Riesenerfolg bei Wettkämpfen in Polen

Wiesseer Weltmeisterin im Eisschwimmen

Von Sabiene Hemkes

Die Nachrichten über die Erfolge unserer Landkreis-Sportler überschlagen sich. Der Fokus: Olympia. Doch das war’s noch nicht: Anfang Februar fand in Glogow die WM im Eisschwimmen statt. In dem nur 2,7 Grad kalten Wasser kämpften Franziska und Heidelinde Partheymüller aus Wiessee und Schaftlach um den Sieg.

Erfolgreiches Mutter Tochter Paar bei der Eis-Schwimm WM vom 4. bis zum 6. Februar in Polen. / Quelle: Familie Partheymüller

Wer die Tegernseer Stimme aufmerksam liest, kennt die Wiesserin Franziska Partheymüller und ihre Mutter Heidelinde aus Schaftlach bereits. Im Januar berichteten wir zuletzt über die schwierigen Trainingsbedingungen der Eisschwimmerinnen in den Pandemiejahren.

Weltmeisterschaften im Eiswasser der Oder

Damals erzählten die beiden Sportlerinnen auch, dass sie planen, zur Eisschwimm-WM nach Polen zu reisen. Das hat das sportliche Mutter-Tochter-Gespann Anfang Februar tatsächlich in die Tat umgesetzt. Sie mieteten sich eine Ferienwohnung im polnischen Glogow, nur zehn Gehminuten vom Veranstaltungsort entfernt, wie Franziska berichtet.

Ausgetragen wurden die Wettkämpfe in der 2,7 Grad kalten Oder. In einem schwimmenden 25 Meter Becken mit 10 zehn abgetrennten Bahnen traten die unerschrockenen Schwimmer und Schwimmerinnen in unterschiedlichen Altersklassen gegeneinander an.

Für die Wettbewerbe wurde ein schwimmendes Becken in der Oder bei Glogow verankert. / Quelle: Familie Partheymüller

Vor einigen Wochen noch nannte Heidelinde die Weltmeisterschaften scherzhaft „WM ohne Welt“, aber vor Ort wurden die beiden doch überraschend eines Besseren belehrt:

Es waren tatsächlich 300 Eisschwimmer aus 27 Nationen am Start. Zwar haben einige der Spitzensportler auf die WM verzichtet, aber dafür hat der Nachwuchs die Chance genutzt.

Auch unsere beiden Eisschwimmerinnen haben die WM genutzt, um ihre schon zuvor eindrucksvoll bestückte Trophäensammlung weiter auszubauen.

Weltmeisterin mit Alterklassens-Weltrekord

Franziska war die schnellste Frau der Welt in der Gesamtwertung der Damen über 50 Meter Brust. Mit den geschwommenen 39,09 Sekunden holte sie sich gleichzeitig den Weltrekord auf dieser Strecke in ihrer Altersklasse (AK 25 – 29 Jahre).

Nicht nur bei Olympia – Franziska Partheymüller wird als beste über die 50 Meter Brust geehrt. / Quelle: Familie Partheymüller

Ebenfalls in Weltrekordzeit von 1.29,29 (AK) Sekunden holte sie sich auf den 100 Metern die Vizeweltmeisterschaft. In ihrer Altersgruppe verwies Franziska, die beim WSV Bad Tölz trainiert, die Konkurrenz noch deutlicher auf die Plätze. Dreimal Gold über die beiden Bruststrecken und die 50 Meter Freistil, dazu noch ein dritter Platz über die 100 Meter. Ein herausragendes Ergebnis wie Franziska glücklich bestätigt:

Wenn man bedenkt, wie wenig wir im letzten Jahr trainieren konnten, ist das wirklich ein fantastisches Ergebnis.

Doch auch ihre Mutter Heidelinde hatte Grund zum Feiern bei der WM. Bei ihren Starts in Glogow schaffte sie es mit einem dritten Rang über die 100 Meter Brust in ihrer Altersklasse auf das Siegerpodest. Zweimal belegte die Eisschwimmerin aus Schaftlach noch den vierten Platz.

Eine beeindruckende WM-Medaillensammlung von Franziska und Heidelinde. / Quelle: Familie Partheymüller

Die erfolgreichen Sportlerinnen loben besonders die Rahmenbedingungen vor Ort. Franziska, die im normalen Leben als Krankenschwester arbeitet, war besonders von dem Hygiene- und Gesundheitskonzept der Veranstaltung angetan.

Sicher und absolut gigantisch

Alle Starter seien geimpft gewesen und mussten einen PCR-Test vorlegen. Zudem wurde beim „Check in“ wie immer ein EKG und ein ärztliches Attest verlangt. Am Beckenrand haben immer ein Arzt und ein Taucher auf die Schwimmer aufgepasst. „Wir haben uns sehr sicher gefühlt in Glogow“, betont Heidelinde.

Nach dem Wettkampf im 2,7 Grad kalten Wasser die Entspannung und das Aufwärmen im Hot-Tube. / Quelle: Familie Partheymüller

Und nicht nur sicher, wie uns die beiden noch wissen lassen. Bei Aprilwetter mit Regen, viel Wind, aber auch etwas Sonne bei durchschnittlich 5 Grad Außentemperatur haben Mutter und Tochter das Zusammentreffen mit den Sportlern aus aller Welt genossen, wie Franziska berichtet:

Die Stimmung war gigantisch! Endlich wieder mal alte Freunde treffen und neue Leute kennenlernen war toll! Nach dem Rennen kamen alle total euphorisch und mit einem Strahlen aus dem Becken.

Wohlgemerkt nur mit Badeanzug, Kappe und Schwimmbrille bekleidet. Immerhin konnten sich die Sportler nach ihren Rennen im Hot-Tube, in der Sauna, mit Tee oder Wärmemantel aufwärmen. Im großen Zelt konnten die Sportler die Rennen draußen bei einer Liveübertragung im Warmen verfolgen. In der Heimat fieberten Freunde und Familie im Livestream bei den Rennen von Franziska und Heidelinde mit.


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