Zu viele Autos – zu wenig Platz für Radl

von Laura Lorefice

Holzkirchen ätzt unter der täglichen Verkehrsbelastung. Konzepte und Diskussionen für mehr Ruhe und weniger Autos gibt es viele. Gleichzeitig werden Stimmen laut, mehr auf Fahrräder umzusatteln. Doch Stellplätze fehlen und Diebstähle häufen sich.

Beste Alternative, wenn man es nicht so weit hat. Neue Fahrradständer gibt es seit Ende Januar auch am Bahnhofsplatz und diese schönen überdachten an der Erlkamer Straße
Beste Alternative, wenn man es nicht so weit hat. Doch am Bahnhof werden dringend neue Stellplätze für Fahrräder gebraucht.

Im Rahmen des integrierten Mobilitätskonzeptes wird immer wieder darauf hingewiesen, kurze Strecken im Ort oder Fahrten zum Bahnhof mit dem Fahrrad zu erledigen. So weit, so gut – doch gerade im Bereich des Holzkirchner Bahnhofes sind Stellplätze für Fahrräder absolute Mangelware. Regelmäßig stehen die sperrigen Drahtesel hier kreuz und quer, mitten auf dem Weg oder an irgendein Geländer gekettet, weil nicht genügend Albstellfläche vorhanden ist.

Laut Marktgemeinde stehen am Bahnhof beidseitig (Bahnhofsplatz und Erlkamerstraße) insgesamt 646 Stellplätze zur Verfügung, die durch den ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club) verifiziert sind. Doch auch die Verantwortlichen kennen das Problem und möchten hier mehr öffentliche Fahrradabstellablagen schaffen:

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Für den Bereich am Bahnhof kann von einer Volllast bzw. zusätzlichem Bedarf ausgegangen werden. Der MVV hat den Bedarf bei einer Erhebung im Jahr 2012 auf 700 Räder täglich geschätzt. Vor allem vor dem Hintergrund des integrierten Mobilitätskonzeptes, besteht hier sicherlich noch weiterer Bedarf.

Auch ist hier die Quote der Diebstähle besonders hoch. Robert Maurer, stellvertretender Dienststellenleiter der Polizei Holzkirchen bestätigt:

Der Bereich Bahnhof in Holzkirchen, weist eine sehr große Häufigkeit von Fahrraddiebstählen auf, hier liegt ganz klar der Schwerpunkt.

Deshalb legen hier auch die Beamten bei ihrer Überwachung den Schwerpunkt. Durch gemeldete Diebstähle haben sich laut Maurer, zwei bis drei bestimmte Wochentage herausgestellt, an denen eine gewisse Häufung erkennbar sei.

Polizeiliche Präventionsmaßnahmen

Kontrolliert werden die öffentlichen Stellplätze derzeit im Rahmen der normalen “Streifentätigkeit”. Für Maurer gibt es da Verbesserungspotential: “Ob die Streife fünfmal oder 20 Mal an den Plätzen vorbei fährt, ergibt für mich keinen Sinn, das ist nicht zielführend. Das entscheidende ist, dass dort die Kollegen den Bereich in Augenschein nehmen. Passt diese Person auf dieses Fahrrad? Wie verhält sich die Person? – und das vor allem in zivil, es klaut ja keiner ein Fahrrad direkt vor den Augen der Polizei”, so der Beamte.

Außerdem wolle die Polizei die Bürger für dieses Thema sensibilisieren und die Straftat schon im Vorfeld vermeiden. Für August/September diesen Jahres plant die Holzkirchner Dienststelle deshalb am Bahnhof einen Infostand. Denn was viele nicht wissen: Man kann sein Fahrrad bei der Polizei registrieren und bekommt dann eine sogenannte Rahmennummer, mit deren Hilfe kann das Rad sofort dem Besitzer zugewiesen werden. Im Falle eines Diebstahls, kann dieser so viel schneller und einfacher aufgeklärt werden.

Polizeiliche Präventionsmaßnahmen

Doch nicht nur am Bahnhof, sonder auch in der Ortsmitte möchte die Gemeinde mehr Stellplätze schaffen – vor allem vor Geschäften. So ist laut Ewgenia Boger, Pressereferentin der Gemeinde,  eine Verlagerung von einzelnen, kleineren Fahrradabstellanlagen am Oskar-von-Miller Platz und am Hochgehweg in der Planung.

Im ersten Schritt werden alle Abstellanlagen im öffentlichen Raum geprüft, im Anschluss – unter Hilfestellung des Runden Tisches Fahrrad – bei den einzelnen Einzelhändlern.

Am 14. Juni habe der “Runde Tisch Fahrrad” im Orts- und Verkehrsplanungsausschuss ein Protokoll für weitere Maßnahmen vorgestellt. “Diese werden nun – in Rücksprache mit dem Runden Tisch Rad sowie in Abhängigkeit von finanziellen Mitteln – geprüft”, heißt es von Seiten der Gemeinde.

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