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Holzkirchner Freie Wähler fordern klare Strategie

Sportstätten-Konzept in weiter Ferne

Von Petra Dietzel

Erneut wurde ein Sportstätten-Konzept für Holzkirchen gefordert. Doch es findet kaum Befürworter. Dabei scheint der Vorschlag, strategisch heranzugehen statt nach dem Feuerwehrprinzip kleine Brandherde zu löschen und kurzfristig Gelder freizuschaufeln, sinnvoll. Doch das Rathaus ist da anderer Meinung.

Der Kunstrasen des neuen Gymnasiums mußte  in einem Nachtragshaushalt genehmigt werden.
Der Kunstrasen des neuen Gymnasiums musste in einem Nachtragshaushalt genehmigt werden.

Fußballplätze, Tennisanlagen, Eisstadion oder Schwimmbäder – die Bandbreite der Sportanlagen in Holzkirchen ist groß. Doch einige dieser Sportstätten sind in die Jahre gekommen.

Die Gefahr, dass Schnellschuss-Sanierungen wie bei den Fußballplätzen an der Haidstraße, auf die Tagesordnung der Gemeindesitzungen kommen, ist groß. 60.000 Euro wurden dafür beispielsweise im Juni auf die Schnelle locker gemacht.

Sportspezialisten sind gefragt

Ein deutlich größeres Loch ins Budget des Stadtsäckels schlug der neue Kunstrasenplatz mit Flutlichtanlage am Gymnasium. Es war ein dringender Wunsch der Vereine für die Fußballspieler – für den Sportunterricht an der Schule wäre der Aufwand und die damit verbundenen Kosten in Höhe von 260.000 Euro nicht nötig gewesen.

Deshalb haben die Freien Wähler (FWG) schon seit längerem ein externes Sportstätten-Konzept auf ihrer Agenda. Inhalte, wie die sportliche Zukunft Holzkirchens aussehen könnte, gibt es noch nicht. „Wir möchten bewusst eine objektive Meinung von außen einholen“, erklärt die Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Birgit Eibl, „da keiner von uns Spezialist in Fußball, Tennis, Schwimmen oder Eislaufen ist.“

Sie bezweifelt, dass die Mitglieder des Gemeinderates und des Ortsplanungsausschusses, der das Thema nach der Sommerpause behandeln soll, über die notwendige Fachkompetenz verfügen.

Planung soll Nachtragsetats vermeiden

Größter Vorteil eines Sportstätten-Konzepts, so sehen es die Freien Wähler, sei mehr Planungssicherheit für den kommunalen Etat. „Damit können Nachtragshaushalte vermieden werden“ so Eibl. Als erster Schritt solle der Bestand und der Bedarf im gesamten Gemeindegebiet erhoben werden, um darauf aufbauend sinnvolle Entscheidungen für die Zukunft treffen zu können.

Wenn beispielsweise mittelfristig der Neubau eines Eisstadions in Planung wäre, könne die Gemeinde Ausgaben für kurzfristige Sanierungsarbeiten einsparen.

Auch wenn manche Kollegen aus dem Gemeinderat der FWG vorwerfen, das Thema gebetsmühlenartig in die Sitzungen einzubringen, scheint es doch Argumente zu geben, die für eine strategische Planung der hiesigen Sportlandschaft sprechen. Doch die Gemeinde steht dem Konzept skeptisch gegenüber.

Hier am Moarhölzl könnte ein Sportzentrum entstehen - aber es müßte noch Grund angekauft werden.
Hier am Moarhölzl könnte ein Sportzentrum entstehen – aber es müßte noch Grund angekauft werden.

Voraussetzung für planerische Entscheidungen sind die Besitzverhältnisse. „Wir können nicht über Sportstätten verfügen, die uns nicht gehören“, sagt die Zweite Bürgermeisterin Elisabeth Dasch (SPD). So ist der TuS ein Verein, der auf dem Grund der Gemeinde angesiedelt ist.

Außerdem hält sie ein Konzept für „zu starr“, um auf kurzfristig auftretende, aktuelle Situationen einzugehen. Die Chance, einen Fußballplatz mit Kunstrasen und Flutlichtanlage auszustatten, sei vor fünf Jahren beispielsweise nicht absehbar gewesen.

Fläche und Finanzierbarkeit als Voraussetzung

Interessant findet Dasch die Idee eines kompletten Sportzentrums am Moarhölzl. Doch sei die Fläche derzeit für ein Eisstadion mit Fußball- und Tennisplätzen zu klein. Es müsse Grund hinzugekauft werden. Die Eigentümer jedoch seien nicht zum Verkauf bereit.

Das A&O sei die Finanzierbarkeit. Wenn sich die Gemeinde für Geothermie entscheidet, wäre sicher, dass „neue Sporteinrichtungen in weite Ferne rücken“, warnt die stellvertretende Bürgermeisterin.

Wenn tatsächlich eine Neuplanung der Sportstätten anstünde, wären Vorschläge eines externen Fachbüros, wie sie die FWG fordert, sinnvoll. Zur Zeit aber seien dies „Träume – ohne Anspruch auf Realisierbarkeit“. Deshalb lohne es nicht, so Dasch, jetzt dafür Geld auszugeben. Und Instandhaltungsarbeiten, die könnten auch In-House aus dem Rathaus organisiert werden.

Traum und Realität – vor und nach der Wahl

Im Gegensatz zu diesen Aussagen stehen die Ankündigungen in Olaf von Löwis‘ Wahlprogramm (CSU), bevor er Bürgermeister wurde:

Siege und Niederlagen brauchen ebenso ihren Platz wie der Breiten- und Leistungssport ein zeitgemäßes Sportstätten-Konzept, das Tausenden von aktiven Sportlerinnen und Sportlern der Holzkirchner, Föchinger und Hartpenninger Vereine leistungs- und spartengerechte Anlagen bietet.

Davon war nach der Wahl nicht mehr viel zu merken. Von Löwis bot in der letzten Gemeinderatssitzung lediglich an, das Thema bei dem nächsten Ortsplanungsausschuss Ende September einzubringen. Zumindest die Freien Wähler hoffen weiter auf einen Sieg des Sportstätten-Konzepts – dann allerdings erst nach der Denk- und Sommerpause von Bürgermeister, Gemeinderäten und Sportvereinen.

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