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Walter Waldschütz erzählt von bewegenden Momenten

Wie ein Pfarrer Weihnachten feiert

Von Nina Häußinger

Jeder kennt sie – die besonders schönen Weihnachtsabende, und die, die man lieber schnell wieder vergessen will. Heute erzählt uns Pfarrer Walter Waldschütz von einem bewegenden Weihnachtsabend und wie er den heiligen Abend heuer verbringt.

Dekan Walter Waldschütz hat rund um Weihnachten viel zu tun / Quelle: Walter Waldschütz

Ihre schönste Weihnachtsgeschichte?

Waldschütz: Sie ist etwas lang aber wunderbar, ich mag sie immer wieder, nicht ich habe sie erlebt, aber sie wird immer erlebbar.

Drei Wünsche

Ein kleiner Junge besuchte seinen Großvater und sah ihm zu, wie er die Krippenfiguren schnitzte. Der Junge schaute sie sich ganz intensiv an und sie fingen an, für ihn zu leben. Da schaute er das Kind an – und das Kind schaute ihn an. Plötzlich bekam er einen Schrecken und die Tränen traten ihm in die Augen. “Warum weinst du denn?”, fragte das Jesuskind. “Weil ich dir nichts mitgebracht habe”, sagte der Junge. “Ich will aber gerne etwas von dir haben”, entgegnete das Jesuskind. Da wurde der Kleine rot vor Freude. “Ich will dir alles schenken, was ich habe”, stammelte er.

Drei Sachen möchte ich von dir haben”, sagte das Jesuskind. Da fiel ihm der Kleine ins Wort: “Meinen neuen Mantel, meine elektrische Eisenbahn, mein schönes Buch … ?” – “Nein”, entgegnete das Jesuskind, “das alles brauche ich nicht. Schenk mir deinen letzten Aufsatz.”

Da erschrak der Kleine. “Jesus”, stotterte er ganz verlegen… und flüsterte: “Da hat doch der Lehrer ‘ungenügend’ darunter geschrieben”. “Eben deshalb will ich ihn haben”, antwortete das Jesuskind. “Aber, warum denn?”, fragte der Junge. “Du sollst mir immer das bringen, wo ‘ungenügend’ darunter steht. Versprichst du mir das?”. “Sehr gern”, antwortete der Junge.

Wenn du zu mir kommst, will ich dir helfen

“Aber ich will noch ein zweites Geschenk von dir”, sagte das Jesuskind…, “deinen Milchbecher”. “Aber den habe ich doch heute zerbrochen”, entgegnete der Junge. “Du sollst mir immer das bringen, was du im Leben zerbrochen hast. Ich will es wieder heil machen. Gibst du mir das auch?” “Das ist schwer”, sagte der Junge. “Hilfst du mir dabei?”

“Aber nun mein dritter Wunsch“, sagte das Jesuskind. “Du sollst mir nun noch die Antwort bringen, die du der Mutter gegeben hast, als sie fragte, wie denn der Milchbecher kaputtgegangen ist”. Da legte der Kleine die Stirn auf die Kante und weinte so bitterlich: “Ich, ich, ich …”, brachte er unter Schluchzen mühsam heraus… “ich habe den Becher umgestoßen; in Wahrheit habe ich ihn absichtlich auf die Erde geworfen.” “Ja, du sollst mir all deine Lügen, deinen Trotz, dein Böses, was du getan hast, bringen”, sagte das Jesuskind.

“Und wenn du zu mir kommst, will ich dir helfen; ich will dich annehmen in deiner Schwäche; ich will dir immer neu vergeben; ich will dich an deiner Hand nehmen und dir den Weg zeigen. Willst du dir das schenken lassen?” Und der Junge schaute, hörte und staunte …

Und Ihre ganz persönliche schönste Geschichte zu Weihnachten?

Waldschütz: Bei einem Verkehrsunfall, zu dem ich gerufen wurde, starb einer von zwei Brüdern (zwei Jugendliche), ich hatte die Nachricht der Mutter zu überbringen. Der andere Bruder war schwer verletzt, körperlich stark eingeschränkt. Ich wurde nach München geholt, um ihm die Krankensalbung zu spenden. Ich habe ihn dann noch später einmal auf der Reha besucht, in einem Stuhl, schwerst behindert.

Viele Jahre später hielt ich in der Glashütte eine Christmette, als ich aus dem Gottesdienst rausging, erkannt ich S., der die Mette mitfeierte, wir haben uns umarmt, ich habe Gott gedankt und … es war für mich Weihnachten, eine weihevolle Nacht!

Ihre peinlichste/ schlimmste Weihnachtsgeschichte?

Waldschütz: Ich hatte noch in Glashütte eine zweite Christmette, ich kam von Egern nicht weiter, nach vorne war die Straße voll, nach hinten ging auch nichts, ich musste warten und warten, ich „saß“ auf Kohlen, als ich endlich nach einer halben Stunde rauskam, war ich natürlich viel zu spät. Als ich dort ankam, war die Kirche gefüllt, ich ging wie mit einem Spießrutenlaufen durch die gefüllte Kirche und habe mich dann entschuldigt und fing zehn Minuten später die Christmette an – innerlich war ich ganz k.o.

Wie verbringen Sie den Weihnachtsabend?

Waldschütz: Sehr einfach, meist in der Kirche, am Vormittag im Beichtstuhl, dann entweder noch Krankenbesuche oder Vorbereitung, dann drei Christmetten. Die Erste um 17.30 in Kreuth, dann 22.00 Uhr in Egern, dann 00.00 Uhr in Wildbad Kreuth.


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