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Ein Kommentar zu Wirtschaft und Kunst

Eine zweifelhafte Wechselbeziehung

Von Rose Beyer

Muss sich der Künstler heute von Haus aus damit befassen, wie er am besten Karriere machen kann? Wie er es schafft, große Konzertsäle zu füllen? Und geht es bei der Karriere dann ums Geldverdienen oder eher um Ruhm und Ehre?

Anlässlich der Veränderung, die das Musikfest Kreuth am Tegernsee gerade durchlebt, haben wir uns mal Gedanken gemacht. Denn nicht immer sind Veränderungen auch sinnvoll. Vor allem nicht, wenn sie das Innerste der Kunst zum Wohle des Kommerz nach außen kehren. Wenn sich Firmen in die Kunst einmischen, kann das zu einem Verlust von Autonomie führen.

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Ein Kommentar von Rose-Marie Beyer:
Ist es nicht so, dass es das Wesen der Kunst ist, einfach neutral zu beobachten? Ereignisse aus jeder Richtung aufzunehmen, um sie dann auf einer höheren Ebene zu einer neuen Botschaft – beispielsweise einer musikalischen Darbietung – zu transformieren? Aber wo ist dann der schmale Grat, auf dem man es schafft, von der Kunst zu leben? Auf dem die Kunst nicht (nur) als Transportmittel gilt, um Erfolg zu haben?

Dessen ist sich beispielsweise die Fachhochschule Arnstadt auf ihrer Website sicher. Neben den Studiengängen „Freie Bildende Kunst“ und „Kunsttherapie“ bietet sie auch einen Studiengang „Kommunikationsdesign“ an.

Demnach öffnet sich die Ökonomie der Kunst – aus einem bestimmten Grund: Die Unternehmenskultur profitiert in hohem Maße von kreativer Mitarbeitermotivation. Die Studierenden arbeiten parallel an Projekten in Partnerunternehmen, deren Interessen und Anforderungen in die Lehre der Fachhochschule einfließen. So ergibt sich dann Schritt für Schritt ein neues Berufsbild – für eine neue Unternehmenskultur. Und das zahlt sich aus.

Wechselbeziehungen zwischen Künstlern und Unternehmern

Ein Austausch zwischen Kunst und Wirtschaft. Es entstehen immer mehr verschwimmende Grenzen und Wechselbeziehungen aus Sicht von Künstlern und Unternehmern. Zahlreiche Kunstprojekte werden heute in Kooperation mit Firmen realisiert. Gerade moderne Künstler, die es verstehen, sich optimal zu vernetzen, partizipieren häufig davon. Swetlana Heger, Andreas Gursky oder Harun Farocki seien hier nur als Beispiele genannt.

Doch wo bleibt die traditionelle Kritik an der Konsumkultur, wenn Übernahmen von Wirtschaftsstrategien genutzt werden, um einen Künstler bekannt zu machen? Tritt der Künstler zu sehr in den Fokus, wenn er seine eigene Person als Marke an die Öffentlichkeit bringt? Wo bleibt das Werk? Wird es nicht geradezu austauschbar in den Fallstricken des Marketing?

Herausforderung und Chance

Vor genau diesen Herausforderungen steht nun auch das „Internationale Musikfest Kreuth“, das früher Oleg Kagan Musikfest hieß. Soll man sich mehr auf die wirtschaftliche Komponente beziehen, oder sich doch mehr in Richtung „künstlerisch wertvoll“ orientieren und bei seinen Ursprüngen bleiben?

„Der Blog Kunst und Wirtschaft“ bringt es auf den Punkt und schreibt: „Wirtschaft wird von Chancen getrieben, und nicht von Problemen.“ Und vielleicht ist gerade das die Lösung.

Neues entstand in der Kunst immer in Gruppen und häufig in Zeiten großer Umbrüche. In Zeiten, in denen es galt, etwas Neues zu definieren. Auf die Gruppe kommt es an. Und auf die Gesellschaft. Denn Kunst braucht sie, um sichtbar zu werden. Wenn also das neue „Musikfest Kreuth“ letztendlich in Kreuth ankommt, dann muss es seine Autonomie nicht an die Wirtschaft abgeben. Auch nicht in einem verregneten August.

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