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Reparieren statt wegwerfen

Zweites Leben für Lieblingsstücke

Von Rose Beyer

Putzfrau, Lehrling, Chef. „I bin ois drei in oana Person.“ Schustermeister Franz Plail ist einer der wenigen im Tal, der alten Sachen einen neuen Sinn gibt. Ein zweites Leben einhaucht. Neue Sohlen, neue Absätze, neuer Reißverschluss.

Bei besseren Schuhen lohnt es sich allemal, ein paar Euro zu investieren. Mit 8 Euro für die Absatzerneuerung von Damenschuhen ist man dabei. Zwei weibliche Sohlen schlagen mit 18 Euro zu Buche.

Franz Plail bei der Arbeit

Auch seinen Lieblingskoffer oder die Lieblingstasche kann man hierher zum Reparieren bringen. Seit 1961 lebt der Schuster im Tegernseer Tal. Seit 1983 betreibt er seinen kleinen Laden im Rottacher Ortskern.

Dabei könnte man doch mit reparieren lassen drei mal Gutes tun: Erstens den Geldbeutel schonen, zweitens ökologisch handeln durch das Einsparen von Rohstoffen und drittens die heimische Wirtschaft stärken.

Durch einen Reparaturauftrag hilft man auch mit, dass neue Arbeitsplätze im Tal geschaffen werden. Unter Umständen kann sich der handwerklich begabte Laie auch selbst weiterhelfen. Doch häufig weist einen die moderne Technik in die eigenen Schranken.

Der Trend zum Wegwerfen ist ungebrochen

War es früher kein Problem, einen Fahrradplatten selbst zu richten, trauen sich das viele heute nicht mehr zu. „Das ist wegen der Scheibenbremsen, die nicht ganz einfach abzumontieren sind,“ erzählt Markus Eiblwieser.

Deshalb landen etliche Fahrräder mit Platten in der Rottacher Werkstatt. Die Spezialisten aus der Fürstenstraße haben aber ihren guten Ruf wegen etwas anderem bekommen: Sie sind diejenigen mit den vielen Second-Hand-Rädern.

Gebrauchte Fahrräder soweit das Auge reicht

Einen ganzen Keller an Rädern, die Neukäufer „drangegeben haben“ zeigt die langjährige Mitarbeiterin Helga Eberharter. Über 300 Drahtesel werden den Winter über werkstattgeprüft und finden im Frühjahr ihren neuen Besitzer.

Besonders im Jugendbereich sind gebrauchte Fahrräder sehr gefragt. Schließlich können (und wollen) sich die meisten nicht alle paar Jahre ein Neurad für ihre Heranwachsenden leisten. Da passen die 150 Euro für ein gutes Gebrauchtes schon eher ins Budget.

Nachfragen und unangenehm werden

Wenn man schon keinen Platten mehr am Fahrrad richtet, dann vielleicht so einfache Dinge wie die Drehknöpfe am Elektroherd auszutauschen? Das sollte machbar sein. Problematisch sind jedoch alle Reparaturen, bei denen Strom oder Wasser führende Bauteile betroffen sind.

Irgendwann nimmt jedes Gerät einen mehr oder weniger großen Schaden. Funktioniert die Waschmaschine oder ein anderes elekrisches Gerät nicht mehr, wird von vielen Händlern oft die voreilige Vermutung geäußert, dass eine Reparatur nicht mehr lohnt und ein neues Gerät angeschafft werden muss. Dabei ist es häufig ein einziges Bauteil, das die komplette Funktion des Gerätes lahm legt. Nachfragen und „penetrant sein“ dürfte sich also bei den meisten Geräten lohnen.

Kein Produkt hält ewig. Dies gilt auch für Kommunikationsgeräte. Dass beim iPhone die Glasscheibe kaputt geht, zum Beispiel weil es einmal heruntergefallen ist, kommt häufig vor. Das weiß Johnny Gentilini aus Erfahrung.

Ein iPhone zu reparieren ist nicht unmöglich

Was tun mit dem rund 750 Euro teuren Gerät? „Die Displayscheibe auszutauschen ist überhaupt kein Problem. Das erledigen wir gleich hier im Laden,“ erzählt der Betreiber des Wiesseer Reparaturservice CNS. Auch reparaturbedürftige PCs, MACs, Tablets, TFT-Displays sowie Notebooks und Smartphones verlassen meist bereits nach kurzer Zeit vollkommen genesen den Laden.

Das ist nicht so üblich. Denn zahlreiche andere Anlaufstellen schicken solche Geräte weiter an eine zentrale Stelle zur Reparatur. Teilweise hunderte Kilometer weit. Und damit dauert es auch häufig wesentlich länger, bis der Besitzer sein Gerät wieder in die Arme schließen kann.

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