Holzkirchen plant Veränderung des Oskar-von-Miller-Platz
Zentrum ohne Hürde

von Franziska Hampel

Eine Bordsteinkante, ein falsch geparkter Wagen oder eine normale Ampel – das alles kann für Menschen mit Beeinträchtigung zu einer unüberwindbaren Hürde im Alltag werden. Holzkirchen nimmt das Thema ernst. Jetzt soll der Oskar-von-Miller Platz für die neuen Herausforderungen fit gemacht werden.

Die Kreuzung am Oskar-von-Miller-Platz soll barrierefrei werden.
Die Kreuzung am Oskar-von-Miller-Platz soll barrierefrei werden.

Die Gemeinde Holzkirchen plant eine Umrüstung der Fußgängerampel am Oskar-von-Miller-Platz. Die Überquerung der Straße soll blindengerecht werden. Die Idee stammt aus der Bevölkerung. Ein Holzkirchner Gemeinderat wurde angesprochen, die blindengerechte Umrüstung der Ampelanlage prüfen zu lassen.

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Die Gemeinde kam der Bitte nach. „Die Marktgemeinde hat für die Belange der Behinderten stets ein offenes Ohr“, weiß auch Johann Numberger, Beauftragter für die Belange behinderter Menschen in Holzkirchen. Daher wurde der Wunsch nach einer barrierfreien Ampel an das staatliche Bauamt Rosenheim weitergereicht.

Überraschendes Ergebnis

Über das Ergebnis ist Bürgermeister Olaf von Löwis überrascht. Der zuständige Sachbearbeiter vom Bauamt Rosenheim, Mathias Geitz, erklärt auf der jüngsten Hauptausschusssitzung: “Die Signalanlagen in der Ortsdurchfahrt Holzkirchen wurden in den letzten Jahren mit zum Teil hohem finanziellen Aufwand optimiert.”

In der Stellungnahme erläutert er weiter, dass eine Nachrüstung wieder mit einem finanziellen, planerischen und baulichem Aufwand verbunden sei. Als man vor ein paar Jahren die Anlage erneuerte, wurde einvernehmend auf einen blindengerechte Ausbau verzichtet. Die Kosten für die Nachrüstung würden sich dem Bauamt zufolge auf 20.000 – 25.000 Euro belaufen. Bürgermeister von Löwis kommentiert:

Der Kostenaufwand ist überraschend hoch.

Das staatliche Bauamt resümiert daher: “Eine kurzfristige Umrüstung der Anlage ist aus technischen und finanziellen Gründen nicht zielführend.” Hinzu komme, dass die Kabelleerrohre bereits voll sind. Für die Nachrüstung müssten folglich Tiefbauarbeiten durchgeführt werden. Geitz schlägt in seiner Stellungnahme daher vor, die blindengerechte Signalanlage in eine komplett barrierefreie Ausstattung der Kreuzungsanlage zu integrieren.

Barrierefreie Kreuzung

Neben einer Ampelanlage für Sehbehinderte, würden zusätzlich die Gehsteige abgesenkt und die Gehwege mit Bodenindikatoren versehen werden. Der Hauptausschuss von Holzkirchen kann sich eine solche Lösung für die Barrierefreieheit am Oskar-von-Miller-Platz gut vorstellen. Kostenträger wäre hierfür die Gemeinde.

Nun soll geprüft werden, ob es für ein Vorhaben dieser Art Zuschüsse gibt. Grundsätzlich unterstützen Bund und Länder nämlich den barrierefreien Ausbau. Der Bayrische Ministerpräsident Horst Seehofer formulierte in der Regierungserklärung von 2013 sogar das Ziel: Ein barrierefreies Bayern bis 2023.

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