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Eine Glosse zu ramponierten Fußballplätzen und großen Visionen

„Wir dürfen jetzt nur nicht den Sand in den Kopf stecken“

Von Florian Eiler

Fußball bestimmt dieser Tage nicht nur die ganze Welt, sondern auch unsere Gemeinde. Ein fünfstelliger Betrag wurde jetzt für die kaputte „Haidroad“ gewährt. Reicht dieser Finanz-Kick wirklich? Was kann die Gemeinde besser machen, und was hat dies alles mit Waldemar Hartmann zu tun?

Der Rasen des Fußballplatzes ist marode - doch die Sanierung ist teuer.

Eine Glosse von Florian Eiler
Bevor wir unsere Stollenschuhe schnüren, und den, na sagen wir mal, etwas ramponierten Fußballplatz des TuS Holzkirchen betreten, schnallen wir uns lieber an, tröpfeln ein paar Tropfen Baldrian auf die Zunge und fliegen mit dem ADAC-Rettungshubschrauber in das Städtchen Laatzen. Dort informieren wir uns, wie die niedersächsische Gemeinde ihr Problem mit dem eigenen Bolzplatz gelöst hat.

Eben so ein gelber Helikopter hat 2006 den überfluteten Fußballplatz abgetrocknet. Einfach so. Zur Zweitliga-Partie gegen Dresden war dann auch jeder einzelne Grashalm trockenrotort. Ermöglicht hat den aerodynamischen Einsatz der damalige ADAC-Vorsitzende in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, Reinhard Manlik. Selbiger sitzt außerdem für die CDU im Braunschweiger Stadtrat. Publik wurde der Trocknungseinsatz, weil man nach der Manipulation beim Autopreis „Gelber Engel“ alle Einsätze des Automobilclubs unter die Lupe genommen hatte.

Nach unserem Besuch im Norden Deutschlands haben wir Magenkrämpfe von soviel Unaufgeregtheit. „Fußball ist unser Leben“ gewinnt dabei eine völlig neue Bedeutung. Und was machen wir? Im Holzkirchner Gemeinderat wird stundenlang darüber diskutiert, ob der TuS nun eine Finanzspritze bekommt oder nicht. Ob Geld alles wäre?! Die gewährten 50.000 Euro sind doch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Was wir brauchen, sind Visionen. Und die möglichst easy. Schnell geplant und nicht durchdacht.

Groß denken in der Sandoz-Arena

Somit bleiben wir unserer Philosophie in Holzkirchen auch sportlich treu. Unsere Gemeinde muss auch fußballerisch „groß“ denken. Motto: Das Tor zum Oberland. Bei anderen Bauprojekten, seien es Straßen und Unternehmenskomplexe, machen wir das schon recht gut. Also, nichts wie die Südspange durchwinken und ein Areal für die Soccer-Arena ausweisen. Namen wie Sandoz-Arena oder Bosch-Stadion würden sich doch anbieten? Eine Sepp Höß-Sportstätte klingt aber auch nicht schlecht, oder? Vorbild Hoffenheim. „Ich habe fertig!“, würde Giovanni Trappatoni sagen, wenn das erste Bundesliga-Spiel im Kogelgebiet angepfiffen wird.

Bei soviel Spontaneität darf jeder fußballbegeisterte Gemeindebürger auch mal träumen, und die Worte von Waldemar Hartmann scheinen dann gar nicht mehr so ferne: „Was Sie hier auf dem Rasen sehen, kostet viele, viele, viele Millionen Geld, wenn man diese Spieler kauft.“

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