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Tegernseer Schüler äußern ihre Meinung zum G8

Wie viel Zeit braucht Bildung?

Von Nina Häußinger

G8 oder G9 – das ist die Frage, die Deutschland seit der Einführung des achtjährigen Gymnasiums 2003 beschäftigt. Vom 3. bis zum 16. Juli haben Bürger jetzt die Möglichkeit, durch ein Volksbegehren aktiv an einer Veränderung des Schulsystems mitzuwirken.

Wir haben uns mal am Gymnasium Tegernsee bei den Schülern umgehört, was sie bevorzugen – acht oder neun Jahre Schule?

Alexandra Neußer, Florian Unteruggauer, Cord Walther sind geteilter Meinung zum Thema G8
Alexandra Neußer, Florian Unterluggauer und Cord Walther sind geteilter Meinung zum Thema G8.

2003 wurde das achtjährige Gymnasium eingeführt. Nicht nur, dass weder Lehrpläne noch Bücher vorhanden waren, auch der Lern- und Zeitdruck für die Schüler wurde nicht berücksichtigt. Viel Kritik machte sich breit und auch nach zehn Jahren ist das Modell noch nicht bei allen Schülern, Eltern und Politikern anerkannt.

FWG fordert Wahlmöglichkeit zwischen G8 und G9

Heute startet das Volksbegehren der Freien Wähler. Damit haben alle Betroffenen die Möglichkeit, sich einzubringen. „Mehr Zeit zum Lernen – mehr Zeit zum Leben!“ lautet der Slogan der FWG, mit dem Ziel, die Bevölkerung für ihr Volksbegehren zu begeistern. Vom 3. bis zum 16. Juli haben Wähler die Möglichkeit, sich in die Listen in den Rathäusern einzutragen.

Die FWG plädiert dafür, dass sich Schüler zukünftig zwischen den beiden Wegen entscheiden können. Zehn Prozent der Bürger müssen dafür das Begehren unterstützen. Die Schulleiter der beiden ortsansässigen Gymnasien in Holzkirchen und Tegernsee wollen vor allem endlich eine Lösung. Zwar ist Dr. Werner Oberholzner, Direktor am Gymnasium Tegernsee, der Meinung, dass das G8 zu schnell eingeführt worden sei, trotzdem fände er eine Rückkehr zum G9 „jammerschade“. Denn es hat nicht nur Negatives mit sich gebracht.

Vor allem die Intensivierungsstunde biete die Möglichkeit, die Schüler nach den jeweiligen Bedürfnissen zu fördern. Auch die W-Seminare bereiten die Schüler gut auf ein Studium oder ihre Seminararbeiten vor. Hier lernt man vor allem, wie man wissenschaftliche Arbeiten anfertigt, Literatur findet und korrekt zitiert.

Meinung der Gymnasiasten geteilt

Die Meinungen unter den Tegernseer Gymnasiasten zu diesem Thema sind indes geteilt. Viele finden das G8 gut, weil man einfach ein Jahr weniger zur Schule gehen muss. So auch Cord Walter aus der Q11: „Mit dem G8 hat man einfach ein Jahr weniger“, meint der 17-Jährige.

Auch Franziska Krüger aus der 10. Klasse sieht das so. „An sich finde ich das G8 besser. In Bayern wurde es aber falsch aufgezogen, weil man den gleichen Stoff in acht Jahren schaffen muss. Allerdings kann man so, selbst wenn man wiederholen muss, noch früh anfangen zu studieren“, erklärt sie. Anna Strohschneider und Lisa Wrba aus der 7. Klasse finden es auch gut, dass man schneller fertig ist. Außerdem seien sie es nicht anders gewohnt und haben folglich auch keine Probleme damit.

Doch es gibt auch Gegenstimmen. Viele Schüler sind der Meinung, dass das G8 zu stressig ist und man einfach mehr Zeit für den Stoff braucht. „Mit dem G9 hat man einfach noch ein Jahr mehr und man ist nicht so jung, wenn man anfängt zu studieren“, erklärt Alexandra Neußer aus der Q11. Auch Paulina Pfisterer sieht das so: „Mit 17 Jahren kann man nach dem Abi einfach nicht so viel machen.“

Julia Prankl und Theresa Löffler fänden neuen Jahre Schule besser
Julia Prankl und Theresa Löffler fänden neun Jahre Schule besser.

Auch die Achtklässler Julia Prankl und Theresa Löffler würden sich mehr Zeit und weniger Stress wünschen. Dennis aus der 6. Klasse weiß dafür zwar, dass die Wirtschaft so schneller mehr Arbeitskräfte bekommt, findet aber, dass das Wissen so nicht genug verinnerlicht wird. „Da kommt dann viel Mist raus“, findet er.

Die Meinungen im Schulhaus sind demnach genauso gespalten wie die der Eltern und Politiker. Eine mögliche Entscheidungsfreiheit, wie sie die Freien Wähler anstreben, wäre also eine Option, um die Unstimmigkeiten rund um das Thema G8/G9 zu lösen. Ob die Bayerischen Bürger dies allerdings genauso sehen, werden die kommenden zwei Wochen zeigen.


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