Wie groß wird das Camper-Eldorado am Oedberg?

Das Geschäft mit dem Campen am Gmunder Oedberg läuft gut. Seit vergangenen Sommer stehen dort 22 Plätze bereit. Ein paar Stellplätze oder Fullservice-Angebot? Was wird aus dem Freizeitgelände in Zukunft? Kritiker warnen vor einer Salami-Taktik der Betreiber.

Der Oedberg will künftig verstärkt auf Camper setzen

Camping ist durchaus ein ernstzunehmender Wirtschaftsfaktor. So leitete Bürgermeister Alfons Besel gestern den Tagesordnungspunkt zum Gmund Oedberg ein. „Jeder Camper lässt am Tag an die 40 Euro da”, diese Summe stellte der Rathauschef in den Raum. Auch Radfahrer werden es immer mehr, die in den Unterkünften am Oedberg ein Bett finden könnten. „Die Oedberg GmbH möchte diesen Bedarf befriedigen,“ so Besel weiter.

In der Sitzung kurz vor Weihnachten seien alle Änderungen zum Bebauungsplan zusammengetragen gewesen. Jetzt seien sie auch in die Planunterlagen eingearbeitet. Professor Lothar Zettler vom Planungsbüro Lars Consult die Änderungen zum vergangenen Herbst auf. „Es steht nichts drin, was Sie nicht schon beschlossen haben. Sie müssen das jetzt nur noch billigen und dann beginnt das Verfahren”, meint er.

Reisberger spricht von großem Interesse

Anschließend erlaubte der Bürgermeister dem Betreiber Georg Reisberger, seine Pläne selbst zu erörtern. Eigentlich ist es unüblich, dass das Publikum in Gemeinderatssitzungen zu Wort kommt. „22 Plätze haben wir hergestellt kurz nach dem Waldfest und sie wurden gut angenommen“, berichtete er. Auch jetzt ist nachhaltig Bedarf da, obwohl wir noch keine große Werbung gemacht haben.“ Die Leute seien froh, dass es jetzt endlich sowas im Tegernseer Tal gibt.

Die Oedberg GmbH hätte das Angebot auf Messen präsentiert und durchwegs positive Resonanz erfahren. Man hätte auch schon einen Partner, ein Fahrradhaus aus Schliersee, mit dem man zusammen einen Fahrradverleih organisiert hätte.

Wenn der Platz fertig angelegt sei, zum Beispiel mit Waschanlagen etc., dann wird das sicher noch besser angenommen, so Reisberger. Es gibt tolle vergleichbare Anlagen in Garmisch und am Achensee, die hätten alle keine Belegungsprobleme.

Wie sieht die Zukunft am Oedberg aus?

In Zeiten, in denen es im Winter keine Schneesicherheit mehr gibt und es auch im Sommer oft regnet, ist es für die Betreiber wichtig, sich Gedanken darüber zu machen, wie man das Geschäft am Oedberg mit einem wetterunabhängigen Angebot sichern kann. Reisberger warf schon einmal ein paar Zukunftsgedanken in den Raum: „47 Plätze werden wahrscheinlich in weiter Zukunft nicht ausreichen.“

Die Gemeinderäte gaben diskutierten kontrovers. Barbara von Miller (SPD) freut sich über die bisherige positive Resonanz. „Ich dachte immer, das mit den Wohnmobilen funktioniert nur in Seenähe.“

„Insgesamt ist das eine super G‘schicht”, meint Georg Rabl (FWG). Auch er findet die Wohnmobilplätze, so wie sie jetzt angedacht sind, in Ordnung. Jedoch geht er mit der angedeuteten Salami-Taktik nicht wirklich konform:

Reichen dann aber noch die Stellplätze aus – mit der Sommerrodelbahn und dem ganzen anderen Betrieb? Bitte nicht schon wieder die nächsten drei bis vier Salamischeiben im Hintergrund haben…

Während Michael Huber (SPD) und Helga Wagner (GRÜNE) Georg Rabl Recht gaben, sieht Christine Zierer (FWG) das ganze anders. Man hätte damals gesagt, man wolle die Wohnmobile weg haben vom See, erinnert sie sich. Da oben würde das hinpassen hätte man gesagt. „Jetzt lasst das doch mal laufen und sagt nicht schon wieder, aber dann reicht‘s. Was haben wir denn groß an Freizeit in Gmund zu bieten?“

Nach der Diskussion billigte der Gemeinderat den Entwurf mit drei Gegenstimmen. Während Michael Huber sich wünscht, dass der Betreiber grob abstecken solle, wohin die Reise gehen soll am Oedberg, ließ Georg Reisberger durchblicken, dass es ohne Aussichten auf Erweiterung schwierig werde: „Es geht hier nicht um ein Kasperltheater, sondern um die Existenz des Oedbergs. Wenn die Aussichten nicht bestehen, dann wird es den Oedberg nicht mehr geben.“


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