christbaum aufstellen lassen.

Die Wittelsbacher brachten also den Christbaum von München auf das Land. Nach und nach haben Bauern und Landsleute den Brauch angenommen. Heute findet man in nahezu jedem Haus eine weihnachtliche geschmückte Tanne. Doch welcher Baum eignet sich hierfür am besten?

Der gezüchtete Christbaum: Die Nordmanntanne

Sie hat weiche Nadeln, ist lange grün und hat füllige Zweige. Die Nordmanntanne ist bei den Deutschen als Christbaum sehr beliebt. Das hat auch seine Gründe, erklärt Robert Klimt von der gleichnamigen Land- und Gartenbaufirma aus Rottach-Egern: „Sie wird extra als Weihnachtsbaum gezogen. Das heißt, die Nordmanntannen werden speziell gestutzt, damit sie ihre typische Form behalten.“

Aber auch Blau-, Rot- und Weißtannen werden als Christbäume verwendet. Des Weiteren sind Nobilistannen, Latschenkiefern oder Douglastannen beliebt. Klimt betreibt zwar eine eigene Baumschule, aber bei rund 500 verkauften Weihnachtstannen pro Jahr muss er die Bäume auch ankaufen. „Ich beziehe die Tannen auch aus der Region Rosenheim, Ulm und Bruckmühl“, so Klimt.

Ab Anfang November/Dezember werden die Tannen geschlagen.

Allein in seiner Baumschule zieht er rund 400 Tannen groß. Eine Arbeit, die viele unterschätzen. Die zukünftigen Christbäume müssen gepflanzt, gezogen, geschnitten und gegossen werden. Bis ein Tannenbaum seine durchschnittliche Größe erreicht hat, dauert es rund vier Jahre. „Eine 2,50 Meter hohe Tanne wächst rund acht Jahre heran, bis sie geschlagen werden kann“, weiß Klimt.

Die Rottacher Land- und Gartenbaufirma verkauft ihre eigens gezüchteten Bäume je nach Größe von 15 bis maximal 60 Euro. Die angelieferten Tannen kosten dagegen ein wenig mehr. Und auch bei der Gärtnerei Reichl in Bad Wiessee kann man seinen Christbaum kaufen. „Unsere Bäume kommen alle aus dem Oberland“, erklärt Angelika Reichl. Qualität koste ihren Preis, schließlich sind die Bäume nicht gespritzt und werden das ganze Jahr hindurch bewässert.

Anmerkung der Redaktion: Der Artikel erschien bereits 2015.


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