Podiumsdiskussion im Foolstheater
Wohnen – der neue Luxus in Holzkirchen?

von Redaktion

Unbezahlbares Wohnen in Holzkirchen – wegziehen oder bleiben? Diese Frage stellt sich seit Jahren vor allem Familien, die in der Gemeinde nach Wohnungen suchen. Die Mieten kennen nur eine Richtung.

Wohnungen und Häuser sind in Holzkirchen teuer.

„Seit Jahren fehlt es in Holzkirchen und im Kreis Miesbach an bezahlbaren Wohnungen. Junge Bürger sind gezwungen weg zu ziehen, um sich etwas Eigenes aufzubauen und ältere können nicht aus ihren zwischenzeitlich zu großen Häusern ausziehen, weil einfach keine Wohnungen vorhanden sind“, davon ist SPD-Kreisvorsitzender Hannes Gräbner überzeugt.

Um über bezahlbares Wohnen und sozialen Wohnungsbau zu sprechen, lädt Gräbers Partei nun zu einer Podiumsdiskussion nach Holzkirchen ein. Am Dienstag, den 21. März geht es um 20 Uhr im FoolsTheater los. Neben Gräbner spricht unter anderem auch der Wiesseer Gemeinderat und ehemalige Landratskandidat Robert Huber.

Sebastian Oppermann, im Vorstand der Holzkirchner SPD betont, dass von den Gemeinden zwar Jahr für Jahr neue Areale als Bauland für Ein- und Zwei-Familienhäuser freigegeben werden. So stieg der Anteil an Einfamilienhäusern in Holzkirchen zwischen 2003 und 2013 auf über 70 Prozent. Im Vergleich dazu sank allerdings der Bestand von Wohngebäuden mit mindestens zwei Wohnungen deutlich ab. Wohngebäude mit drei oder mehr Wohnungen hätten mittlerweile nur einen Anteil von 14 Prozent.

Neben dem mangelnden Platzangebot, gibt es ein zweites, daraus resultierendes Problem. Durch die hohen Mieten und Kaufpreise, würden das Wohnen in Holzkirchen zum Luxus machen. Die SPD ist überzeugt, 14 Euro pro Quadratmeter als Miete oder mehr als 6.000 Euro pro Quadratmeter zum Kauf, könne sich kein Normalverdiener in Holzkirchen leisten.

Auch die Preise in den umliegenden Gemeinden haben in den letzten Jahren kräftig angezogen. Es braucht nicht nur Wohnungen, sondern auch solche, die bezahlbar sind!

Ein Problem, das auch der Holzkirchen Gemeinderat erkannt hat. So sollen heuer “Im Sommerfeld” zwei neue Wohngebäude mit einer Fläche von 440 Quadratmetern mit insgesamt 15 Wohneinheiten entstehen. Zwei Vollgeschosse, eine Tiefgarage sowie eine Terrasse oder ein Balkon für jede Wohnung sind geplant.

"Im Sommerfeld" entlang der Erlkamerstraße möchte die Gemeinde bis Ende nächsten Jahres Gemeindewohnungen bauen.
“Im Sommerfeld” entlang der Erlkamerstraße möchte die Gemeinde bis Ende nächsten Jahres Gemeindewohnungen bauen. /Archivbild

Die Gemeinde möchte bezahlbaren Wohnraum schaffen, das erklärten die Verantwortlichen auf der Gemeinderatssitzung Ende November. In erster Linie sollen die Wohnungen für Einkommensschwache und Gemeindemitarbeiter gebaut. In die Ein-, Zwei- und Dreizimmerwohnungen dürften dann vor allem junge Familien mit Kindern, Singles oder Paare sowie Senioren einziehen.

Die kompletten Kosten belaufen sich auf rund drei Millionen Euro. Für das Projekt erhält die Gemeinde durch ein kommunales Förderprogramm 30 Prozent Zuschuss. Baubeginn soll im August oder September diesen Jahres sein.


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