Zehn Fragen an … Christa Ortmann

Holzkirchen, zwischen München und dem Tegernseer Tal angesiedelt, steht für Handwerk und Handel, für moderne Wirtschaftsunternehmen und Landwirtschaft, für Tradition und Moderne. Aber wie sieht der Blick jedes Einzelnen aus? Wir wollen in unserer Reihe „Zehn Fragen an …“ Bürger aus der Marktgemeinde zu Wort kommen lassen.

Christa Ortmann engagiert sich seit dem Jahr 2000 für Holzkirchen und auch die "Frauen in Schwarz".
Christa Ortmann engagiert sich seit dem Jahr 2000 für Holzkirchen und auch die “Frauen in Schwarz”.

Zum Auftakt dieser neuen Serie in der Holzkirchner Stimme stellen wir Christa Ortmann als erste Interviewpartnerin vor. Die Mit-Initiatorin der „Frauen in Schwarz“ erzählt uns heute, was Holzkirchen für sie so attraktiv macht.

Christa Ortmann lebt seit über 40 Jahren in Otterfing. Seit anno 2000, nachdem sich die alleinerziehende Mutter dreier Kinder und Professorin für deutsche mittelalterliche Sprache und Literatur aus dem akademischen Leben zurückgezogen hat, engagiert sie sich unter anderem in Holzkirchen für die „Frauen in Schwarz“, die die Politische Matinee im Foolstheater veranstalten.

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Hallo Frau Ortmann, was bedeutet Holzkirchen für Sie?
Ich schätze die Nähe zur Großstadt und zu den Bergen, denn ich liebe das Oberland. Meine Freunde und viele Aktivitäten sind hier, aber für Kulturveranstaltungen fahre ich immer noch oft nach München. Der größte Pluspunkt ist für mich die S-Bahn.

Was gefällt Ihnen hier besonders gut?
Die Überschaubarkeit einer kleinen Stadt kommt mir sehr entgegen. In Bezug auf politische Aktivitäten ziehe ich das Regionale der großen Politik vor. Denn hier ist man viel näher dran und kann viel mehr bewegen. Ich finde: Die Zukunft liegt in der Region!

Was würden Sie am liebsten sofort ändern?
… dass der Marktplatz kein Parkplatz mehr ist! Das ist für mich auch der Grund, warum Holzkirchen kein richtiges Zentrum hat. Wenn ich diesen verschandelten Platz sehe, blutet mir jedes Mal das Herz. Außerdem würde ich dafür sorgen, dass der Verkehr nicht mehr durch den Ort fährt. Mittwochs und samstags, an den Markttagen, bekommt man ein Gefühl dafür, wie es sein könnte, wenn auf dem Platz Leben herrscht. Dann könnte sich auch besser eine Gemeinschaft entwickeln.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz in der Region?
Ganz unspektakulär. Ich liebe die Natur und gehe gerne auf den Taubenberg, zur Kapelle. Dieser Ort hat für mich einen besonderen Zauber. Mein anderer Lieblingsplatz ist das Frauenbergl bei Sufferloh. Auch eine kleine Kapelle, mit einem tollen Blick zum Taubenberg und zum Karwendel.

Was ist Ihr persönlicher Freizeittipp?
Gerne arbeite ich im Garten und spiele Klavier. Am schönsten finde ich es, wenn ich mit anderen gemeinsam Musik machen kann, zum Beispiel eine kleine Kammermusik.

Welchen Ort möchten Sie unbedingt einmal besuchen?
Nach Bhutan. Wegen der Glückssteuer!

Bei welcher Veranstaltung kann man Sie als nächstes antreffen?
Bei einer der nächsten Vorstellungen des Komödchens. Ich schätze die Arbeit der Regisseurin und Schauspielerin Lydia Starkulla sehr. Bis Mai finden noch einige Veranstaltungen im Foolstheater statt. Mit ihrem Ensemble hat sie vor kurzem den Boulevard-Klassiker „Und alles auf Krankenschein“ inszeniert.

Sie setzen sich für die Flüchtlinge in Holzkirchen ein. Was müsste aus Ihrer Sicht verbessert werden?
Die Flüchtlinge müssen unbedingt Arbeit bekommen. Ich sehe es als die Aufgabe des Bürgermeisters an, sich mit einem öffentlichen Aufruf bei der Bevölkerung dafür einzusetzen, dass Möglichkeiten für Arbeit geschaffen und angeboten werden.

Sie engagieren sich für eine lebenswerte Zukunft in Holzkirchen. Wo sehen Sie dringend Handlungsbedarf?
Ich wünsche mir hier ein Grandhotel Cosmopolis. So wie in Augsburg. Das ist ein früheres Pflegeheim, das Asylbewerber und Reisende unter einem Dach beherbergt. Denn ich finde, unsere Flüchtlinge sollten in Häusern und nicht in Containern leben!

Als erster Schritt wäre ein Cafe Cosmopolis denkbar. Ein Ort der Begegnung für Einheimische und Fremde, direkt am Marktplatz. Wo jeder Kaffee trinken, über Gott und die Welt reden, lesen und jederzeit ins Internet gehen kann. Denn Internet dürfen die Asylbewerber nicht in ihren Containern haben.

Gut fände ich es, wenn unser Bürgermeister – und damit die Gemeinde – den Mayors for Peace (Anmerkung der Redaktion: Bürgermeister für den Frieden) beitreten würde. Das ist eine internationale Organisation von Städten, die sich der Friedensarbeit verschrieben haben.

Wem sollen wir die zehn Fragen als nächstes stellen?
Tobel. Dem Bildhauer aus Valley. Er ist ein international preisgekrönter Künstler, der auch lokal viel bewegt – zum Beispiel mit dem Verein Kunstdünger und dem Bildhauer-Symposium in Valley.

Danke, Frau Ortmann, für das Gespräch.

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