Rottacher Seeforum: Erfreuliche Bilanz mit kleinem Makel

„Dürfen nicht nur wirtschaftlich denken“

Seit der Neueröffnung im Dezember 2012 sind die Einnahmen des Seeforums stetig gestiegen. Eine erfreuliche Entwicklung für die Gemeinde Rottach-Egern. Doch schwarze Zahlen wird man trotzdem so schnell nicht schreiben.

Dennoch glaubt Vermarkter Julian Siebach an das Haus und an seine Strategie zur Kundengewinnung.

Nach zwei Jahren Seeforum sind Gemeinde und Betreiber zufrieden mit der Auslastung.
Nach zwei Jahren Seeforum sind Gemeinde und Betreiber zufrieden mit der Auslastung.

Die Einnahmen des Rottacher Seeforums haben sich in den letzten fünf Jahren gut entwickelt. Wie Thomas Forche im Rahmen des Jahresabschlusses 2013 bei der letzten Gemeinderatssitzung bekanntgab, lagen die Bruttoeinnahmen im Jahr 2009 noch bei 59.000 Euro. In den ersten drei Quartalen dieses Jahres stiegen diese bereits auf rund 105.000 Euro. Hochgerechnet bis zum Jahresende dürften sich die Umsätze in etwa verdoppeln.

Trotz der guten Zahlen ist allerdings der kostendeckende Betrieb des Seeforums weiterhin Zukunftsmusik. Das bestätigt Rottachs Kämmerer Gerhard Hofmann:

Wir sind auf einem relativ guten Weg, aber für die nächsten zwei Jahre rechne ich nicht damit.

Es sei aber auch gar nicht die vordergründige Intention gewesen, dass sich das Seeforum selbst tragen müsse, erklärt Hofmann weiter.

Veranstaltungsort für verschiedene Budgets

Dass die Gemeinde das vor zwei Jahren für rund 5,6 Millionen Euro aufwändig renovierte Gebäude oft auch für Veranstaltungen zur Verfügung stellt, bei denen kaum Mietgeld fließt, stand schon des Öfteren in der Kritik. Doch benötigt eine Gemeinde solche Räumlichkeiten, um Veranstaltungen mit vielen Menschen, aber ohne große Budgets durchführen zu können.

Dazu zählen auch die zahlreichen Vereine vor Ort. Auch diese Veranstaltungen seien, so Hofmann, erwünscht. Denn auch dafür sei das Seeforum gedacht.

Wir dürfen nicht nur wirtschaftlich denken. Dass die Vereine das Seeforum für wenig Geld nutzen können, ist so gewollt.

Gleichzeitig betont der Kämmerer, dass trotzdem immer darauf geachtet werde, dass auch bei „Low-Budget-Veranstaltungen“ die Eigenkosten der Gemeinde gedeckt seien. Außerdem wäge man natürlich ab, wie viele solcher Veranstaltungen man annehmen könne. „Theoretisch könnten wir den Saal damit durchgehend auslasten“, so Hofmann. Doch schwarze Zahlen wird die Gemeinde so nicht erreichen.

Vermarktung und Gastronomie aus einer Hand

Diese können stattdessen durch eine höhere Veranstaltungsdichte zahlungskräftiger Kunden wie Großunternehmen gesichert werden, die die Edelblau GmbH dem Seeforum bringen soll. Das Team um Julian Siebach, der auch das Café „Sissi“ im Seeforum betreibt, ist mit dieser Aufgabe seit der Neueröffnung im Dezember 2012 betraut.

Im November dieses Jahres kam auch noch das Catering für die diversen Veranstaltungen im Seeforum hinzu. Bräustüberl-Wirt Peter Hubert hatte seinen Vertrag zugunsten anderer Aufgaben nicht mehr verlängert.

Im Seeforum finden verschiedene Veranstaltungen statt / Archivbild

Dass nun Vermarktung und Gastronomie in einer Hand lägen, habe vorrangig den Vorteil kürzerer Wege und geringeren Abstimmungsbedarfs, erklärt Siebach gegenüber der Tegernseer Stimme. Die Zusammenarbeit mit Hubert habe aber immer gut funktioniert, fügt er hinzu.

Mit der positiven Entwicklung der Auslastung sei er zwar zufrieden, für ihn bedeute aber Zufriedensein zugleich auch Stillstand. Daher stehe die Belebung des Seeforums nach wie vor im Fokus seiner Arbeit:

Wir sind jetzt da, wo wir laut unserer Planung sein wollten, aber wir wollen künftig natürlich noch viel mehr erreichen.

Da am Tegernsee das Klientel für Veranstaltungen überschaubar ist, wirbt Siebach auch viel außerhalb des Tals für das Seeforum. „Das ist ein ganz tolles Haus, das viele Menschen begeistert“, sagt er. Das finde er selber und dieses Feedback bekomme er auch immer wieder.

Für 2015 verrät er nur so viel: Er habe unter anderem mehrere Kunden gewinnen können, auf die er während der vergangenen zwei Jahre hingearbeitet habe. Manchmal müssten sich Projekte ganz in Ruhe entwickeln. Doch die Vorarbeit rentiere sich nun und er wolle auch künftig an seiner Strategie festhalten. „An der Gangart ändert sich nichts“, so Siebach abschließend.


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