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Keine freien Zimmer für Holzkirchner Geothermie-Arbeiter

Ein Feierabend im Wohnwagen

Von Katharina Fitz

In Holzkirchen wird fleißig gebohrt. Bis Ende des Jahres sollen die Arbeiten am Geothermie-Projekt abgeschlossen sein. Doch während die Gemeinde dafür bekanntlich Millionen ausgibt, hausen die Angestellten der ausführenden Firma in Wohnwägen am Bahnhof. Der Grund: Keine freien Zimmer.

In diesen Wohnwagen am Bahnhof leben derzeit die Beschäftigen der Geothermie-Bohrung/Quelle: K.Fitz
In diesen Wohnwagen am Bahnhof leben derzeit die Beschäftigen der Geothermie-Bohrung/Quelle: K.Fitz

Für einige Holzkirchner Bürger mag die Vorstellung, wochenlang in einem Wohnwagen fern der Heimat zu hausen und den ganzen Tag schwere Arbeit zu verrichten, ein wenig seltsam anmuten. Für die Beschäftigen des Unternehmens „Itag“ ist dies ganz normaler Alltag. Auf Großbaustellen, wie der Geothermie-Bohrung in Holzkirchen, arbeiten meist Menschen, die aus dem gesamten Bundesgebiet kommen.

In der Regel werden sie in eigens errichteten Containersiedlungen direkt neben der Baustelle untergebracht. „In Holzkirchen war das aber nicht möglich, weil wir die Leute nicht direkt neben dem Bohrturm im Wald unterbringen wollten“, erklärt Albert Götz von den Gemeindewerken Holzkirchen, dem Betreiber der Geothermie Holzkirchen GmbH.

Wohnwagen bieten Privatsphäre

Circa zehn bis 15 Wohnwägen haben deshalb ihren Platz auf einem Gemeindegrundstück hinter dem Holzkirchner Bahnhof gefunden. Den Strom rechnen die Beschäftigten direkt mit dem Markt Holzkirchen ab, an jedem Wagen ist ein Zähler angebracht.

„Unsere Angestellten bringen ganz gerne ihren eigenen Wohnwagen mit“, berichtet Hans-Jürgen Wolf, Bohrleiter der Firma Itag, „Dort haben sie mehr Privatsphäre als in einem Hotelzimmer oder einem Container.“ Alle zwei Wochen wechseln die Schichten, so dass ein Beschäftigter jeweils zwei Wochen in Holzkirchen verbringt und zwei Wochen Zuhause.

Volle Zimmer in Holzkirchen

Das Leben im Wohnwagen ist freilich kein Zwang. Auch Hotelzimmer oder so genannte Boarding-Houses kommen als Unterkunft für Langzeitbeschäftigte infrage. Doch das neue Boarding-House in Holzkirchen ist seit seiner Eröffnung kontinuierlich belegt.

Bürgermeister Olaf von Löwis kennt das Problem:

Wir haben einfach keine freien Zimmer im Ort.

Die Dichte an internationalen Unternehmen, die in Holzkirchen ansässig sind, ist hoch und aus diesem Grund sind Hotels, Gasthöfe und Pensionen meist komplett ausgebucht.

Die bei der Geothermie-Bohrung beschäftigten Arbeiter scheinen jedenfalls kein Problem mit dem „Leben auf Zeit“ im Wohnwagen zu haben. „Sie fühlen sich auf ihrem Standplatz im Ort wohler als irgendwo auf einer abgelegenen Bauernwiese“, bestätigt Wolf, „Dort können sie nach der Arbeit problemlos noch einkaufen und am Leben im Ort teilnehmen.“

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