Wie sich der Flughafen München auf die Wintersaison vorbereitet

Von Extern

Nach drastischen Rückgängen der Passagierzahlen entspannt sich die Situation im Flugverkehr auch am Flughafen München deutlich. Bereits im August kletterte die Zahl der Passagiere erneut auf 1,8 Millionen. Diesem erneuten Wachstum war es zu verdanken, dass der Flughafen jüngst wieder 170 Destinationen ansteuern konnte – rund 80 Prozent der Flugziele, die in Zeiten vor Corona auf den Anzeigetafeln standen. Nun geht es für den großen Flughafen darum, sich vollumfänglich auf die Wintersaison vorzubereiten.

Flughafen passt sich mit Winterfahrplan der gestiegenen Nachfrage an

Üblicherweise fliegen im Winter weniger Menschen in den Urlaub. Auch deshalb tritt regelmäßig ein saisonaler Winterfahrplan in Kraft. In der Saison 2021 werden dennoch mehr als 160 Destinationen bei den Flügen von München angeboten. Im Gegensatz zu den Vorjahren erwartet der Flughafen München im vierten Quartal des Jahres allerdings einen erneuten Aufwärtstrend. Auch die Umsteigezahlen bewegen sich auf hohem Niveau und stiegen zuletzt von 21 auf gut 28 Prozent an. Im Winter erwartet der Flughafen weiterhin ein solches Passagieraufkommen, nicht zuletzt deshalb, da die USA den Flugverkehr im November wieder öffnen möchte. So kündigte unter anderem die Lufthansa an, zum Jahresende ihre Anzahl der Flüge nach New York und Los Angeles zu erhöhen. Auch die Langstreckenverbindungen gen Nordamerika sollen im Winter erweitert werden: Neben Miami und Mexico City soll im Winterfahrplan erstmals auch Vancouver angeflogen werden.

Auch der Winterdienst leistet einen wichtigen Beitrag zum sicheren Flugbetrieb

Neben der weihnachtlichen Stimmung bringt der Winter vor allem Eis und Schnee mit sich. Da täglich mehrere Tausend Flugzeuge am Flughafen starten und landen, kann sich das Wetter erheblich auf den Flugbetrieb auswirken. Deshalb investiert der Flughafen eigenen Angaben zufolge jedes Jahr viel Geld in einen einsatzbereiten Winterdienst. Um für einen reibungslosen Flugverkehr zu sorgen, sind bis zu 200 Mitarbeiter pro Schicht im Einsatz. Diese gehen unterschiedlichen Aufgaben nach: Sie beräumen die Start- und Landeflächen von Eis und Schnee. Außerdem stellen die Mitarbeiter sicher, dass die Rollwege und Abfertigungsflächen zugänglich bleiben. Bevor die Flugzeuge starten können, werden sie von einer Tochtergesellschaft des Flughafens gründlich enteist. Damit der Flughafen für die Wintersaison gut gerüstet ist, kommen dabei unterschiedliche Spezialfahrzeuge und Geräte zum Einsatz, darunter Traktoren, Verladefräsen oder Pistenraupen. Geräumte Schneemassen stapelt der Winterdienst auf eine eigene Schneedeponie auf. Saisonal kommen am Flughafen München somit durchaus mehrere Hundert Kubikmeter Schnee zusammen.

Manpower aus der Region am Flughafen München

Um den Flugbetrieb auch bei Schneetreiben aufrechtzuerhalten, setzt der Flughafen auf eine Reihe von externen Mitarbeitern, die aus München und Umgebung kommen. Dazu gehören Landwirte*innen, aber auch Lohnunternehmer:innen aus der Region. Von November bis in den April hinein sind die externen Winter-Mitarbeiter jederzeit einsatzbereit und können, sobald sie von der Winterdienstzentrale informiert werden, binnen 60 Minuten für den Räumdienst startklar sein. Falls es einmal schnell gehen muss, kann sich der Flughafen mit mehreren Geräten und Fahrzeugen parallel behelfen. So ist es möglich, eine vollkommen zugeschneite Startbahn binnen 20 Minuten wieder auf Kurs zu bringen. Da im wahrsten Sinne des Wortes jede Minute zählt, erwarten die Flughafenbetreiber auch von ihren externen Kräften 100 Prozent Zuverlässigkeit und richten ihren Winterdienst entsprechend aus.

Prozesse am Flughafen München für den Winter neu organisiert

Alles neu macht der Winter? Nicht am Flughafen München, wo täglich mehr als 1.000 Flieger landen oder starten. Damit auch bei Winterwetter alles glatt läuft, organisiert der Flughafen seine internen und externen Prozesse rechtzeitig. Dies beginnt bereits bei einer guten Vorbereitung: Sobald Schnee oder Unwetter angekündigt sind, ist der Winterdienst in Alarmbereitschaft versetzt und für den Notfall einsatzbereit. Bei einer erhöhten Schneefallwahrscheinlichkeit nimmt der Winterdienst seine Arbeit auf, indem er in Bereitschaft bleibt. Hat das Wetterchaos bereits eingesetzt, dann greifen spezielle Operationen: Einerseits wird die Situation genau beobachtet, andererseits werden Zustandsberichte abgegeben und die weitere Vorgehensweise festgelegt.

Wetter im Winter nie zu 100 Prozent vorhersehbar

Obwohl sich der Flughafen intensiv auf die Wintersaison vorbereitet, gibt es immer mal wieder Situationen, die nicht vorhersehbar sind. In solchen Fällen bemüht sich der Flughafen um eine rechtzeitige Information und darum, bestimmte Flüge und Personengruppen zu priorisieren. Es ist beispielsweise möglich, Fluggäste rechtzeitig auf einen anderen Flug umzubuchen oder aber auf die Deutsche Bahn auszuweichen. Falls der Flug am selben Tag nicht mehr angetreten oder fortgesetzt werden kann, kümmert sich der Flughafen schon vor der Saison um zusätzliche Kapazitäten in Hotels. So stehen den Gästen im Notfall ausreichend Kontingente zur Verfügung, um eine Nacht in einem Hotel vor Ort unterzukommen.

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