Konditor Albert Kraml aus Holzkirchen verrät sein Rezept

Zum Anbeißen: süßes Osterlamm

In Scharen bevölkern sie dieser Tage wieder die Auslagen der Konditoreien im Landkreis: Osterlämmer aus Kuchenteig. Auch in der Konditorei Kraml in Holzkirchen floriert das Geschäft mit dem traditionellen Gebäck. Doch woher stammt eigentlich der Brauch des Osterlamm-Backens und kann man sowas auch selber machen?

Frisch aus der Form: ein Osterlamm aus der Konditorei Kraml in Holzkirchen / Quelle: Albert Kraml
Frisch aus der Form: ein Osterlamm aus der Konditorei Kraml in Holzkirchen / Quelle: Albert Kraml

Wenn man als gläubiger Christ einen katholischen Gottesdienst in der Osternacht oder am Ostersonntag besucht, ist es der Brauch, ein Körbchen mit verschiedenen Speisen in die Kirche mitzunehmen. Diese werden dann anschließend an die Eucharistiefeier vom Pfarrer geweiht.

In die Körbchen werden üblicherweise bunte Ostereier, Speck, Salz, Brot und Gebäck in Form eines Osterlamms gelegt. Ein solches Osterlamm kann man entweder aus Biscuit-, Rühr- oder Brotteig selbst backen. Oder man bestellt es bei der Konditorei Kraml in Holzkirchen.

„Unsere Osterlämmer sind aus Sandteig“, erklärt Konditor Albert Kraml. Rund eine Woche vor Ostern beginnt er mit der Herstellung. „Es empfiehlt sich, sein Osterlamm vorher zu bestellen. Denn im Laden haben wir in der Regel nur einen kleinen Vorrat“

Das Osterlamm ist jüdischen Ursprungs

Was hat es nun mit der Bedeutung des Lamms zu Ostern auf sich? Das traditionelle Osterlamm geht auf die jüdischen Ursprünge des Osterfests zurück. Das „Pessach- oder Passah-Fest“ soll an den Auszug der Israeliten aus Ägypten erinnern. Als der Pharao sich weigerte, die Israeliten gehen zu lassen, sandte Gott zehn Plagen über Ägypten. Die zehnte Heimsuchung war die Tötung der Erstgeborenen.

Damit die Israeliten davon verschont würden, sollten sie ein Lamm schlachten, es zubereiten und in derselben Nacht verzehren. Mit dem Blut des geschlachteten Tieres sollten sie außerdem ihre Türen bestreichen, damit der Engel des Todes an den markierten Häusern vorübergehe. Seit dieser Zeit ist das Osterlamm fester Bestandteil des Passah-Festes – heutzutage allerdings in Form einer Lammkeule auf dem Festtagstisch.

Angelehnt an den jüdischen Brauch gilt das Osterlamm im Christentum als Symbol für Jesus Christus, der unschuldig sein Leben für das Heil der Menschen opferte.Das Osterlamm im Weihekörbchen erinnert somit an die uralten israelitischen Passah-Bräuche und an Jesus Christus als Opferlamm. Der süße Teig unterstreicht überdies die Bedeutung von Ostern als Fest der Auferstehung. Besonders gut schmeckt es natürlich, wenn man es selbst zubereitet: mit Liebe und mit dem Rezept der Konditorei Kraml. Gutes Gelingen!

Rezept für ein großes Osterlamm:

Zutaten: 160 g Butter, 160 g Zucker, 160g Mehl, etwas Salz, Vanille und Zitrone, ca. 3 bis 4 Eier, 40 g Speisestärke, 3 g Backpulver sowie eine Osterlamm-Backform.

Die Form einfetten und anschließend mit Mehl oder Biscuitbrösel bestreuen. Eigelb, Butter, Salz, Vanille, Zitrone mit der Hälfte des Zuckers schaumig rühren. Das Eiweiß mit dem restlichen Zucker schaumig schlagen. Die Eiweißmasse wird nun vorsichtig unter die Eigelb-Buttermasse gehoben. Zum Schluss Mehl, Speisestärke und Backpulver zugeben. Dann den Teig in die Form füllen und ca. 30 bis 40 Minuten backen. Verziert wird das fertige Osterlamm aus Teig mit der Siegesfahne – dem Symbol für die Auferstehung Christi.

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