Nachfolger für Christian Stiglmeier gewählt

Wiesseer Feuerwehr hat neuen Kommandanten

Anderen Menschen zu helfen war seine größte Leidenschaft: 30 Jahre lang führte Christian Stiglmeier als erster Kommandant die Wiesseer Feuerwehr an. Doch der 56-Jährige trat bei der gestrigen Kommandantenwahl nicht mehr an. Es findet ein Führungswechsel statt.

Der langjährige Wiesseer Feuerwehrkommandant Christian Stiglmeier (rechts) hat beschlossen, aufzuhören.

30 Jahre – so lang wie kaum ein anderer Kommandant im Landkreis – widmete er seine Zeit und Leidenschaft der Wiesseer Feuerwehr. Doch bereits Anfang des Jahres war klar: Christian Stiglmeier (56) wird nicht mehr zur nächsten Kommandantenwahl antreten, er hört auf.

Gestern Abend fand nun die besagte Kommandantenwahl statt. Die Gemeinde hatte dazu die Aktiven ins Feuerwehrhaus geladen – insgesamt kamen rund 50 aktive Mitglieder, erster und zweiter Bürgermeister Peter Höß und Robert Huber sowie Kreisbrandrat Anton Riblinger und Kreisbrandinspektor Karl Limmer.

Stellvertreter wird zum Nachfolger

Wie bereits angekündigt, stellte sich Stiglmeier nicht erneut zur Wahl. Dafür wurde der 36-jährige Korbinian Herzinger, bisher Stiglmeiers Stellvertreter, zum Nachfolger gewählt. Herzinger wird künftig von Lorenz Höß vertreten. Wenn das Landratsamt und auch der Gemeinderat bei seiner kommenden Sitzung im März die Wahl bestätigen, dann ist der Führungswechsel offiziell.

Am 9. März um 19 Uhr findet außerdem noch die Vorstandswahl der Feuerwehr statt. Bisher ist Andreas Kaiser Vorsitzender.

Ursprünglicher Artikel vom 04. Januar 2018 mit der Überschrift: „Wiesseer Feuerwehrkommandant tritt zurück“

Sein ganzes Leben hat er der Wiesseer Feuerwehr geopfert. Hilfe zu leisten war sein größtes Hobby. Jetzt schmeißt Feuerwehrkommandant Christian Stiglmeier das Handtuch.

Seit 30 Jahren ist der erste Feuerwehrkommandant Christian Stiglmeier bei der Freiwilligen Feuerwehr Bad Wiessee. Gerüchten zufolge soll er am 1. Januar zurückgetreten sein. „Das stimmt nicht“, sagt Stiglmeier auf telefonische Nachfrage. Es sei zwar richtig, dass er aufhören werde, aber Neuwahlen seien erst in etwa zwei Monaten. Bis dahin sei er noch im Amt. Mehr wolle er zu diesem frühen Zeitpunkt nicht sagen.

Auch der stellvertretende Vereinsvorsitzende Florian Rixner bestätigt den geplanten Rücktritt von Stiglmeier. Zu den Gründen äußert er sich nur vage. Vermutlich spiele das Alter eine Rolle. Was ihn ausmacht? „Er hat sein ganzes Leben der Feuerwehr geopfert. Sie war zugleich sein größtes Hobby.“ Stiglmeier habe seine Mannschaft auf jeden Fall im Griff. Seine Nachfolge könnte Stiglmeiers Stellvertreter Korbinian Herzinger antreten. Aber auch das entscheide sich erst bei der Neuwahl, so Rixner.

Gefüllte Kassen dank “Haus”-Erbe

Erst im Mai vergangenen Jahres legte der Schriftführer der Freiwilligen Feuerwehr Bad Wiessee, Thomas Mattner, sein Amt nieder. Zeitgleich trat auch der zweite Kommandant Hubert Götschl zurück. Den Rücktritten vorangegangen waren Streitigkeiten um das Erbe einer vermögenden, alten Dame, die im Jahr 2016 im Alter von 85 Jahren verstorben war.

Nach ihrem Tod hatte die Seniorin der Freiwilligen Feuerwehr Bad Wiessee ihr Mehrfamilienhaus in der Sanktjohanserstraße vermacht. Samt dem 2.500 Quadratmeter großen Grundstück. Der Wert wird auf etwa zwei Millionen Euro beziffert. Vereinsvorstand Andreas Kaiser, dessen Frau die alte Dame betreut hatte, profitierte persönlich. Ihm und seinen beiden Söhnen – Kaisers Frau war im Alter von 37 Jahren an einem Krebsleiden gestorben – wurde das restliche Hab und Gut vererbt, samt Barvermögen.

Kompromiss gefunden

Schriftführer Thomas Mattner war der Meinung, ein Gericht müsse klären, ob die Familie wirklich Anspruch auf das Barvermögen habe. Unter Hinzuziehung eines Anwaltes wurde schließlich ein Kompromiss ausgehandelt. Etwa ein Drittel des vorhandenen Bargeldes bekam die Feuerwehr, den Rest die Familie Kaiser. Die Einnahmen aus den vermieteten Wohnungen des geerbten Hauses fließen nun in die Kasse der Feuerwehr.

Die Vorstandschaft war zuvor geschlossen zurückgetreten, um in Form einer geheimen Abstimmung für Klarheit in den eigenen Reihen zu sorgen. Andreas Kaiser behielt das Vertrauen seiner Vereinskollegen. Er wurde mit 53 von 64 anwesenden Wahlberechtigten in seinem Amt bestätigt.

Sein Stellvertreter Florian Rixner erhielt damals 59 Stimmen, Josef Schäffler als Kassier 60 Stimmen. Für den zurückgetretenen Mattner kam Kathi Eberl ins Vorstandsteam. Als neuer Beisitzer wurde seinerzeit Korbinian Herzinger gewählt. Kassenprüfer blieben Hans Mereis und Sepp Prestel.

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