Landkreis setzt neue Empfehlung sofort um
Zweitimpfung nur noch mit mRNA

von Sabiene Hemkes

Am Donnerstag gab das Robert-Koch-Institut (RKI) überraschend einen Wechsel der Impf-Strategie bekannt: Aufgrund neuester Studienergebnisse empfiehlt die ständige Impfstoffkommission (STIKO) die Zweitimpfung mit mRNA Impfstoffen. Was bedeutet das für Zweitimpfungen mit AstraZeneca?

Zweitimpfung mit mRNA Impfstoffen werden angekündigt für alle im Landkreis, die erst eine Impfung mit AstraZeneca erhalten haben

Im Mai 2021 gab es einen Sonderimpftermin des Landkreises in Holzkirchen. Bei dieser Aktion wurde AstraZeneca zuerst an über 60-Jährige verimpft und anschließend für alle Termine in einer Online-Aktion freigegeben. Wie wir damals berichteten, wurden bei der Aktion über 2.000 Landkreisbewohner geimpft.

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Für diese Menschen, und auch alle ab Anfang Mai im Impfzentrum oder ambulant mit AstraZeneca Erstgeimpften, rückt nun der Termin für die zweite Impfung (12 Wochen nach der Erstimpfung) immer näher. Nun hat die STIKO in einer vom RKI veröffentlichen Meldung überraschend eine neue Impf-Empfehlung ausgesprochen:

Nach aktuellen Studienergebnissen ist die Immunantwort nach heterologem Impfschema (Vaxzevria/mRNA-Impfstoff) der Immunantwort nach homologer Vaxzevria-Impfserie (2 Impfstoffdosen Vaxzevria) deutlich überlegen. Vorbehaltlich der Rückmeldungen aus dem noch zu eröffnenden Stellungnahmeverfahren empfiehlt die STIKO daher für Personen, die Vaxzevria als 1. Impfstoffdosis erhalten haben, unabhängig vom Alter einen mRNA-Impfstoff als 2. Impfstoffdosis mit mindestens 4-wöchigen Impfabstand zur 1. Impfstoffdosis.

Vereinfacht ausgedrückt bedeutet die Empfehlung, dass alle Menschen, die bei der ersten Impfung AstraZeneca erhalten haben, bei der zweiten BioNTech oder Moderna, also einen mRNA-Impfstoff, gespritzt bekommen sollten. Laut neuester Studien aus Großbritannien sei dadurch der Schutz vor der sich durchsetzenden Delta-Variante des Corona-Virus deutlich höher. Den genauen Wortlaut der Meldung könnt ihr euch hier anschauen.

Einige Personen im Landkreis, die bisher einmalig mit AstraZeneca geimpft wurden, und nun auf die zweite Impfung warten, sind verständlicherweise verunsichert. Wir haben beim Landratsamt Miesbach nachgefragt, wie nun der aktuelle Stand ist. Dazu Beate Faus, Leiterin der Verwaltung des Impfzentrums Hausham:

Die STIKO Empfehlung wird im Impfzentrum sofort umgesetzt. Das Impfzentrum versucht für ALLE kommenden Impfungen ab sofort einen mRNA Impfstoff zu ermöglichen, wenn die Erstimpfung mit AstraZeneca erfolgte! Dies gilt auch für die Sonderimpfaktion in Holzkirchen. Die Wahl zwischen den Impfstoffen von BioNTech oder Moderna ist nicht möglich.

Dabei wird besonders darauf hingewiesen, dass alle, die den Impfstoffwechsel wollen, sich den neuen Aufklärungsbogen zum mRNA Impfstoff herunterladen und zum Termin mitbringen müssen. Aus systemtechnischen Gründen sei eine Anpassung des neuen Impfstoffes für die Zweitimpfung im Bayerischen Impfregister bisher nicht möglich. Dort wird weiterhin AstraZeneca aufgeführt, auch wenn bei der zweiten Impfung ein mRNA Impfstoff verwendet wird.

Erst wenn die Impfung dann erfolgt ist, wird die Info im Bayerischen Impfregister mit dem tatsächlichen Impfstoff „überschrieben“. Bei dem zweiten Termin der Impfaktion in Holzkirchen wird aber trotzdem AstraZeneca angeboten, “denn aus zahlreichen Gründen kann auch dieser Impfstoff gewünscht sein”, heißt es weiter seitens des Landratsamts.

Noch ist allerdings noch völlig unklar, wie es für die Menschen nun weitergeht, die bereits beide Impftermine mit AstraZeneca hinter sich haben. Wird es jetzt für die Personengruppe einen dritten Impftermin geben oder wie sieht das weitere Vorgehen des RKI angesichts des rasant steigenden Anteils der Delta Virusvariante bei den Infektionen in Deutschland aus?

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