Wie funktioniert ein Virenscanner – und ist er sicher?

von Redaktion

Ein Virenscanner gehört auf jeden Computer. Diese an sich schlichte Erkenntnis hat sich dank zahlreichen Informationskampagnen mittlerweile allgemein durchgesetzt. Doch was leistet das Programm eigentlich, sind alle Hersteller gleichermaßen zuverlässig und welche Funktionen sind besonders wichtig?

Auf diese Fragen haben nur die wenigstens Nutzer eine klare Antwort und vertrauen stattdessen auf die Lösung, die entweder bereits vorinstalliert geliefert wurde oder die sie bereits in der Vergangenheit benutzten.

Viren sind nur ein kleiner Teil der Bedrohungen

In der Realität machen Viren mittlerweile nur einen verschwindend kleinen Anteil unter den bekannten Schadprogrammen aus. Besonders stark im Kommen war 2016 hingegen die sogenannte Ransomware. Sie verschlüsselt wichtige Daten eines Computers oder gleich das komplette Betriebssystem und gibt diese erst nach Zahlung eines “Lösegelds” wieder frei. Wer dieses nicht zahlen wollte und keine Sicherheitskopie zur Hand hatte, kann nur auf frei zugängliche Werkzeuge hoffen, die die Verschlüsselung knacken. Diese sind aber nur sehr selten verfügbar.

Groß bleibt auch die Gefahr durch Trojaner. Sie installieren auf einem Computer eine Hintertür, über die Kriminelle diesen vollständig kontrollieren können. Dabei haben sie es nicht immer auf Daten abgesehen, denn auch die Rechenleistung und der Netzwerkanschluss sind wertvoll. In einem “Botnetz” zusammengefasst können Tausende oder sogar Millionen durch massive Anfragen Webseiten lahmlegen. Zahlen tut entweder die Konkurrenz oder der Betreiber selbst, der diesen Angriff beenden möchte.

Die Nadel im Heuhaufen – auf der Spur der Viren

Um potentiell bedrohliche Programme aufzuspüren, nutzen die Hersteller deren Codes. Infiziert beispielsweise ein Virus eine fremde Anwendung, fügt es seine eigenen Programmteile in diese ein. Virenscanner verfügen über eine umfangreiche Datenbank mit Schnipseln der bekannten Schadsoftware und analysiert Dateien darauf, ob diese in ihnen gefunden werden. Ist dies der Fall, schlagen sie Alarm und zeigen gleichzeitig an, um welchen Virus es sich handelt. Damit sie in keinem Fall gestartet werden können, überwachen sie zusätzlich den Speicher auf auffällige Routinen oder Abläufe. Im Zweifelsfall blockieren sie diese, um dem Virus keine Möglichkeit zu geben, den Virenscanner selbst außer Betrieb zu setzen.

Infektionen können mittlerweile jedoch auch bereits durch den Besuch einer Homepage erfolgen. Aus diesem Grund betrachten Internet Security Lösungen ebenfalls den Browser und warnen vor Adressen, die bereits in der Vergangenheit auffällig geworden sind. Außerdem kontrollieren sie, ob Skripte – auf Webseiten eingebettete, kleine Programme – versuchen, einen Computer zu manipulieren. Auch in diesem Fall warnen sie vor der möglichen Gefahr.

Die Sicherheit hängt vom Hersteller ab

Aus dem Vorgehen eines Virenscanners wird auch deutlich, warum diese regelmäßig aktualisiert werden müssen. Täglich werden neue Viren entdeckt, die die Hersteller anschließend in die Datenbank einspeisen. Große Unternehmen erledigen solche Aktualisierungen routinemäßig mehrfach am Tag, doch leider ist dies nicht immer der Fall. Aus diesem Grund schützen Virenscanner von vielen führenden Anbietern – leider jedoch nicht allen – sehr zuverlässig, während bei kleineren mitunter schlicht das Personal für die Betreuung fehlt.

Auf die in Windows integrierte Sicherheit sollte sich allerdings niemand blind verlassen. Pikanterweise schneidet gerade der ab Windows 10 integrierte Microsoft Defender in Tests wie beispielsweise im März 2017 von der Stiftung Warentest schlecht ab. Von allen betrachteten Virenscannern erkannte er die wenigsten Schädlinge und landete auf dem letzten Platz. Daher sollte man sich die Zeit nehmen, Ausschau nach Virenscannern zu halten. Welches Antivirenprogramm am besten für den eigenen Rechner oder das Unternehmen geeignet ist, lässt sich beispielsweise anhand des Vergleichs von Netzsieger herausfinden.


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