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Personalwohnungen für Klinik gehen in neue Runde

Wohnungen vs. Ortsbild: Was will Wiessee eigentlich?

Von Nina Häußinger

Im Wiesseer Ortskern sollen Personalwohnungen für die Kirinus Klinik entstehen. Doch das Gebäude wird groß … Das gefällt nicht allen. Ein Bauherr mit Verständnis und eine Gemeinde, die Lösungen sucht.

So sollen die geplanten Gebäude aussehen. / Quelle: Ludwig Klitzsch

Ludwig Klitzsch will seine Kirinus Klinik in Bad Wiessee erweitern und umbauen. Ihm ist klar, dass er dann auch Personal braucht. Dafür will er in der Sanktjohanserstraße 28 – direkt im Wiesseer Ortskern an der Hauptstraße – ein Personalhaus mit 47 Wohnungen bauen. Wohnungen, die für die Berufssparte tatsächlich dringend benötigt werden.

Bisher zieht sich der Prozess allerdings in die Länge. Der Wiesseer Bauausschuss hat immer wieder Einwände. Grundsätzlich ist man sich zwar einig: Ja es braucht Wohnungen. Aber über das Ausmaß und die Umsetzung wurde gestern Abend erneut intensiv diskutiert.

Klitzsch ist der Gemeinde schon in einigen Punkten entgegengekommen. So wurden die Wohnungen von 48 auf 47 reduziert. Außerdem sollen nur noch 43 statt 71 Stellplätze zur Verfügung stehen. Das heißt auch, dass die Tiefgarage deutlich kleiner wird als ursprünglich angedacht.

Die Gebäudegröße hingegen bleibt weiterhin gleich. Geplant hat man jetzt aber eine Tieferlegung des Gebäudekomplexes – dieser Vorschlag kam ebenfalls von der Gemeinde Bad Wiessee. Damit wär die Höhe an die Nachbargebäude angepasst. Außerdem wurde an der Optik im Mittelteil des Gebäudes gearbeitet, die nun laut Gemeindeverwaltung wesentlich verbessert wurde.

Bauausschuss entscheidet sich für „neue Runde“

Trotzdem ist man sich im Bauausschuss nicht einig. Kritisiert wird vor allem das Mobilitätskonzept, die Tieferlegung, die durchaus bei Hochwasser zu Problemen führen könnte, und auch die Vierstöckigkeit, die direkt an der Hauptstraße einen Präzedenzfall herbeiführen könnte.

Bürgermeister Robert Kühn (SPD) erklärte zu Beginn, er habe sich nochmal Gedanken gemacht, sei den Weg an der Hauptstraße abgelaufen. Er ist der Meinung, man müsse die Pläne vielleicht nochmal optimieren. Das bestätigte auch Johannes von Miller (Die Grünen).

Florian Sareiter (CSU) konnte dem angepassten Antrag am gestrigen Abend hingegen zustimmen, weil Optik und Höhe nicht mehr so massiv seien. Für ihn sei alles viel runder als beim letzten Antrag. Am Ende wurde Klitzsch Antrag allerdings erneut mit fünf zu vier Stimmen abgelehnt.

Klitzsch von Kirinus zeigt sich entspannt

Klitzsch selbst zeigt sich verständnisvoll. Natürlich sei es schade, dass man nun nochmal eine Extrarunde drehen muss. Trotzdem will er eine Lösung finden, mit der man möglichst allen Interessen gerecht wird.

“Wir fühlen uns ein bisschen irritiert, weil wir uns im ersten Entwurf an die Stellplatzsatzung der Gemeinde gehalten haben, dies aber von einzelnen Gemeinderäten kritisiert wurde. Im zweiten Entwurf sind wir auf Anregung des Gremiums und in Zusammenarbeit mit der Gemeinde davon abgewichen. Das wird auch kritisiert. Der Bauamtsleiter hat uns gestern attestiert, dass der Stellplatznachweis vorbildlich geführt worden sei und auch alle sonstigen Vorgaben eingehalten wurden. Wir wollen es der Gemeinde und dem Gemeinderat nur recht machen”, erklärt er auf Nachfrage. Ihm sei bewusst, dass aktuell in allen Gemeinden am See ein Ringen stattfinde, wie man diese Thematik künftig angeht. Dass die Grundstückspreise so in die Höhe geschossen sind und Einheimische verdrängt werden, bringe alle Betriebe in Bedrängnis.

In der Gesamtschau beziehe ich es nicht auf unser Projekt, sondern sehe ein allgemeines Ringen im Tal um diese Frage.

Als Bauherr müsse man geduldig sein, weiß er. “Wir sind nun neugierig auf die neuen Überlegungen der Gemeinde, in der Hoffnung, dass wir das Thema gelöst kriegen.” Er warte nun auf den Vorschlag aus der Gemeinde. Die Zeitverzögerung bringe ihn aktuell nicht in die Bredouille. Der Ausbau der Kirinus Klink nehme noch viel Zeit in Anspruch. Mit der Planung für das Personalhaus sei man früh dran.


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