Neuer Aldi verträgt sich mit Lidl: Gutachten widerlegt Tegernseer Befürchtungen

Von Redaktion

Der Aldi in Weissach hat am 22. Dezember eröffnet

Vierte Ergänzung vom 11. Februar / 09:57 Uhr
Auf der gestrigen Kreuther Gemeinderatssitzung wurde vorläufig das letzte Mal über den wiedererbauten Aldi in Weissach gesprochen. Dabei ging es nach Abschluß der zweiten Auslegung unter anderem um einen Einwand der Stadt Tegernsee. Diese hatte sich auf ihrer Stadtratssitzung im Dezember (siehe zweite Ergänzung) sehr kritisch über die Größe der neuen Aldi-Filliale geäußert und ein überarbeitetes Verträglichkeitsgutachten gefordert. Die Sorge der Stadt: Der Neubau vertrage sich nicht mit dem neuen Lidl in Tegernsee-Süd und dürfe demzufolge eine gewisse Verkaufsfläche nicht überschreiten.

Das Ergebnis des von der Firma Aldi bezahlten Gutachtens ist nun da und ziemlich eindeutig, wie Bürgermeister Bierschneider betonte:

Die Situation hat sich, auch durch den neuen Lidl, nicht geändert. Und die Kriterien für ein Einzelhandelsgroßprojekt sind nicht erfüllt. Insofern wird der Einwand zur Kenntnis genommen, hat jedoch keine Auswirkungen.

Dritte Ergänzung vom 23. Dezember mit der Überschrift „Wiederaufbau der abgebrannten Aldi-Filiale in Kreuth-Weissach fertiggestellt“
Trotz der Diskussionen um die Verkaufsfläche des Aldi und ob dessen Erweiterung auf 900 Quadratmeter nicht den Tegernseer Lidl negativ beeinträchtigt, hat der nach dem Brand im letzten November neu errichtete Supermarkt am gestrigen Mittwoch seine Pforten eröffnet. Damit ist es nun vorbei mit dem Zelt-Provisorium nebenan.

Ob die Erweiterung von derzeit 800 auf zukünftig 900 Quadratmeter allerdings kommen wird, ist noch in der baurechtlichen Schwebe. Laut dem Kreuther Bürgermeister Josef Bierschneider wird sich der Gemeinderat voraussichtlich im Januar mit allen Einwänden und Stellungnahmen aus der Bevölkerung und den Behörden zur überarbeiteten Baugenehmigung befassen.

Praktisch gesehen ist die Erweiterung jedoch kein Problem. Aldi hat diese bereits eingeplant und müsste in dem Fall nur eine Trennwand im Verkaufsbereich entfernen. Dadurch würde derzeitiger Lagerraum einfach zu Verkaufsraum umfunktioniert werden.

Zweite Ergänzung vom 08. Dezember / 17:36 Uhr mit der Überschrift: „Wiederaufbau der abgebrannten Aldi-Filiale in Kreuth-Weissach: Tegernsee steht dem Vorhaben kritisch gegenüber“
Die Stadt Tegernsee war aufgefordert – ähnlich wie andere Träger öffentlicher Belange – eine Stellungnahme zum Aldi-Neubau in Kreuth-Weissach abzugeben. Dabei hatte sich Bürgermeister Peter Janssen relativ kritisch über die Änderung des Bebauungsplans geäußert. Diese Änderung war notwendig geworden, da Aldi im Vergleich zum vorherigen Gebäude die Verkaufsfläche von 850 auf 1.000 Quadratmeter erweiteren wollte.

Bereits beim Lidl-Markt hatte jedoch die Stadt Tegernsee interveniert. Bei 800 Quadratmetern war damals Schluß.

Da eine Erweiterung der Verkaufsfläche auch negative Auswirkungen haben kann, hatte die Gemeinde Kreuth im Jahr 2009 ein Gutachten erstellen lassen, ob sich die vergrößerte Verkaufsfläche schädlich auf die Umgebung auswirkt. Das Ergebnis dieses Gutachten hatte ergeben, dass aus dem größeren Aldi-Markt keine negative städtebauliche Entwicklung resultiert. Soweit die Theorie.

In der Praxis sieht die Stadt Tegernsee dieses Gutachten mittlerweile als überholt an, da es den Lidl-Markt in Tegernsee-Süd nicht berücksichtigt. Dieser wurde erst vor fast genau einem Jahr eröffnet und war damit auch nicht Bestandteil der Analyse.

Deswegen hatte Bürgermeister Janssen auch vorgeschlagen, dass die Kreuther ihr Verträglichkeitsgutachten auf den aktuellsten Stand bringen lassen sollen. Die Begründung lieferte er gleich mit:

Insgesamt meine ich sollte man die Sache schon ernst nehmen. Alleine aufgrund der Größe der Märkte. Denn das schaukelt sich immer weiter hoch.

Die einstimmig angenommene Empfehlung ist für die Gemeinde Kreuth allerdings nicht bindend. Laut Bürgermeister Bierschneider wird sich der Gemeinderat voraussichtlich im Januar mit allen Einwänden und Stellungnahmen aus der Bevölkerung und den Behörden befassen. Dann kommt auch die Entscheidung des Tegernseer Stadtrates auf den Tisch. Ob und wie das Kreuther Gremium darauf reagiert, ist jedoch offen. Sollte er die Stellungnahme zurückweisen, sei „eine eindeutige Begründung nötig“ so Bierschneider weiter.

Ergänzung vom 15. November / 16:34 Uhr

Der Neubau des Aldi in Weissach ist fast fertig.

Fast ein Jahr nach dem verherrenden Brand der Aldi-Filiale in Weissach, liegt der Bau des wiederrichteten Gebäudes in den letzten Zügen.

Und auch der Kreuther Gemeinderat hat den Bebauungsplan in seiner letzten Sitzung ein großes Stück voran gebracht. Im sogenannten Aufstellungs- und Billigungsbeschluß wurden die letzten Details verabschiedet. Dabei hat sich herausgestellt, dass die Verkaufsfläche bei maximal 1.000 Quadratmeter liegen wird.

Der zweite Punkt war die Verkleidung des Giebels. Wie auf dem Bild zu sehen ist, hat das Vordach des Gebäudes im Eingangsbereich eine Verkleidung aus Kupferblechbahnen. Aldi hatte eine Verkleidung in Aluminium-Weiß – wie auf dem untersten siehe Bild des abgebrannten Aldis zu sehen – gefordert. Dafür wollte die Firma die bestehende Lösung nachträglich überstreichen lassen.

Die Gemeinderäte sprachen sich aber nach kurzer Diskussion aus optischen Gründen geschlossen dagegen aus.

Jetzt haben noch die Träger öffentlicher Belange und die Bürger die Möglichkeit sich zu den ausgelegten Plänen zu äußern.

Ursprünglicher Artikel vom 16. September:
Rottach-Egern hat auf der Gemeinderatssitzung am Dienstag eine städtebauliche Vereinbarung mit der Gemeinde Kreuth abgeschlossen. Somit ist das Gremium dem Wunsch der Gemeinde Kreuth nachgekommen. Konkret geht es um die Wiederrichtung des abgebrannten Aldis. Eigentlich eine reine Formsache, war die Vereinbarung notwendig geworden, weil Kreuth nicht, wie die übrigen Talgemeinden, im Mittelzentrum Tegernseer Tal integriert ist. Das ist zwar nicht logisch, aber laut Franz Hafner aufgrund bürokratischer Hemmnisse scheinbar nicht zu ändern.

Der Beschluss wurde einstimmig angenommen. Somit steht dem Plan für die Wiederrichtung des abgebrannten Gebäudes – zumindest rein bürokratisch – nichts mehr im Weg.

Brand der Aldi-Filiale in Kreuth am 29.11.2009


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